Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate


"Die Ökonomie von Gut und Böse" von Tomáš Sedláček ist im Hanser Verlag erschienen. Es kostet in Österreich 25,90 Euro.
Um zu verstehen, dass wir unser heutiges Wirtschaftssystem wieder ändern müssen, begibt sich der tschechische Ökonom Tomáš Sedláček auf eine Reise durch 4.000 Jahre Menschheitsgeschichte. Anhand des uralten Gilgamesch-Epos und der Schriften des Alten Testaments zeigt der Autor, wie nah und fern zugleich das Heute vom Gestern ist.
Die jahrtausendealten Werke fördern unter der Lupe des Tschechen Erkenntnisreiches hervor. Sie zeigen, wie prägend Geschichten sind. Diese machen das Leben wie die geistige Verfassung einer Nation erst bedeutsam. Die heutige Ökonomie sei eine Art des Geschichtenerzählens, deren Zeit abgelaufen sei, ist Sedláček überzeugt.
Was uns AAA sagen kann
Wenn man das Leben als Geschichtenerzählen versteht, dann ist die Sprache naturgemäß von Bedeutung. Für den tschechischen Ökonomen ist die Mathematik aber nur eine Form, um wirtschaftliche Zusammenhänge erfassen zu können. Die Namensgebung sei ungleich wichtiger, wie die jüdische Lehre, konkret das erste Buch Mose, zeige. Ohne sie existiere die Realität nicht, sie werde zusammen mit der Sprache erst erschaffen. "An etwas, für das es in unserem Kopf kein repräsentatives Symbol gibt, können wir gar nicht denken", verweist Sedláček auf den österreichischen Philosophen Ludwig Wittgenstein.
Das Ganze klingt außerordentlich aktuell in Zeiten von Triple-A (AAA), Kreditausfallversicherungen (CDS) und hypothekenbesicherten Wertpapieren (MBS). Rufen wir uns in Erinnerung, die Schlagzeile "Ratingagentur nimmt Österreich Triple-A weg" bekommt allein durch das symbolhafte AAA überhöhte Bedeutung. Sedláček kritisiert das auch gar nicht, verweist aber auf die menschliche Verantwortung bei der Namensgebung. Man kann ein Glas halb voll oder halb leer sehen.
Illusion der Kontrolle
Alles beginnt mit Gilgamesch. In diesem über 4.000 Jahre alten Epos wird die Illusion beschworen, alles kontrollieren, alles rational beschreiben zu können. Der sumerische König und Halbgott Gilgamesch will über der Natur stehen. Im Sinne der Zivilisationsgeschichte misst er sich daran, ob er "um sich herum eine konstante Umgebung schaffen kann", so Sedláček. Die Stadt will der König mit einer gigantischen Mauer schützen, sich so im wahrsten Sinne des Wortes unsterblich machen.
Die städtische Arbeitsteilung geht bei ihm mit Knechtschaft konform. Er sieht seine Untergebenen als beliebig einsetzbaren Faktor in seiner Unsterblichkeitsgleichung an. Als er im nicht sesshaften "Wilden" Enkidu einen Freund fürs Leben findet, ändert sich seine Einstellung. Er will den Menschen dienen und teilt mit seinen Untertanen eine wichtige Erkenntnis: Bist du nicht mehr von der Natur abhängig, dann von deinen Mitmenschen. Unsterblichkeit, der Sieg über die Natur, weicht ewigem Ruhm in Form der Geschichtsschreibung.
Das Judentum gibt dem Materiellen Sinn
Völlig konträr geht es das Alte Testament an. Die Natur, das nicht sesshafte Leben werden idealisiert. Der Bauer Kain erschlägt den Hirtennomaden Abel, der Jäger Esau wird von seinem sesshaften Bruder Jakob betrogen. Die Stadt war zunächst Symbol für Sünde und Dekadenz – exemplarisch dargestellt im später von Gott zerstörten Babylon. Aber auch wenn Natürlichkeit einen hohen Stellenwert hat, förderte das alttestamentarische Sich-die-Erde-Untertan-Machen materiellen Reichtum für den Einzelnen.
Den endgültigen Drive, den das Judentum der antiken Wirtschaftswelt gab, so Sedláček, war aber ihr Zeitbegriff. Anders als die Sumerer interessierten sich die Hebräer fürs Übermorgen und maßen ihre Errungenschaften an der Vergangenheit. Erst dann mache es Sinn "Bereiche zu erforschen, wo die Früchte erst in der nächsten Generation reifen". Die Idee des Fortschrittes war geboren.
