Höchstes Holz-Wohnhaus kurz vor Dachgleiche

  • Der Holz-Wohnbau in der Wagramer Straße soll in einem Jahr an die künftigen Bewohner übergeben werden.
    foto: bruno klomfar/proholz austria

    Der Holz-Wohnbau in der Wagramer Straße soll in einem Jahr an die künftigen Bewohner übergeben werden.

  • So sah es hier vor drei Monaten aus.
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    foto: franz pflügl

    So sah es hier vor drei Monaten aus.

In Wien-Donaustadt errichtet der Bauträger Familie ein sechs Stockwerke hohes Wohngebäude aus Holz

In Wien-Donaustadt wird seit wenigen Monaten am ersten sechsgeschoßigen Wohnhaus in Holzbauweise gearbeitet. Das von schluder architektur ZT GmbH in enger Zusammenarbeit mit Hagmüller Architekten geplante Wohngebäude war als Siegerprojekt aus dem 2009 von der Stadt Wien ins Leben gerufenen Wettbewerb "Holzbau in der Stadt" hervorgegangen.

2400 m³ Brettsperrholz ...

Am Freitag luden die Projektbetreiber - Bauträger ist die Gemeinnützige Wohn- und Siedlungsgenossenschaft "Familie" - im Beisein von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig zur Besichtigung des schon kurz vor der Dachgleiche stehenden Projekts. Die Anlage besteht aus einem siebengeschoßigen Baukörper entlang der Wagramer Straße, an den drei niedrigere, dreigeschoßige Riegel anschließen. Die sechs Obergeschoße des Bauteils A werden in einer Massivholzkonstruktion aus Brettsperrholz errichtet, bei den drei niedrigeren Gebäuden handelt es sich um reine Holzbauten. Für die 101 geförderten Mietwohnungen mit einer Wohnnutzfläche von 8.440 m² lieferte die Firma Binderholz Bausysteme insgesamt 2400 m³ Brettsperrholz.

Die Fertigstellung des Projekts, in das Wohnbaufördermittel im Gesamtausmaß von 6,3 Millionen Euro fließen, ist im Frühjahr 2013 geplant. "Holz spielt im geförderten Wiener Wohnbau, als nachhaltiger und ökologischer Baustoff, eine wichtige Rolle. Aktuell sind geförderte Projekte in Holz- oder Holzmischbauweise mit mehr als 800 Wohnungen, die von der Stadt Wien im Gesamtausmaß von rund 50 Mio. Euro gefördert werden, in Planung oder Bau", erklärte Ludwig.

... als CO2-Speicher

Wien liege damit im internationalen Trend namens "großvolumiges Bauen mit Holz". In den Nachbarländern Deutschland und Schweiz entstanden bereits Wohnbauten mit bis zu neun  Geschossen, in Italien steht ein Mehrgeschosser kurz vor Baubeginn. In Vorarlberg soll, wie berichtet, gar ein 90 Meter hoher Holzturm gebaut werden.

Laut der Vereinigung proHolz Austria hat sich der Holzbauanteil im Wohnbau in den letzten 15 Jahren zumindest nach Bauvorhaben (nicht nach der Nutzfläche) mehr als verdoppelt. "Holz ist ein wichtiger CO2-Speicher, und am Ende des Materiallebenszyklus entweicht z.B. durch thermische Nutzung nur so viel CO2 wie vorher gebunden wurde", meinte Dieter Kainz, Obmann von proHolz Austria, in einer Aussendung. Im Wohnbau Wagramer Straße werden in den 2400 m³ Brettsperrholz etwa 2400 Tonnen CO2 gespeichert, was einer Jahresemission von ca. 1630 Mittelklassewagen entspreche. (red)

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Wow, mehr als 60.000 Euro Foerderung pro Wohnung ...
Wenn ich mein Holzhaus selbst bau, bekomme ich dann auch 60 Grande???

Massivholzkonstruktion aus Brettsperrholz?

Was soll das sein?
Sperrholz ist kein Massivholz. Sagt ja schon der Name.

Is scho recht...

gemeint ist, dass das Haus zur Gaenze statt Mauern Holz hat. Details sind schon wichtig, allerdings kann man es auch uebertreiben.

...im Wiki

"Handelsüblich sind Platten mit drei bis sieben Schichten und einer Gesamtstärke von bis zu etwa 34 Zentimetern."

34 cm find ich ganz schön "massiv".

