Hinrichtungen in Weißrussland: Verräterische Eile

Kommentar | Josef Kirchengast
19. März 2012, 19:18

Welches Motiv sollten zwei bis dahin unauffällige junge Männer haben, ein Blutbad unter ihren Landsleuten anzurichten?

Staatsterror war für Diktatoren jeglicher Spielart schon immer ein probates Mittel, das Volk einzuschüchtern und von Problemen abzulenken. Stalin, Hitler, Mao und die Roten Khmer in Kambodscha brachten es darin zu einer Meisterschaft, die Millionen Menschen das Leben kostete. Aber die Liste gelehriger Schüler ist lang.

Der Verdacht, dass auch der Anschlag auf eine U-Bahn-Station in der weißrussischen Hauptstadt Minsk am 11. April 2011 ein Akt staatlichen Terrors war, konnte durch die vorgebliche schnelle Aufklärung des Verbrechens nicht ausgeräumt werden. Im Gegenteil: Ungereimtheiten und Widersprüche häuften sich, nachdem die Verdächtigen nur Stunden nach dem Anschlag ausfindig gemacht waren und Diktator Alexander Lukaschenko persönlich die Klärung des Falles verkündete.

Aber die offiziellen Darstellungen widersprachen einander in vielen Punkten. Ungeklärt blieb vor allem die zentrale Frage: Welches Motiv sollten zwei bis dahin unauffällige junge Männer haben, ein Blutbad unter ihren Landsleuten anzurichten? Nicht nur innerhalb der geknebelten weißrussischen Opposition ist daher die Überzeugung weitverbreitet, dass der Anschlag vom Regime inszeniert wurde. Mit der raschen Hinrichtung der beiden Verurteilten sollten die entscheidenden Mitwisser beseitigt werden, wie das zuvor schon mit den umstrittenen Beweisen geschehen sei, vermuten viele.

Weißrussland erlebt die schwerste Wirtschaftskrise seit der Unabhängigkeit und hängt am Tropf des großen russischen Bruders. Beim Gipfel der Eurasischen Union am Montag in Moskau durfte sich Lukaschenko dennoch als Gleicher unter Gleichen geben - und nicht zu Unrecht. Denn obwohl es graduelle Unterschiede in der Machtpraxis gibt, gilt auch für Russland, die Ukraine und Kasachstan nach wie vor: Die Justiz ist Instrument der Politik. (Josef Kirchengast, DER STANDARD, 20.3.2012)

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Die Nr. 2 der Alkaida.

Herr Kirchengast welche Motivation sollte Breivik gehabt haben ein Blutbad unter seinen Landsleuten anzurichten.

Hass ist die Antwort.
Ihre Meisterleistung Lukaschenka mit Stalin und Hitler zu vergleichen, kann Ihnen sicherlich niemand ueberbieten. Schaemen Sie sich nicht dafuer ?
Bitte teilen Sie uns auch mit an welchen Tropf des grossen Russischen Bruders haengt, In Russland gilt der Spruch "Wir haben ja nichts zu verschenken"
Bisschen besser informieren, dann klappt es vielleicht einmal auch mit einem ausgewogenen Kommentar ohne die ueblichen Slogans.

Die Justiz ist Instrument der Politik

Und bitte wie unterscheidet sich da Weißrussland von Österreich, Deutschland, Italien, Spanien...

Irgendwie nervt es, dass der Lukaschenkow dauernd dafür geprügelt wird, dass er verschiedene - aus Amerika heraus finanzierte - UmsturzNGOs aus dem Land geworfen hat.

haben wir in österreich die todesstrafe? oder wurden die gegenkandidatInnen von heinz fischer ins gefängnis gesteckt?

Klar haben wir die (Vertrag von Lissabon)

Nämlich bei Aufruhr.

Bis dahin wird nun mit Gummigeschossen aufs Volk geschossen, den Tod billigend in Kauf nehmend.

diese lüge wird auch durch mehrfaches wiederholen nicht wahrer (und bitte nicht wieder das eine zitat bringen, das nachweislich NICHT aus dem vertrag vom lissabon stammt, sondern aus einer alten, nicht mehr gültigen fassung der EMRK).