Zurück zum Ursprung
Sedláček jedenfalls setzt seine Tour durch die "Kathedrale von Denkgerüsten" auf insgesamt 400 Seiten fort. Den Griechen und frühen Christen folgen im Mittelalter ein Thomas von Aquin, später in der Neuzeit dann Utilitaristen wie John Stuart Mill, seines Zeichens Mitbegründer der klassischen Ökonomie, oder die heutigen "Mainstream-Ökonomen" wie Paul Samuelson.
Interessant ist dabei, wie der Autor versucht, diese einzelnen Strömungen systematisch zu verorten. Er tut das, indem er die Bedeutung des gemeinwohlorientierten Denkens zum Maßstab macht. So legt er die alttestamentarischen Schriften wirtschaftsliberaler als die neutestamentarischen Werke aus. Gleichwohl sind für ihn Judentum und Christentum weit weg vom primär eigennützigen Homo Oeconomicus, heutzutage von den gängigsten Ökonomen postuliert, oder gar von einem Bernard Mandeville, der das private Laster als eigentliche Quelle des Gemeinwohls sah.
So zeigt zum Beispiel die neutestamentarische Bergpredigt, wie weit sich Finanzwelt und jüdisch-christlicher Glaube voneinander entfernt haben. Während Goldman-Sachs-Banker Lloyd Blankfein, selbst Jude, in seiner Arbeit "Gottes Werk" sieht, erteilt Jesus dem "Mammon" eine Absage. Und weiter: "Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel für seine Füße." Diese Bescheidenheit ist vielen Bankern fremd.
Gut und Böse
Mit auf die Reise, die nichts für Schnellleser ist, gibt uns Sedláček den Rat, zufriedener mit dem Erreichten zu sein. Alles andere wäre ein Warten auf Godot. Was sich aber nicht ändere, sei die Aufgabe seiner Zunft: "Die Menschen haben von den Ökonomen schon immer vor allem wissen wollen, was gut und was böse oder schlecht ist, und das ist bis heute so geblieben", ist sich der Tscheche sicher. Es ist an der Zeit, dass auch seine Kollegen von Harvard bis Singapur auf den Zug aufspringen. Und bessere Geschichten erzählen. (sos, derStandard.at, 21.3.2012)
Tomás Sedlácek lehrt an der Prager Karls-Universität, ist Chefökonom der größten tschechischen Bank CSOB und Mitglied des Nationalen Wirtschaftsrats in Prag. Während der Amtszeit des tschechischen Präsidenten Václav Havel arbeitete er als dessen Berater. Sein Buch "Die Ökonomie von Gut und Böse", erschienen im Hanser Verlag, ist ein Bestseller.
Industrieroboter, Gott und eine Welt ohne Menschen: In Ernst-Wilhelm Händlers Wirtschaftskrimi geht es graumsam zu
Wie ließe sich der Teufelskreis aus Billigstproduktion und Billigstkonsumation im Textilbereich durchbrechen? Ein neues Buch zeigt Wege auf
Die freie Marktwirtschaft ist für Walter Wittmann gescheitert, der Wohlfahrtsstaat hat ausgedient: Der Schweizer hält eine Radikalkur für nötig
Raus aus der fatalen Finanzwelt: Wie das gehen könnte, verrät der Thomas Fricke im Buch "Wieviel Bank braucht der Mensch"
Griechenland bedeutet für viele Krise, Schulden und Staatsbankrott. Aber wie geht es den Menschen vor Ort?
