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„Anhand der Kurzvideos können sich Patienten im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild von den operativen Behandlungsmethoden eines Bauchaortenaneurysmas machen. Zu sehen sind eine endovaskuläre und eine offene Operation. Die Eingriffe werden anschaulich und verständlich erklärt, um dem Patienten auch mögliche Ängste zu nehmen", so Afshin Assadian, Wissenschaftlicher Sprecher des Gefäßforum Österreich (GFÖ) und Vorstand der Gefäßchirurgie des Wilhelminenspitals Wien.
Wien - Das Bauchaortenaneurysma zählt zu den gefährlichsten und lebensbedrohlichsten Gefäßerkrankungen. Viele Todesfälle und schwere Folgeerkrankungen könnten durch umfangreiche Aufklärung und rechtzeitige Behandlung verhindert werden. Die neuen OP-Videos sind ein wichtiger Beitrag der im September 2011 gestarteten österreichweiten Aortenaneurysma-Informationskampagne des GFÖ. Neben der Informationsbroschüre sollen die Videos über die zwei möglichen, operativen Behandlungsmethoden eines Bauchaortenaneurysmas aufklären. Bei beiden Operationstechniken wird das Bauchaortenaneurysma aus dem Blutfluss genommen, der Blutdruck wirkt nicht mehr auf die kranke Gefäßwand und das Bauchaortenaneurysma kann nicht mehr platzen.
Eingriffe im Normalfall unkompliziert
Der live im Video zu sehende endovaskuläre Eingriff mittels Stent ist im Normalfall unkompliziert, dauert durchschnittlich nur eineinhalb Stunden und wird in Lokalanästhesie vorgenommen. Assadian: „Bisher wurde meistens in Allgemeinnarkose operiert. Jetzt kann auch bei 80- und 90-Jährigen ein großes Bauchaortenaneurysma in Lokalanästhesie sicher behandelt werden. Bei dieser Patientengruppe ist eine offene Operation sehr belastend und mit einer deutlich höheren Sterblichkeit als bei 60- und 70-Jährigen behaftet." Beim Stent handelt es sich um eine Y-Prothese, bei der offenen Operation wird eine Kunststoffprothese verwendet. Die offene Operation wird in dem zweiten OP-Videoclip von Assadian an einem Vascular International (VI) Simulationsmodell demonstriert. Das verwendete VI Modell wird weltweit auch für praktische Trainingskurse für Gefäßchirurgen eingesetzt.
Der operative Eingriff ist durch neue Operationstechniken einfacher und risikofreier geworden.
„Bei einem kleinen Bauchaortenaneurysma ist eine invasive Therapie in Form einer offenen Operation oder mittels Stentgraft noch nicht notwendig. Der Patient sollte Risikofaktoren wie etwa Rauchen und Übergewicht reduzieren und eine jährliche Ultraschalluntersuchung durchführen lassen. Neue medikamentöse Therapien können ebenfalls das Bauchaortenaneurysma am Wachsen hindern", so Assadian. (red, 20.3.2012)
Bestellung Informationsbroschüre Aneurysma: kostenlose Hotline 0800 207942
Wissen:
Das Bauchaortenaneurysma ist eine Erkrankung des Gefäßsystems. Das Risiko, daran zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter, besonders ab dem 60. Lebensjahr. Ärzte schätzen die Zahl der an einem Bauchaortenaneurysma leidenden ÖsterreicherInnen auf 70.000. Davon ist jedes Zehnte behandlungswürdig. Eine offene oder endovaskuläre Therapie wird von Gefäßmedizinern empfohlen, wenn bei Frauen der Durchmesser der Bauchschlagader mehr als fünf Zentimeter aufweist, bei Männern mehr als fünfeinhalb Zentimeter.
Gefährlich ist das Bauchaortenaneurysma, wenn es rupturiert. Für rund 90 Prozent der Betroffenen endet ein solcher Vorfall tödlich: Die Dunkelziffer liegt bei geschätzten 900 Todesfällen pro Jahr. Überlebende haben dabei mit gravierenden Folgen (künstlicher Darmausgang, Verlust der Nierenfunktion mit notwendiger Dialyse, Amputationen, Wundheilungsstörungen etc.) zu kämpfen.
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