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Die Jobsuche ist mobil geworden

21. März 2012, 09:29
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Mit den Social Networks eroberten die Smartphones den Markt. Heute erleichtern die Kombination aus beidem und ein breites Angebot an speziellen Apps die Suche nach dem richtigen Job.

Kaum war Facebook nicht mehr nur den Nerds und Early Adoptern vorbehalten, warnten Personalberater/innen vor den Gefahren der sozialen Netzwerke. Von Google+ war damals noch keine Rede, StudiVZ war dafür noch eine gängige Plattform. Jene, die schon im Berufsleben standen, machten den Social-Network-Spagat zwischen den Geschäftskontakten auf Xing und den Freund/inn/en auf Facebook. Doch dann kamen die Studienabgänger/innen, die ohne Geschäftskontakte mit Xing zu Beginn nicht viel anzufangen wussten, und fügten ihre Vorgesetzten und Kolleg/inn/en zu
ihren Facebook-Freund/inn/en hinzu. Bald trat ein, wovor die Personalberater/innen warnten. Private Fotos, für enge Freun d/inn/e/n gepostete Meldungen sahen und lasen auch Vorgesetzte. Erst
nach den ersten Kündigungen - weil Mitarbeiter/innen offensichtlich mehr Zeit für Facebook als für ihre Arbeit aufwendeten oder auf der Plattform abschätzig über Vorgesetzte herzogen - steigerte sich die Sensibilität für dieses Thema. Vor allem auch, weil bekannt wurde, dass einige Personalist/inn/en
die Social-Networks durchforsten, bevor sie neue Mitarbeiter/innen einstellen.

Von der Freundesliste zum Jobangebot
Inzwischen ist nicht mehr nur Xing die Geschäftsplattform im Web 2.0. Auch Facebook hat durch Apps den Sprung in die Karrierewelt geschafft und die Plattform sogar zur Jobbörse gemacht.
Damit versucht Facebook, im Geschäftsfeld von Linkedin - einem speziellen Netzwerk für Jobsuchende und Arbeitgeber, mit kolportierten 135 Millionen Mitgliedern - Fuß zu fassen. BranchOut war eine der ersten Applikationen, die Facebook auch zur Jobsuche nutzte. Informationen über den Arbeitgeber, den akademischen Grad und die Ausbildung werden von der App ausgelesen und sichtbar gemacht. Das ungeschriebene Gesetz, dass Facebook für die Unterhaltung und Linkedin für professionelle Zwecke da ist, beginnt also zu verschwimmen. Zumal die mobilen Versionen der Facebook-Anwendung ihre Vorteile haben. Potentiell interessante Geschäftskontakte ergeben sich ja nicht nur bei Firmenmeetings. Nicht selten trifft man auf einer Party, im Urlaub oder während einer Weiterbildung jemanden, der sich erst auf den zweiten Blick auch als interessante/r Geschäftspartner/in herausstellt. Da hilft das Jonglieren mit den Kontakten. Doch viele Facebook-Nutzer/innen würden ihr soziales Netzwerk gerne privat halten.

Jobs aus dem Social Network
BeKnown hat die Schwachstelle von BranchOut behoben: Freundesliste und Geschäftspartner/innen werden getrennt verwaltet. Das erlaubt die klare Trennung zwischen Privat und Beruf. BeKnown hat einen weiteren Vorzug: Die App läuft ebenso auf mobilen Endgeräten und ist damit immer dabei.

Von überall zum Traumjob
Einen Schritt in diese Richtung macht die Süddeutsche Zeitung. Sie holt die Jobsuchenden dort ab, wo immer sie sind - ohne sie gleichzeitig ins Facebook zu ziehen. Mit dem eigens für das iPad adaptierten Stellenmarkt wird die Jobsuche mobil. Die tausenden nationalen und internationalen Stellenangebote, die sich auf der Homepage des Karriereportals von sueddeutsche.de befinden, können nun auch am Weg zur Universität, im Vorzimmer eines Arztes oder beim Warten auf die Straßenbahn über das iPad abgerufen werden. Um die Suche komfortabel und intelligent zu gestalten, wurde die neueste Indextechnologie ins System integriert und Benutzer/innen können die Treffer in der Liste nach den eigenen Wünschen umsortieren. Die personalisierte Suchabfrage lässt sich abspeichern. So bekommt man bei jedem Aktualisieren gleich die Stellenangebote gezeigt, die ins definierte Stellenprofil fallen. Dass diese am neuesten Stand sind, ist selbstredend. Interessante Job-Angebote können User/innen zudem in einer Favoritenliste ablegen, ausdrucken oder via E-Mail weiterleiten.

Neue Anforderungen verlangen neue Lösungen
Auch Anbieter nationaler Karriereplattformen sind mit ihrem Service mobil geworden. Smartphones und Tablets haben unser Surfverhalten deutlich verändert. Wartezeiten werden nicht mehr mit Däumchendrehen verbracht, sondern die Finger wischen jetzt über Displays mobiler Endgeräte. Das Potential solcher Applikationen schätzen Karriereprofis zunehmend größer ein, weil damit auf die Bedürfnisse einer immer mobiler werdenden Welt reagiert wird. Die Fähigkeiten dieser mobilen Job-Apps
unterscheiden sich dabei meist kaum vom Online-Angebot der Anbieter. Die Programme gleichen sogar die eigenen Fähigkeiten und Erfahrungen, die man voreingestellt hat, mit den dazu passenden
Stellenausschreibungen ab. Über die Ortung des Standortes von Smartphones können selbst Stellenangebote in der Umgebung abgerufen werden. Oder man definiert favorisierte Orte und lässt die App dort nach einem Job suchen. Den Unternehmenssitz kann man sich dann gleich über Google Maps
darstellen lassen und den kürzesten Weg dorthin herausfinden.

Homepage oder App?
Doch bringt außer der Ortung so eine App überhaupt Vorteile, wenn man doch mit dem Smartphone auch auf die normale Homepage eines jeden Jobportals gelangen kann? Sofortnachrichten, die von diversen Applikationen an das Mobiltelefon versendet werden können, dienen als Job-Alarm und weisen Jobsuchende sofort auf passende Stellenangebote hin. Das ist nicht nur ein Angebot für jene, die eine Arbeit suchen, sondern auch eine Ansage an Recruiter/innen. Diese sind von den mobilen Apps zunehmend begeistert. Die Zielgruppe, die sie so erreichen können, wird immer größer. Zudem können auf diese Art und Weise Job suchende noch schneller auf vakante Positionen reagieren.
Einzelne Apps beschränken sich nicht nur auf die Jobsuche. Sie beinhalten auch noch Tipps für die Bewerbung, übermitteln Nachrichten aus dem Karrierebereich, oder binden sogar Blogs für
iPhone, iPad und Androids ein. Doch so ein umfassendes Angebot von Berichten und Neuigkeiten findet man natürlich auch im Netz. Darum muss jede/r Jobsuchende selbst entscheiden, wie sie oder er am liebsten Karriere macht - am Desktop oder unterwegs am mobilen Endgerät. Die Stellenangebote sind dort wie da dieselben, lediglich die Bedienung ist unterschiedlich. Zudem sollte man die Gefahren und die Vorteile der sozialen Netzwerke nicht unterschätzen. Sich schon vorab, völlig unaufdringlich im Web zu präsentieren, kann schon einmal zu einem Jobangebot eines Unternehmens führen. Doch mit dem falschen Facebook-Auftritt, ungeschickten Meldungen oder unpassenden Fotos kann man auch ganz schnell aus dem Rennen um einen begehrten Arbeitsplatz sein.

 

 

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