Florian Pressler: "Die erste Weltwirtschaftskrise. Eine kleine Geschichte der Großen Depression"
Sachcomic mit Schwerpunkt auch auf Wirtschaftswissenschaften zu Keynes
Die Arbeit hoch! Aber wieso denn eigentlich? Ein Lesebuch lässt Arbeitskritiker gegen die Fanatiker der Produktivität antreten
Um die großen Debatten heute zu verstehen, lohnt sich die Beschäftigung mit den Ideen früherer Ökonomen
Neoliberale Zauberlehrlinge haben für den Philosophen Oskar Negt ganze Arbeit geleistet, doch mit betriebswirtschaftlicher Denke sei kein Europa zu haben
Noch vor den Kunden müssen die Mitarbeiter zu "Fans" der Firma werden. Anne Schüller plädiert deshalb für einen neuen Typ Chef
Wie gegensätzlich die Einschätzungen von Wissenschaftern zur Eurokrise sind, zeigen zwei Neuerscheinungen
Krise reloaded: Der Foto-Band "Im Bann der Schattenjahre" wirft einen Blick auf Wien zwischen 1929 und 1933
Oberschicht und Unterschicht haben für Walter Wüllenweber eins gemein: leistungsloses Einkommen und Tricksen
Wer das Geld hat, hat die Macht. Hans Jürgen Krysmanski geht in "Das Imperium der Milliardäre" dieser Binsenweisheit nach
Der Ökonom Hans-Werner Sinn hat viel Kritik heraufbeschworen. In seinem Buch "Die Target-Falle" erläutert er seine Ansätze
Sedlacek ist eine interessante Persoenlichkeit. Er ist unter anderem ein Gegner materiellen Wachstums ohne Bezug zur Werteebene/ ethischen Grundsaetzen, etc., und das als Chief Economist der groessten Bank Tschechiens (die CSOB ist Tochter der belgischen KBC Bank). Seine Definition vom klassischen Einfamilienhaus: "die Haueser in denen wir wohnen, die den Banken gehoeren, wir nennen das Hypothek". (die CSOB Group hat das groesste Mortgage Poerfolio in CZ!)
Ich glaube er wollte unter anderem zeigen, dass die Oekonomen sich nicht "wertfrei" (Religion, Ethik, etc. ...) vom Gesamtbezugsrahmen absondern koennen, was sie aber immer getan haben. Und damit hat er verdammt recht.
Schauen wir uns doch an, was sich da draussen abspielt!
Die Kreativbuchhalter auf der Prisch...
von den Staatskünstlern:
http://www.youtube.com/watch?v=MngVB9_Gufo
das Wort in den Mittelpunkt zu stellen, geht an der Sache vorbei. Nebenbei bemerkt garantiert ein Wort noch gar nichts: JedeR von uns hat ein ganz spezielle Kombination von "Bedeutungen" im Kopf, wenn er/sie das Wort "Schule" liest.
vielleicht mal besser recherchieren, bevor so coole Bücher auf die Allgemeinheit losgeslassen werden ...
Mein Mandant Enkidu begehrt hiermit folgende Gegendarstellung:
"Dies ist unrichtig. Ich war zwar Gilgamesch auf einer Jagdgesellschaft, aber solche Einladungen bekomme ich öfters. Im Übrigen war der Himmels-Stier offiziell zum Abschuss freigegeben, und ich hab dafür auch mit dem Leben bezahlt."
mfkG
Ron Paul der US-Präsidentschaftsanwärter (und ehemaliges Mitglied des Goldausschusses) erklärt, dass Amerika kein Gold mehr besitzt. Das Gold wurde von der FED (einer Privatbank, einem Kartell) geklaut.
http://youtu.be/1-18YoMQv... ?t=1h7m33s
Ohne die Erfindungen könnten sich alle die Bankhäuptlinge, Credit Default Spekulanten, Leerverkäufer und sämtliche Wichtigmacher "brausen gehen", wie man bei uns sagt. Durch Erfindungen sind unsere Lebensstandards gestiegen und ist auch ein Grundeinkommen für alle denkbar.
Natürlich haben sich wie immer einige Gieralde das meiste vom Erfinder-Nutzen unter den Nagel gerissen und protzen jetzt herum und faseln von Leistung. Dabei haben sie selbst zum Fortschritt nix beigetragen...
Die meisten Erfinder sind nicht reich geworden, sondern haben ihre Ideen deer Gesellschaft fast selbstlos zur Verfügung gestellt. Sie haben von den Gieralden "Stank für Dank" bekommen, wie man in Holland sagt.
Den Gieralden verdanken wir wenig....
Aber jeder Erfinder steht vor der Frage, wie er seine Idee erfolgreich umsetzen kann. Daran scheiterte selbst Zuse, der Erfinder des Computers.
Erfolg heisst: es braucht einen Kunden, der Kunde will erkannt, bedient und umsorgt werden. Er will kein Produkt, sondern eine Lösung, die funktioniert.
All dies kostet natürlich Geld. Also braucht der Erfinder jemanden, der ihn finanziert und seinen Glauben an die Sache teilt. Ohne seinen Finanzier Bolton, wäre James Watt und seine Erfindung bestenfalls einen Fußnote geblieben.
