Deutschland verspielt Internet-Chancen

21. März 2012, 13:38

Andere Länder wachsen beim Internet schneller - Es fehlt an Fachkräften, die sich auskennen

Deutschland verschenkt in der weltweit boomenden Internetwirtschaft einer Studie zufolge Wachstumschancen. Das Wirtschaftsberatungsunternehmen BostonConsultingGroup (BCG) sagte in einer am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung für Deutschland ein Wachstum der Internet-Branche in den nächsten Jahren von durchschnittlich acht Prozent im Jahr voraus. Der Anteil des Bereichs an der deutschen Wirtschaftsleistung werde von drei Prozent 2010 auf vier Prozent im Jahr 2016 zulegen. "Allerdings sehen wir, dass andere Länder etwas schneller wachsen", sagte David R. Dean von BostonConsulting.

Andere Länder wachsen schneller

Die Wirtschaftsberater sagen für nähere Zukunft ein dramatisches Wachstum der weltweiten Internet-Wirtschaft voraus. Dabei werden die Schwellenländer die alten Industrieländer in der Dynamik klar ausstechen. Weltweit wird die Branche bis 2016 ihren Umsatz der Studie zufolge auf 4,2 Billionen Dollar erhöhen, was fast einer Verdopplung des Wertes von 2010 - rund 2,3 Billionen Dollar - entspricht. Für Deutschland sagte das Unternehmen einen Geschäftszuwachs im gleichen Zeitraum auf 118 Milliarden von 75 Milliarden Euro voraus. In vier Jahren dürfte knapp die Hälfte der Bevölkerung in den 20 wichtigsten Schwellen- und Industrieländern (G20) das Internet nutzen. Aus den Schwellenländern, in denen die Branche in den nächsten Jahren jährlich um 18 Prozent zulegen dürfte, werden der Studie zufolge 2016 fast drei Viertel der Internet-Nutzer in der G20 kommen. Dabei stehen mobile Geräte und die sozialen Medien bei der zunehmenden Zahl von Nutzern klar im Vordergrund.

Es fehlt an Fachkräften, die sich auskennen

Für die Wirtschaft entscheidet der Gebrauch des Internets der Studie zufolge immer mehr darüber, wie stark ein Unternehmen wächst. Umfragen belegten eindeutig den Zusammenhang zwischen intensiver Internet-Nutzung und Firmenwachstum. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen gelte dies besonders. Der begrenzende Faktor ist nach Deans Worten die Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften, "und zwar quer durch alle Länder". Es fehlten Mitarbeiter, die sich auskennen.

Risiken in Deutschland überbetont

Der Wirtschaftsrat der CDU, der die Studie aus Anlass eines Kongresses in Berlin vorstellte, beklagte, Deutschland nutze seine Wachstumschancen in diesem Bereich nicht ausreichend. "Es geht schließlich um Wachstum und Jobs", sagte Dorothee Belz als Vorsitzende der zuständigen Arbeitsgruppe. "Bei uns wird zu sehr auf die Risiken gesehen", sagte sie. In den USA und in den asiatischen Ländern würden die Möglichkeiten sehr viel schneller wahrgenommen. "Es ist wichtig, diese Entwicklung zu beschleunigen", forderte Belz. Betriebe und Politik müssten dieses Thema zur Chefsache machen. In der deutschen Informations- und Kommunikationswirtschaft fehlten 30.000 Fachkräfte. Zudem bemängelt der Wirtschaftsrat eine "kleinteilige Regelungswut". In Deutschland werde noch zu nationalstaatlich gedacht, dabei seien einheitliche europäische Regeln für das Internet nötig. (APA, 21.03.2012)

Händeringend!!!!

Und wenn man sich so die Stelleninserate in DE ansieht, benötigt man dort ein Hochschulstudium um ein paar Linuxserver zu administrieren. Da frag ich mich dann schon...

Fachkräfte gibt's wahrscheinlich wie Sand am Meer

...... nur zahlen will keiner!

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