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Kuala Lumpur - Bernie Ecclestone hat auf dem Weg in eine sicherere Zukunft seines Lebenswerks offenbar einen wichtigen Schritt gemacht und mit einer Mehrheit der aktuell zwölf Rennställe der Formel 1 eine Einigung über ein neues "Concorde Agreement" ab 2013 erzielt. "Ich bin sehr froh, bekannt zu geben, dass wir kommerzielle Vereinbarungen mit der Mehrzahl der aktuellen Formel-1-Teams, einschließlich Ferrari, McLaren und Red Bull, über die Bedingungen erzielt haben, unter denen sie nach dem Ablauf des aktuellen Concorde Agreements am Ende dieses Jahres weiterhin in der Formel 1 antreten werden", teilte Ecclestone etwas überraschend am Samstag über die offizielle Formel-1-Webseite mit.
"Das ist eine großartige Nachricht. Das Concorde Agreement ist sehr wichtig für die Stabilität der Formel 1", sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner, der am Samstag im Vorfeld des Großen Preises von Malaysia als einer von ganz wenigen Team-Verantwortlichen ausführlich Stellung nahm: "Dieses Abkommen schützt die Teams für die nächsten sieben, acht Jahre."
Offen ist allerdings, mit welchen Teams Ecclestones Formula One Management (FOM) einig geworden ist. Neben dem Trio, das er selbst nannte, bestätigte am Samstag nur Sauber, dass man auch dazugehört. "Wir haben eine Einigung erzielt", meinte Sauber-Geschäftsführerin Monisha Kaltenborn - ebenso wie ein Ferrari-Sprecher. Teamchef Franz Tost von Toro Rosso sagte nur: "Kein Kommentar."
Ecclestone habe "das Wort Mehrheit benutzt", meinte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh, der auch Chef der Teamvereinigung FOTA ist: "Wenn wir zwölf Teams haben, sind das sieben oder mehr. Mehr weiß ich nicht."
Mercedes gehört offenbar nicht dazu. "Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es dazu von unserem Team nichts zu sagen und wir bitten dafür um Verständnis. Selbstverständlich werden wir zum gegebenen Zeitpunkt umgehend informieren", erklärte ein Sprecher. Auch das Traditionsteam Williams soll nicht mit an Bord sein, dafür möglicherweise Lotus und Force India.
Geldflüsse an Red Bull und Ferrari?
Spekuliert wurde zuletzt darüber, dass Red Bull und Ferrari, die im vorigen Jahr gefolgt von Sauber und Toro Rosso aus der FOTA ausgetreten waren, möglicherweise Sonderzahlungen von Ecclestone erhalten könnten. "Vertragsinhalte sind immer absolut vertraulich", sagte Horner mit einem Lächeln, als er darauf angesprochen wurde. "Es gibt viele Diskussionen, viele Teams sprechen mit den Rechteinhabern. Hoffentlich können wir das schnell aussortieren und wieder Rennen fahren", meinte Whitmarsh, dessen Rennstall, der eigentlich mit Mercedes Verfechter des Gemeinschaftsgedankens der FOTA war, Ecclestone mit kleinen Bonbons gelockt haben könnte.
Deutlicher wurde Helmut Marko, als Red Bulls Motorsportchef rechte Hand von Besitzer Dietrich Mateschitz: "Wir haben uns mit FOM finanziell geeinigt", bestätigte er. Mateschitz weilte am Wochenende beim Begräbnis seines früheren Geschäftspartners und Red-Bull-Erfinders Chaleo Yovidhya in Thailand. In Zukunft könnte er in der Formel 1 eine noch wichtigere Rolle spielen. Ferrari soll bei einem geplanten Börsengang der F1-Holding Delta Topco ein Aktienpaket erhalten, jeder Doppel-Weltmeister in der Konstrukteur-WM seit 2008 eine Sonderzahlung. Die Regelung träfe nur auf Red Bull zu, die Zahlung soll laut einem Wirtschaftsblog von "Sky News" 35 Millionen US-Dollar (26,4 Mio. Euro) betragen.
Einigung Voraussetzung für Bösegang
Das Concorde Agreement, das seinen Namen nach dem Stammsitz des Automobil-Weltverbandes FIA am Place de la Concorde in Paris trägt, wo 1981 zum ersten Mal eine derartige Vereinbarung ausgehandelt worden war, ist so etwas wie die "Verfassung" der Königsklasse. In dem stets streng vertraulichen Vertragswerk zwischen der FIA, der von Ecclestone geführten Formula One Group und den Teams werden alle kommerziellen Aspekte der Rennserie geregelt, auch die Höhe der Beteiligung der Rennställe an den Einnahmen.
Zuletzt hatte es immer wieder Zweifel an einer Einigung über eine siebte Auflage des Abkommens gegeben. Neben den üblichen sportlichen Rivalitäten sind die Rennställe derzeit unterschiedlicher Meinung über die Umsetzung von Sparmaßnahmen und Kostenkontrollen. Eine Einigung wäre jedoch auch für den geplanten Börsengang der Formel 1 von zentraler Bedeutung. Ohne langfristiger Garantie für das Bestehen des Sports hätte eine Emission keinen Sinn gehabt. Der Luxemburger Finanzinvestor CVC, Mehrheitseigentümer von Delta Topco, sondiert derzeit die Bedingungen für eine Erstnotierung (IPO). Als Standort hat Ecclestone Singapur vorgeschlagen, weil Börsen in Europa die Offenlegung von mehr Finanzdaten fordern. (sid/APA, 24.3. 2012)
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