Harte Zeiten für Berlusconi: Mediaset-Gewinn sank 2011 um 36 Prozent

TV-Imperium von Italiens Ex-Premier bekommt Krise zu spüren - Dividende wird gekürzt

Rom - Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi hat nach Ende seiner Amtszeit im November mehr Zeit, sich um sein Mediengeschäft zu kümmern, und dennoch macht ihm sein Konzern zu schaffen. Sinkende Einschaltquoten, rückläufige Werbeeinnahmen und Probleme mit dem Geschäft in Spanien belasten den Medienzaren, der in seiner Rolle als TV-Unternehmer die Folgen der Krise hart zu spüren bekommt. Berlusconis TV-Gruppe Mediaset meldete für 2011 einen 36-prozentigen Gewinnrückgang auf 225 Mio. Euro. Der Umsatz sank um 1 Prozent auf 4,25 Mrd. Euro, teilte der börsennotierte Konzern mit.

Die Werbeeinnahmen sanken in Italien um 3,3 Prozent auf 2,77 Mrd. Euro. Angesichts der schwierigen Lage wird Mediaset eine Dividende von 10 Cent je Aktie ausschütten, im Vorjahr waren es noch 35 Cent. Sogar der bisher solide spanische Markt, auf dem Mediaset mit der Tochter Telecinco präsent ist, bereitet Berlusconi wegen der Krise im Land Sorgen.

Sinkende Einschaltquoten

Ein großes Problem sind die sinkenden Einschaltquoten. Die Mediaset-Gruppe bekommt in Italien die zunehmende Konkurrenz des Pay-TV-Senders Sky Italia um den australischen Medienmagnaten Rupert Murdoch immer stärker zu spüren, der im Oktober eine Rekordzahl von fünf Millionen Abonnenten erreicht hat.

In einer Ansprache vor dem Parlament warnte Mediasets Präsident Fedele Confalonieri zuletzt, dass der Medienkonzern erstmals in seiner über 30-jährigen Geschichte Personal abbauen könnte. "Sollen nicht die Weichen für einen Wirtschaftsaufschwung und für einen Neustart im Werbungsbereich gestellt werden, wird Mediaset zu Jobkürzungen gezwungen sein. Und wie Mediaset werden dasselbe viele italienische Unternehmen tun müssen", warnte Confalonieri.

Die Aussichten seien für den an der Mailänder Börse notierte Konzern, der fast 6.000 Personen beschäftigt, alles andere als rosig. "Ohne Wachstumsaussichten wird Mediaset seine zwei Milliarden Euro Ausgaben kürzen müssen. Auch unsere Milliarde für Investitionen muss beschnitten werden", klagte Confalonieri. (APA, 22.3.2012)

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