Mit dem Berg auf du und du

VW blickt auf eine vollständige 4x4-Nutzfahrzeugpalette. In allen Radständen und Karosserievarianten sind die Helferlein bei Amarok, Crafter, T5 und Caddy an Bord

Versammelt war, was von den VW-Arbeitstieren auf allen vieren gehen kann: Der Amarok, der Crafter, der T5, der Caddy. Ihnen wurden schlechte Wege, tiefe Gräben, steile Anstiege vorgesetzt. Diese Autos sind für den Heavy-Duty-Einsatz gedacht und gemacht, die einen mehr (Amarok, Crafter), die anderen weniger (Caddy), aber jedes bewältigte auf seine Weise die ihm gestellten Aufgaben.

Zum Amarok würde man greifen, wenn man öfter in Gegenden mit dünner Luft zu tun oder immer wieder eine abgestürzte Kuh aus der Schlucht zu holen hat. Zum Crafter, wenn man dorthin fährt, wo nie zuvor ein Sterblicher seinen Fuß hingesetzt hat. Der Wörgler Betrieb Achleitner schmiedet ihm für 19.950 Euro netto ein voll geländegängiges Allradgetriebe auf den Leib und macht aus dem großen Kasten einen profunden Kraxler.

Auch der Amarok verwildert. Die neue Variante mit Singlecab, die nur Fahrer- und Beifahrersitz beherbergt, richtet sich weniger an Lifestyle-Abenteurer sondern an Menschen, die ihn wirklich brauchen wie einen Schluck Wasser in der Wüste. Die im Vergleich zum Doppelkabiner um 65 Zentimeter längere Pritsche macht Platz für zwei quer aufgeladene Europaletten und lässt dank langer Einzelkabine denen da vorne noch Luft zum Atmen.

Über die guten und schlechten Wege stemmen ihn zwei TDI-Motoren, ein Monoturbo mit 122 PS und ein Biturbo mit 163 PS. Hier kommt auf Wunsch der hauseigene 4Motion-Allradantrieb zum Einsatz, allerdings kann man ihn mit einer mechanischen Differenzialsperre (zusätzlich serienmäßig elektronischen) an der Hinterachse für die Wildnis aufpeppen. Trotz kerniger Federung brauchen auch von Kreuzweh geplagte Lenker keine Angst um ihre Gesundheit haben, die Abstimmung findet eine gute Mitte zwischen Robustheit und Zumutbarkeit.

Wer es mehr als bequem im Amarok haben möchte, dem sei die neue 8-Gang-Automatik empfohlen, die sich in mehrerlei Hinsicht positiv bemerkbar macht: Erstens befreit sie vom Schalten, was die Aufmerksamkeit auf die ohnehin zahlreichen Schwierigkeiten im Gelände lenkt. Zweitens spreizt sie die Gänge so stark, dass der Motor im besseren Wirkungsgrad und leiser arbeitet und dazu noch Sprit spart. Drittens stellt sie Geländegängigkeit und Anhängerbetrieb ohne ein zusätzliches Untersetzungsgetriebe sicher.

Offiziell braucht der 163-PS-Diesel nur 7,6 l / 100 km. Genauso viel wie der 180-PS-Biturbo-TDI mit 420 Nm, der kleinere 122-PS-TDI nimmt eine Spur weniger. Abgesehen von der lediglich hinterradgetriebenen Variante, die uns Beißern nur ein mildes Lächeln abringt, kann man den Amarok mit permanentem oder zuschaltbarem Allradantrieb kombinieren. Die Preise für den neuen Singlecab beginnen bei 23.998 Euro.

Nachdem Österreich bekanntermaßen mit hübschen Bergen und garstigen Wintern gesegnet ist, erfreuen sich auch T5 und Caddy in Allradaufmachung steigender Beliebtheit. Fast jedes vierte Modell wird mit diesem Talent ausgeliefert, oft findet sich auch das 7-Gang-DSG-Automatikgetriebe auf den Extralisten angekreuzt. Insgesamt verzeichnet VW bei den Nutzfahrzeugen Rekordwerte, die von den Neuigkeiten rund um Amarok, Crafter, T5 und Caddy neue Nahrung erhalten werden. (Andreas Hochstöger/DER STANDARD/Automobil/23.3.2012)

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