Überlasser gegen mehr Rechte für Leiharbeiter

20. März 2012, 14:34

Gleichstellung von Zeitarbeitern mit dem Stammpersonal ist das Ziel eines neuen Gesetzes, die Arbeitskräfteüberlasser drohen mit Auflösung des KV

Wien - Die Arbeitskräfteüberlasser wehren sich gegen das geplante Arbeitskräfteüberlassungsgesetz (AÜG), das eine Gleichstellung von Zeitarbeitern mit dem Stammpersonal zum Ziel hat. Das AÜG soll den temporär beschäftigten Mitarbeitern etwa die Nutzung der Gemeinschaftseinrichtungen wie Kantine und Betriebskindergarten sowie den Zugang zu Bildungsangeboten und Bonifikationen ermöglichen. Weiters sprechen sich Manpower, Trenkwalder und Co gegen die Auflösungsabgabe von 110 Euro bei Beendigung des Dienstverhältnisses aus. Auch die Information ihrer Beschäftigten über die Beendigung des Überlassungsverhältnisses zwei Wochen vor dem Auslaufen lehnen sie ab.

Die Zeitarbeitsfirmen sehen bei der Umsetzung der AÜG ein Viertel der 250.000 Leiharbeitsjobs gefährdet, außerdem könnte das Gesetz die Industrie ins Ausland treiben. Trenkwalder-Chef Klaus Lercher rechnete am Dienstag Journalisten vor, dass durch die Auflösungsabgabe pro Mitarbeiter nach zwei Monaten Leiharbeit gerade 60 Euro Deckungsbetrag übrig bleiben. Besonders ärgert ihn, dass die Abgabe auch dann geleistet werden muss, wenn der Leiharbeiter ins Stammpersonal übernommen wird. Sollte das AÜG wie geplant beschlossen werden, könnte das das die Aufkündigung der derzeitigen Kollektivvertrages zur Folge haben, warnten die Branchenvertreter.

Das Arbeitskräfteüberlassungsgesetz ist die nationale Umsetzung der EU-Zeitarbeitsrichtlinie, sie soll am 1. Juli 2012 in Kraft treten.

Gewerkschaft: "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit"

Die Metallergewerkschaft Pro-Ge schreibt den Arbeitskräfteüberlassern ins Stammbuch: "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit." Die Forderung der Zeitarbeitsfirmen nach einer Änderung des geplanten Arbeitskräfteüberlassungsgesetzes wird zurück gewiesen, ein heute unterschwellig angedrohter Ausstieg aus dem Leiharbeiter-Kollektivvertrag durch die Arbeitgeber bezeichnet Pro-Ge-Chef Rainer Wimmer als "völlig fehl am Platz". Leiharbeit werde nicht mehr nur zur Spitzenabdeckung eingesetzt, sondern werde von einigen Unternehmen als Billigkonkurrenz zur Stammbelegschaft benutzt, so Wimmer.

Unterstützt wird er von den Grünen, wenn auch nur mit Einschränkung. "Der vorliegende Entwurf ist bereits ein Kompromiss, der wichtige Probleme gar nicht aufgreift. Diese sind die Überwälzung der Kosten für Stehzeiten der Leiharbeiter auf das AMS und die übermäßige und zweckentfremdende Nutzung von Leiharbeit, sowie die häufige Umgehung von arbeitsrechtlichen Vorgaben", so die Arbeitnehmersprecherin der Grünen, Birgit Schatz. (APA, 20.3.2012)

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per gesetz die arbeitskräfteüberlasser verbieten.

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