Kein Widerspruch

Brettsperrholz sind Holztafeln aus mehreren Lagen Massivholzbrettern, die jeweils um 90° verdreht sind. Das ganze Paket wird verleimt und bildet so eine formstabile Platte.
Einfaches Massivholz neigt ja leider dazu sich grausamst zu verziehen, durch die verdrehte Anordnung im Brettsperrholz verhindern sie den Effekt.

Warum ist da soviel Beton drinnen? Es gibt auch reine Holzbausysteme. Keller und Fundament natürlich ausgenommen.

BÖÖÖÖÖSER Beton

Ich glaube, dass die nicht bis in die Unendlichkeit skalierbar sind, also ab einer gewissen Gesamtgroesse muss auch etwas Stein dabei sein. Kann mich natuerlich auch irren.

hach was gäb ich drum

wär ich dort ein
Anobium punctatum.

Zauberformel Holz und Co2

1 m3 speichert 1 Tonne Co2. So geht's:
Holz besteht zu 50% aus Kohlenstoff. Ein m3 Holz hat im Schnitt 500 Kg Gewicht. Sind also 250 kg Kohlenstoff (2). Der Umrechnungsfaktor von C in Co2 Äquivalente beträgt 3,66. 3,66 x 250kg = 915 kg C02 daher rund 1 Tonne.

sicher sehr "gesundes" raumklima

da ist die luft dann gesättigt mit holzschutzmitteln, klebern, lasuren, etc.
allein schon dadurch dass ja alles aufgrund der höheren festigkeit aus brettsperrholz gefertigt wird sind ja tonnen von verschiedenem leim im ganzen haus verbaut. da ists ja um ein paar tausend prozent besser wenn ich meinen boden, die wände und die decke mit pvc-(boden)belag verkleide.

der Leimanteil

bei solchen Holzelementen ist sehr gering und keinesfalls mit Spanplatten, OSB oder ähnlichem zu vergleichen.

darüber lässt sich streiten:

wenn sie behaupten der einsatz von pvc wäre paar 1000% besser dann überlegen sie mal, wie pvc produziert wird. wieviel chemie (stabilisatoren, weichmacher etc.) ist in kunststoff enthalten?

abgesehen davon ist es bei massivholz nicht notwendig, tonnenweise leim zu verwenden. es können auch nägel und holzdübel verwendet werden. wichtig ist auch, wann das holz geschlagen wird. holz, das bei abnehmendem mond geschlagen wird (mondholz) erhöht die haltbarkeit und die beständigkeit gegen pilze und insekten.

darüber lässt sich streiten:

Jährliche Stürme in Wien

Im Herbst, wie auch im Jänner fegen Stürme von deutlich über 100 km/h und mehr über Wien. Gerade die Donaustadt liegt im Hauptstrahlbereich der Leopoldsberg-Bisambergdüse. Wir erinnern uns alle noch an die Bilder von völlig zerschmetterten US-Holzhäusern nach einem Hurricane? Gut, offenkundig doch nicht alle ...

da ist aber ein spezialist unter uns!

Wenn die Amis ihre Häuser aus solchen Platten bauten...

... dann würden sie auch nicht von so schnell weggeblasen werden.

Die US-Häuser sind etwa so aufgebaut wie ein Billy-Regal:
Ein paar Spanplatten für den Rahmen, bessere Pappe als Wand....
Da brauchst du zum Einbrechen noch nicht mal das Schloss knacken, durch die Wand steigen ist simpler ;o)

Wenn mans richtig anstellt, ist Holz als tragendes Material genauso gut geeignet wie Stahl, solche Ausmaße kann ein selbsttragendes Holzdach annehmen (man beachte die Autos zum Vergleich):
http://de.wikipedia.org/w/index.p... 1016133825

da ist doch sowieso auch massenhaft Beton verbaut. Die Holzräume sind an einen Betonbau angeschlossen.

hier handelt es sich

um Massivholzelemente; das ist keine Bretterbude, höchstens mit einem äußerst solide gebautem Blockhaus zu vergleichen

Ein Blockhaus mit Beton...
Mit einem Holzhaus hat das Ganze eh wenig zu tun. Ob der Zement auch Co neutral hergestellt wurde?

Auf die Bauweise kommts an. Mit der Bauweise (vieler) US-Holzhäuser dürftest bei uns nicht einmal ein Werkzeughüttl bauen.

wenn man "pappkarton" häuser wie in den usa üblich

nicht von solider holzbauweise unterscheiden kann, kommt so eine meldung heraus...

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