Neuer Diebstahlschutz fürs Fahrrad

22. März 2012, 10:11

"Nummer Sicher": In Sekundenschnelle soll via Handy überprüfbar sein, ob ein Rad als gestohlen gemeldet wurde - Kostenpunkt 29,90 Euro

Wien - Nachdem die herkömmliche Fahrradcodierung von der Wiener Polizei seit heuer nicht mehr vorgenommen wird, stellte Polizeipräsident Gerhard Pürstl am Mittwoch den "Nummer Sicher"-Diebstahlschutz als Ersatz vor.

Mit dem neuen System zur Registrierung von Fahrrädern will das Kuratorium Sicheres Österreich (KSÖ) Dieben den Arbeitsalltag vermiesen. Als gestohlen oder verloren gemeldete Räder sollen künftig dank einer Online-Datenbank in Sekundenschnelle dem Eigentümer zuordenbar sein.

Jährlich 25.000 Fahrräder gestohlen

Jährlich werden österreichweit rund 25.000 Fahrräder gestohlen, ein Drittel davon in Wien. Der Großteil der Räder wird in abgesperrtem Zustand oder aus dem hauseigenen Radkeller entwendet. Die Aufklärungsquote ist relativ niedrig, auch die Zuordnung gefundener Räder zu den Eigentümern bereitet Schwierigkeiten.

Bei "Nummer Sicher" wird der Drahtesel mit möglichst vielen Merkmalen - Rahmennummer, Farbe, sonstige Auffälligkeiten, Fotos - online registriert. An der stärksten Stelle des Fahrrads bringt der Besitzer im Anschluss einen nicht ablösbaren, lasergravierten Aufkleber an, der einen individuellen QR-Code enthält. 

Diebstahlschutz kostet 29,90 Euro

Durch Einscannen des Codes via Smartphone, Abfrage per SMS oder über das Internet lässt sich der Rad-Status "ok", "gestohlen" oder "verloren" abrufen. Wird die "Nummer Sicher"-Zentrale verständigt, setzt diese sich umgehend mit dem Eigentümer in Verbindung. Auch Fahrräder ohne Aufkleber sollen, sofern registriert, anhand der eingegebenen Merkmale auffindbar sein.

Der Nummer Sicher-Diebstahlschutz ist ab sofort online unter http://www.nummer-sicher.at erhältlich und kostet im ersten Jahr 29,90 Euro. Ab dem zweiten Jahr betragen die Kosten 9,90 Euro. Der Diebstahlschutz kann online erworben werden, in naher Zukunft soll er auch in Trafiken sowie im Handel erhältlich sein. (red/APA, 22.3.2012)

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nein, der rahmen wird graviert - bzw. wurde bis vor kurzem von der polizeit graviert :-(

Ist ein Aufkleber nicht ablösbar? Der Rahmen wird ja nicht graviert, sondern der Aufkleber.

"einen nicht ablösbaren, lasergravierten Aufkleber an, der einen individuellen QR-Code enthält. "

ich will das mein rad sicher ist:

also rechne mir das angebot dieser datenbank gesmbh auf die nächsten paar jahre durch. gehe ins fahrradgeschäft und kaufe mir für das geld ein ordentliches schloss.
basta

Völlig untauglich und unseriös

Es bleibt vollkommen offen WER diese Nummern jemals kontrollieren soll? Die Exektive ist nämlich nicht dazu da Kontrollen für private Unternehmen durchzuführen. Wer bezahlt denn dann die ganzen SMS der Beamten? mit Diensthandys? Der Steuerzahler?

Und das Versprechen dass die Aufkleber unablösbar sind ist ganz offen gesagt eine feiste Lüge.

Was bedeutet die Diebstahlsrate tendiert gegen Null? Wieviele Diebstähle sind denn tatsächlich verhindert worden oder konnten mit diesem "System" aufgeklärt werden?
Das sind vollmundige Versprechen ohne Inhalt, ich halte das für extrem unseriös.

unnötige abzocke, wenn der polizei an aufklärung gelegen ist soll sie die merkmale die nicht entfernbar sind (rahmennummer) kontrollieren - überall wo räder sind - alles andere ist reine abzocke.
in weiterer folge wär ein merkmal an leicht sichtbarer stelle (rahmennummer am steuerrohr) an allen rädern wünschenswert. müsste euweit verordnet werden, denn kein hersteller mag geringe diebstahlszahlen.

Wer steckt hinter der AVS?

AVS Datenverwaltung Ges.m.b.H.
Buchengasse 85
A-1100 Wien
Tel.: +43 (0)1 604 58 58
E-Mail: support@nummer-sicher.at

Die meisten Fahrräder werden wohl mangelhaft oder gar nicht gesichert gestohlen.

Die meisten dieser Diebstähle werden doch gar nicht angezeigt.
Von den in abgesperrtem Zustand oder aus dem hauseigenen Radkeller entwendeten Fahrrädern wird deren sichere Verwahrung von der Polizei ungeprüft bestätigt. Sie leistet damit in vielen Fällen Beihilfe zum Versicherungsbetrug.

auch wenn es "nur" ein einfaches schloss ist - diebstahl ist verboten! und muss geahndet werden!

Dumm gefragt...

Und wenn ich mein Fahrrad mangels Abstellmöglichkeiten dann an eine Laterne kette, wird die Strafe dann gleich über die ID-Schnittstelle abgebucht? Wie praktisch.

Das wäre mit der klassischen Kodierung aber auch schon möglich gewesen. Daraus lassen sich ja auch Adresse und Initialen ablesen (zum Zeitpunkt der Kodierung).