So enorme Zuwächse bei den Selbstmordraten wie in der EU hat der Belarus aber nicht.

dass wir keine todesstrafe haben, heisst ja noch lange nicht, dass die justiz nicht instrument der politik wäre.
und die gegenkandidatin fischers wurde nicht ins gefängnis gesteckt (obwohl einige standard poster das vehement für rechte politiker fordern) sondern lediglich medial diskreditiert (was in ihrem fall zugegebener massen nicht schwierig war).

der präsident von belarus heisst lukashenko, ned lukashenkow. man merkt, das thema ist dir fremd. und wenn du keinen unterschied in der beziehung zwischen justiz und politik zwischen belarus und bspw österreich siehst, ist auch dein urteilsvermögen ganz schwach ausgebildet. zum schluss deiner wortspende kommt dann das, was die meisten antis beschäftigt: amerika.

armselig bis in die knochen.

er heißt auf weißrussisch lukaschenka. lukaschenko ist russisch. und lukashenko ist die englische schreibweise der russischen version.

"lukashenko" heisst er vielleicht in us medien, im deutschen sprachgebrauch heisst er "lukaschenko".
peinlich, andere user auszurichten und selber keine ahnung zu haben :)

Der kalte Krieger Kirchengast in Hochform

Ja, unglaublich.

Dabei erspart L seinem Land die EU.

Ups , da sind die Verschwörungstheoretiker unterwegs.

Was man nicht alles so versucht um der political correctness, die Lukaschenko bashing ultimativ verlangt, Genüge zu tun.
Das auch der Standard sowas nötig hat ist zwar nicht neu aber in dieser grotesken Form unüblich.
Offensichtlich genügt es nicht es mit einem Malefikanten zu tun zu haben, man muss noch dazu billige Propaganda "Wahrheiten" entwickeln um sich besonders hervor zu tun.
Analogien mit Medien aus den vierziger Jahren können nicht übersehen werden.
Qualitätsjournalismus geht anders.

Mit den vierziger Jahren kennst du dich ja bestens aus, bist ja auch für "Meinungsfreiheit"!

und in der nächsten folge unserer serie "berühmte verschwörungstheorien" lesen Sie
josef "aluhut" kirchengasts analyse "die mondlandung: fake des jahrhunderts"..."...

es ist schon ein spass, mit welcher selbstvertändlichkeit solche journalisten alles, was ihnen nicht in die eigene ideologie passt, als "verschwörungstheorie" abtun, gleichzeitig aber, wenn es ins ideologische bild passt, das gleiche völlig hemmungslos praktizieren.
glaubwürdig wie immer :)

ich frag mich, wieso sie ein so großes bedürfnis haben, tag für tag lukaschenko zu verteidigen. als ob er für sie der größte held der menschheitsgeschichte wäre...

um Ihrem bedürfnis, jeden tag irgendwelche zeitungsinhalte völlig ungeprüft nachplappern zu müssen, etwas entgegenzusetzen.

bravo, eine wirklich grandiose replik...

Wobei man muss sagen, vieles war in der Tat unstimmig und merkwürdig.

Und von Todesstrafen halte ich nun mal überhaupt nichts.

ich halte auch nichts von der todesstrafe aber "unstimmigkeiten" gib es allerorts. wer sie woanders ortet, wird verschwörungstheoretiker genannt, wer sie hier ortet soll dann wohl als "kritischer journalist" gelten.
als hätten krirchengast und kollegen irgendeine "oberhoheit" zur bestimmung von "realitäten" und "verschwörungstheorien". das haben sie nicht. auf was hinaus auch?

#Klär uns auf, oh weiser Papst - bin mir sicher nicht nur ich bin furchtbar gespannt auf deine Enthüllungen.

sinnlos, Sie aufzuklären. Sie werden immer einer bleiben, dem nichts einfällt.

Heut so resignativ? Macht nichts, wird schon wieder!

gegen die dummheit ist nicht anzukommen.

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