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Herr der Kugeln: Marcel Hirscher.
Wien - Drei Seidel Bier in vier Tagen. Mehr, sagt Marcel Hirscher, ist sich feiertechnisch noch nicht ausgegangen seit Samstag. Denn seit dem großen Triumph in Schladming, dem Gewinn des Gesamtweltcups, gibt er quasi von früh bis spät Interviews. "Das stresst mich gar nicht. Der Sommer ist lang genug. Da werde ich sicherlich genug ruhige Momente haben. Cool, wenn man die eigenen Geschichten erzählen kann und den Leuten näherbringt, wie man es selber sieht", berichtet der 23-jährige Salzburger.
Gestern, Dienstag, trat er bei seinem Kopfsponsor auf. Leodegar Pruschak, Geschäftsführer der Zentralen Raiffeisenwerbung, ist naturgemäß begeistert. "Hirscher ist ein Glücksfall für den Skisport. Und für uns." Pruschak sprach davon, dass Hirscher bestens in die Liste der Testimonials passe, wie Niki Lauda, Gerhard Berger, Thomas Muster oder Hermann Maier. "Meine Name kommt mir noch immer fremd vor in dieser Liste. Das ehrt mich sehr. Cool, dass schon wieder so viele Leute gekommen sind. Ich muss einiges richtig gemacht haben." Hirscher würde es reizen, Werbespots wie Maier zu drehen. Pruschak: "Natürlich geistert das in unseren Köpfen. Aber wir haben uns auch bei Maier Zeit gelassen. Der Sportler soll sich zuerst auf seinen Hauptjob konzentrieren."
Da Hirschers Mama eine Holländerin ist, erzählt man sich auch im flachen Land von seinen Taten in den Bergen. "Die Tante schickt mir die meisten Online-Berichte und scannt die Tageszeitungen ein. Die freuen sich riesig. Auch in Holland kriege ich Titelseiten. Cool", erzählt Hirscher.
In einem Standard-Interview vor dem Weltcupfinale sagte Hirscher, er könne mit dem Begriff Star nicht viel anfangen. Und jetzt, da ihn so viele für einen halten: "Ich fange damit eigentlich noch immer nichts an. Wo fängt der Star an, wo fängt Luxus an, wo hört es auf? Die Frage ist, wer einen zum Star erklärt. Ich mich selber nicht." Und wen hält er, Hirscher, für einen Star? "Brad Pitt, die Jolie dazu, David Beckham, Rihanna. Ich möchte aber nicht mit deren Leben tauschen. Wenn man über die nationalen Grenzen hinaus bekannt ist, dann ist man ein Star. Der Star ist aber auch die Krankenschwester, die jeden Tag Menschen bestmöglich versorgt."
In den nächsten beiden Wochen wird Hirscher die neuen Riesenslalom-Ski testen. Und dann beschließen, ob er den Super-G, in dem er beim Finale in Schladming sensationell Dritter wurde, als dritte Disziplin in sein Programm aufnehmen wird. "Denn bei der WM in Schladming werden sie mich nicht fahren lassen, nur weil ich ein netter Kerl bin." (Benno Zelsacher, DER STANDARD, 21.3. 2012)
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wer hätte gedacht, dass österreich so bald wieder einen gesamtweltcupsieger stellt - sah es in den letzten jahren dsbzgl. doch eher schlecht aus.
aber nicht nur sportlich sondern auch punkto medien- und publikumswirksamkeit ist hirscher ein glücksfall und der legitime nachfolger von hermann maier.
nichts gegen benni & co, alles nette burschen, aber ihre antworten wirken oft stereotyp - ganz im gegesatz zu hirscher, der redet wie ihm der schnabel gewachsen ist und dabei sehr sympathisch und frisch rüberkommt.
Er ist nur ein halber Holländer. Daran wirds liegen. ;-)
Die holländische Toleranz und Weltoffenheit verbindet sich mit der österreichischen Zurückhaltung und Bescheidenheit, die wenn sie rein auftritt einen Zug von Minderwertigkeitskomplex bzw. Größenwahn hat.
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