Glatter Wucher

En einmaliger Registrierungspreis von 29 EURO ist ja noch zu verstehen. Aber die Jährlichen 10 EURO noch zusätzlich ist unversämt. Die jetzige Codierung kostet ja auch nichts.
Wenn man das Rad verhauft, dann muß der neue Besitzer die 10 EURO weiter bezahlen.
Wenn dieser den Schutz nicht möchte dann müsste man ja auch den Aufkleber entfernen.
Wie soll das gehen wenn dieser angeblich nicht aglösbar ist?

Der Aufkleber wird wohl, ähnlich einer Autobahn-Vignette, beim Versuch, ihn abzulösen in mehrere Einzelteile zerfallen.

Die 10,- Jahresgebühr werden wohl mit den Kosten für die Aufrechterhaltung der technischen Infrastruktur argumentiert werden.

Der neue Besitzer kann die Kosten für den Aufkleber ja getrost ignorieren. Vielleicht wirkt er (der Aufkleber) auch ohne Jahresbeitrag abschreckend.

10,- sind übrigens aufs Jahr gerechnet ein recht kleiner Betrag.

kalte Enteignung

Das Rad im (Zeit) Wert von 29,99 ist dann bestens geschützt

Ich rufe folgenden Vorschlag aus, den das Ministerium umsetzen könnte:

- Kostenlose Datenbank im Internet
- Bautype und Seriennummer reicht, Fotos nur auf Wunsch
- Wer das Pickerl bestellen will, der kann dies kostenpflichtig tun.
- Wenn Moneypoint und Co ein solches Rad ankaufen, ohne in der Datenbank gegenzuchecken machen die sich der Beihilfe schuldig.

Absurde Idee 10 Euro pro Jahr für die Freunde des Innenministeriums zu spenden....

-

Was soll nicht noch alles kostenlos sein?

Was soll das bringen?

Die Markierung ist leicht entfernt, und was dann?
Jedenfalls ein netter Versuch, 30 Euro zu kassieren.

Richtig. Solange nicht bereits die Tatsache, dass ein Fahrrad unkodiert ist, selbst verdächtig ist, ist die ganze Sache ziemlich sinnlos.

Wieso ist das so teuer?

Diese Kosten sind für eine Online-Datenbank und einen Aufkleber absolut nicht gerechtfertigt!

Was geschieht mit dem ganzen Geld?

Ich bin mit ziemlich sicher, dass der Preis viele davon abhalten wird. So ein System funktioniert doch erst richtig gut wenn die Mehrheit der Fahrräder registriert sind und es somit quasi selbstverständlich wird, bei einem gebrauchten Rad vor dem Kauf den Besitzer zu überprüfen.

Noch besser wäre dann natürlich ein zumindest EU-weites System...

bisher gratis jetzt 30,- und dann jährlich 10,- dafür, dass ich mir alles selber machen muss

ob das pickerl hält, darf obendrein bezweifelt werden

"Nicht ablösbar" ist gut - bin ischer, daß keine Kleber einer Heißluftpistole lange standhält

Die eingeschlagenen Ziffern der früheren Markierung waren da beständiger. Solche Ziffern lassen sich aufgrundd er Veränderungen im Materialgefüge auch noch sichtbar machen, wenn sie oberflächlich weggeschliffen wurden. Eine direkte lasergravur wäre noch eine Möglichkeit, das würde aufgrund der Hitzewirkung auch tiefer gehen.

relativ niedrig?

Wenn ich mich nicht irre, liegt die Aufklaerungsquote in Wien bei mickrigem 2%.

Anstatt dafuer zu sorgen
a) dass Diebe erwischt und ordentlich gestraft werden und
b) die Leute aufzuklaeren, dass sie ihre Raeder besser absichern

kommt man mit Alibimassnahmen daher. Was hilft es mir, dass mein Rad kodiert ist, wenn es schon 3 Stunden, nachdem es gestohlen wurde, irgendwo in Ungarn, Slovakei oder wo auch immer ist, dort geschlachtet wird etc.etc.

Fakt ist, die Leistung der Wiener Polizei in Sachen Raddiebstaehle ist ein Armutszeugnis. Schwaecher geht's wohl kaum. Sie koennen eigentlich wenigstens ehrlich sein und gaenzlich aufhoeren, so zu tun, als wuerden sie nach den Dieben suchen.

Unsicher

Bin mir nicht sicher ob die 30,- sinnvoll angelegt sind. Wenn die aufklärungsquote so gering ist, was soll das bringen bzw. schreckt so ein Pickerl tatsächlich wen ab? Denke da bin ich mit meiner Fahrrad Diebstahlversicherung besser bedient.

Diebstahlsversicherung?

Gibt es so etwas? Oder ist da Raub und Einbruch gemeint? Vernachlässigung der Sorgfaltspflicht (= Diebstahl) ist normalerweise ein Ausschließungsgrund.

du meinst die haushaltsversicherung.
die diebstahlsversicherung ist teuerer - 5-20% vom versicherungswert, dafür bist verpflichtet ein schloss, halb so schwer wie das radl, mitzunehmen ;)

So schwer sind die Schlösser gar nicht mehr. Dafür umso teurer...

...

Nein, da haben Sie schon recht. Das Rad muss zumindest mit einem Schloß gesichert sein, die exakte Bezeichnung des Tatbestand war mir nicht bekannt. Extra Radversicherung außerhalb der Haushaltversicherung hab ich auch nur wegen der höheren Deckungssumme (bis 2.500,-). Meins wurde erst vor 3 Wochen versperrt aus meinem Kellerabteil geklaut, Versicherung hat unkompliziert und schnell bezahlt.

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