UBM mit leichtem Gewinnrückgang

22. März 2012, 13:10

Jahresüberschuss verringerte sich um 5,3 Prozent auf 8,9 Mio. Euro - Umsatz stieg um 71,4 Prozent auf 196,4 Mio. Euro - Dividende bleibt unverändert

Wien - Inmitten des unsicheren Wirtschaftsumfeldes infolge der Euro-Krise hat die börsenotierte UBM Realitätenentwicklung AG 2011 einen leichten Gewinnrückgang erlitten. Der operative Gewinn (EBIT) verringerte sich im Jahresabstand um 10,5 Prozent auf 23,1 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss sank um 5,3 Prozent auf 8,9 Mio. Euro. Als Grund dafür nannte die Porr-Tochter heute, Donnerstag, vor allem die größere Steuerbelastung. Der Vorsteuergewinn (EBT) erhöhte sich um 1,4 Prozent auf 14,6 Mio. Euro. Der Bilanzgewinn beträgt unverändert 3,3 Mio. Euro. Ebenfalls gleich bleibt die Dividende mit 1,10 Euro je Aktie.

Die Jahresleistung des Konzerns legte um 29,9 Prozent auf 281,9 Mio. Euro zu. In dem Wert enthalten sind Erlöse aus Immobilienverkäufen, Mieteinnahmen, Einnahmen aus Hotelbetrieb, Bauleistungen, Lieferungen und Leistungen an Arbeitsgemeinschaften sowie Einnahmen aus Facility Management und Managementleistungen. Der Umsatz stieg um 71,4 Prozent auf 196,4 Mio. Euro.

"2011 war für uns ein sehr erfolgreiches Jahr - insgesamt ist es eines der besten Ergebnisse in der Geschichte der UBM", sagte CEO Karl Bier bei der Pressekonferenz. "Wir haben bereits einige Krisen durchschritten - was seit 2008 (dem Zusammenbruch der US-Bank Lehman, Anm.) abläuft, ist eigentlich nur eine Wiederholung", so Bier. Die ersten beiden Quartale des Vorjahres seien "eigentlich ganz positiv" gewesen, aber ab der Jahresmitte habe sich die Eurokrise mit Griechenland "dramatisch entwickelt". Das schlug sich auf die Stimmung am Markt nieder und sorgte für Verunsicherung.

Immobilien als Krisengewinner

"Für unser Produkt spricht: Die Immobilie ist der Krisengewinner, weil sie sehr stark nachgefragt ist", so Bier. Über Immobilienverkäufe in Tschechien und Holland habe UBM im Vorjahr auch "sehr gute Akzente setzen können". Auch in der Schweiz sei eine Immobilie mit hohen Währungsgewinnen verkauft worden.

Einen Strich durch die Rechnung machen aber die Banken, die ihre Eigenkapitalquote heuer auf 9 Prozent deutlich stärken müssen, um die Basel-III-Kriterien zu erfüllen, und entsprechend restriktiv bei der Kreditvergabe sind. Das trifft sowohl die UBM bei der Umsetzung von Projekten als auch ihre Kunden, die als Käufer schwer an Geld kommen. "Kredite sind wieder schwieriger zu bekommen - auch in Osteuropa ist man nicht mehr so großzügig", betonte der Unternehmenschef.

"Für einen 14-Millionen-Vertrag in Prag haben wir ein Dreivierteljahr verhandelt - da sind wir schneller beim Bauen als beim Abschluss eines Kreditvertrages", berichtete Finanzvorstand Heribert Smole. Bei Kreditvergaben über 150 Mio. Euro hinaus seien die internationalen Banken generell "zurückhaltend". "Unsere Kunden haben dieselbe Problematik."

In Osteuropa will sich die UBM vorläufig vor allem auf Projekte in Polen und Tschechien konzentrieren. Rumänien und Bulgarien werden beobachtet, ebenso Ungarn. Parallel dazu werden die Aktivitäten insbesondere in Deutschland verstärkt. Doch auch Holland und Frankreich sind im Fokus des Immobilienentwicklers. "Wir versuchen, verstärkt auch in Westeuropa Fuß zu fassen, um zwischen Zentral- und Westeuropa einen Ausgleich zu schaffen.(APA, 22.3.2012)

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