Und selbst wenn man einen Finanzier findet, bedeutet dies noch nicht automatischen Reichtum. Auch wenn einer den anderen von den beiden braucht, letztlich entscheidet der Kunde, der Markt darüber.
Ich kann sehr wohl über etwas nachdenken, auch wenn ich noch kein Wort dafür habe.
Ich erwidere also mit Faust:
Denn eben wo Begriffe fehlen,
da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.
Mit Worten läßt sich trefflich streiten,
mit Worten ein System bereiten,
an Worte lässt sich trefflich glauben,
von einem Wort lässt sich kein Iota rauben.
Natürlich versucht der Glaube immer die dem Menschen eigene Gier zu unterdrücken - denn dann wäre er ja nur noch sekundär. Wer den Glauben als dominantes Ziel im Leben der Menschen festigen will muss versuchen diesen die Gier auszureden. Simple Machterhaltung.
Allerdings ist es höchst naiv so zu tun als wäre unser heutiges Wirtschaftssystem nur eine Fußnote der Geschichte. Schon immer wollten die Menschen mehr, das kann man bei jedem antiken Autor nachlesen, das sieht man schon in Keilschrifttafeln. Der einzige Unterschied ist dass es heute viel mehr wohlhabende Menschen gibt als früher und dass die Vorteile des Kapitalismus heute allen offenstehen, nicht mehr nur gesellschaftlich und politisch privilegierten. Eine Demokratisierung also!
heute bin ich höflicher als unlängst, wo sie mit einer weissen borniertheit meinten den teil-verseerten arbeiter armeen in china "ginge es eh nicht so schlecht":
- was sie da schreiben ist unsinn, es gibt auch andere antriebe als monetäre gier - nur werden uns die systematisch aberzogen, weil irgendwann die profiteure entschieden aus der gier ein naturgesetz zu machen, und dies "wirtschaftswissenschaften" zu nennen.
wesen, dass gerade soviel mit anderen kooperiert hat wie für den eigenen vorteil notwendig war, lange bevor es die wirtschaftswissenschaften gab.
daran ändern auch vereinzelte beispiele von selbstlosigkeit oder phasen in denen der mensch zivilisierter mit seinen artgenossen umgeht, nichts.
aber natürlich verträgt sich das nicht mit dem wunschbild einer in zarten pastelltönen gemalten gesellschaft in der sich alle lieb haben und vor lauter selbstverwirklichung den ganzen tag dichten, singen, malen und tanzen.
Neueste Erkenntnisse der Neurologie, Psychologie und Verhaltensvorschung zeigen, dass Menschen tendentiell mehr zu Kooperation als zu Konkurenz neigen. Die Interpretationen von Darwin (er war genausowenig "Darwinist" wie Marx "Marxist" war!) und die Meinungen von Richard Dawkins ( "Ego-Gen"; er verwendet Begriffe aus der Wirschaft, um biologische Vorgänge zu beschreiben - Grundlage für die neoliberale "Religion"!) sind heute wiederlegt!
Siehe: http://www.3sat.de/mediathek... &obj=25968
Und: Richard David Precht: Die Kunst, kein Egoist zu sein (philosophisch und evolutionsbiologische Gedanken zum Thema!)
schließen sich ja nicht aus. denken sie an eine fussballmannschaft - da kooperieren 20, 22 mann und gleichzeitig stehen einige von ihnen in direkter konkurrenz zueinander (z.b. 5 stürmer, von denen immer nur 2 spielen oder 2-3 tormänner von denen nur 1 aufgestellt wird).
oder denken sie an ein unternehmen - da kooperieren die leute in einer abteilung ja auch miteinander, weil sie die arbeit vom tisch kriegen müssen und trotzdem stehen sie gleichzeitig in einer beinharten konkurrenzsituation wenn es um die frage nach der nächsten beförderung geht.
und menschliches verhalten mit genforschung zu beschreiben ist schon ein wenig "seltsam"...
Siehe weiter unten bei StringerBell: es waren Leute wie Prof. Binswanger, die dies in Studien belegen. Das ist als nicht meine Idee und "Erfindung": Kooperatives Verhalten wird vorgezogen, denn wenn letztlich konkurrierends dominierte (in Ihrem Beispiel einer Firma etwa), wäre das zum Schaden aller (der Firmenerfolg würde leiden).
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.