Leichtathleten und Radler sterben signifikant früher

12. April 2012, 19:54
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Mannheim - Leichtathleten, Radfahrer und Schwerathleten sterben häufiger und früher an Herzproblemen, ergab eine Studie deutscher Forscher. Dafür waren die Lebensprofile von deutschen Olympiateilnehmern untersucht worden, in 54 Fällen anhand der bekannten Todesursache. Die Lebenserwartung dieser "Doping-affinen" Gruppe lag nach Angaben der Forscher in den Jahren 2000 bis 2011 bei nur 70,4 Jahren. Die der Gesamtbevölkerung bei 76,2 Jahren. (APA, red, DER STANDARD, 13.4.2012)

Teamwork lässt Gehirn von Menschen wachsen 

London - In Kooperation mit anderen lassen sich nicht nur Aufgaben leichter bewältigen. Die Fähigkeit zur Zusammenarbeit könnte auch dem Gehirn der Manschen zu seinem Wachstum verhelfen. Wie irische und schottische Forscher in den "Proceedings of the Royal Society B" berichten, zeigte sich bei Tests, dass Probanden umso bereiter waren, ihren Kollegen zu helfen, je besser entwickelt ihr Gehirn war.

Abstract
"Cooperation and the evolution of intelligence"

Schlafmangel macht anfällig für Diabetes

Washington - Nachtschichtarbeiter und Vielflieger haben womöglich ein erhöhtes Diabetes-Risiko. Durch Schlafmangel und eine Verschiebung des Tag-Nacht-Rhythmus gerate die innere Uhr leicht aus dem Takt, behaupten US-Forscher im Fachblatt "Science Translational Medicine" nach Versuchen mit Testpersonen, die über drei Wochen mit etwas über fünf Stunden Schlaf - und die unregelmäßig - auskommen mussten. Das könne dazu führen, dass die Bauchspeicheldrüse weniger Insulin bilde und sich Zucker im Blut ansammle. Die Versuchsteilnehmer hatten zudem einen verlangsamten Ruhe-Stoffwechsel, was die Entstehung von Übergewicht begünstigt.

Soziale Hierarchie bei Affen prägt Genaktivität 

London - Bei Rhesusaffen prägt der soziale Status das Erbgut. Das behaupten US-Forscher um Fachblatt PNAS, die bei den Tieren die jeweiligen Genaktivitäten in Relation zum Rang des Individuums untersuchten. Ähnliches könnte auch für den Menschen gelten, vermuten die Wissenschafter mit Verweis auf Studien, die zeigen, dass schlechter gestellte Menschen schlechte Gesundheitswerte aufweisen. (APA/red/tasch/DER STANDARD, 12.4. 2012)

Abstract
"Social environment is associated with gene regulatory variation in the rhesus macaque immune system"

Bub ohne Ohrmuschel erhielt in Wien Implantat

Ein Elfjähriger, der keine Ohrmuschel besitzt, hat nun als erstes Kind weltweit ein neues Knochenleitungsimplantat eingesetzt bekommen. Wie die Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten der MedUni im AKH Wien am Dienstag berichtete, hatte der junge Patient bisher über ein Stirnband mit einem externen Knochenleitungshörgerät gehört. Nun wird der Schall direkt über den Knochen an das Innenohr weitergegeben. (APA, red)

Erziehungswissenschafter Marian Heitger (1927-2012)

Am Karsamstag starb Marian Heitger, ehemaliger Vorstand des Instituts für Erziehungswissenschaften an der Universität Wien, im Alter von 84 Jahren. Der aus Deutschland stammende, katholisch geprägte Pädagogikprofessor hatte in seinen Büchern und in seinen tagesaktuellen Interventionen unter anderem für eine bessere Ausbildung von Pädagogen plädiert. (APA/red, DER STANDARD, 11.4.2012)

Streit um Standort von Riesenteleskop verlängert 

London - Die Entscheidung über den künftigen Standort der größten Teleskopanlage der Welt SKA lässt weiter auf sich warten. Bei einer Tagung der zuständigen Gremien in Amsterdam konnten sich die Teilnehmer nicht darauf einigen, ob Australien oder Afrika den Zuschlag erhält. 

Usain Bolt könnte 100 Meter locker in 9,45 laufen 

London - Der Mathematiker John Barrow hat im Fachblatt "Significance" errechnet, wie lange Sprinter Usain Bolt im Idealfall für die 100 Meter braucht. Bei gerade noch zulässigem Rückenwind, einem höheren Ort (d. h. geringerem Luftwiderstand) und einer normalen Reaktion beim Start würde Bolt statt 9,58 Sekunden (wie bei beim Weltrekord 2009 in Berlin) nur 9, 45 benötigen. (tasch/DER STANDARD, 7.-9.4. 2012)

Abstract
Significance: "How Usain Bolt can run faster - effortlessly"

Link
New Scientist: "No sweat for Bolt to break record, says mathematician"

Bei Fußballern kommt es auch aufs Köpfchen an

Stockholm - Wer es nicht im Kopf hat, muss es in den Beinen haben, heißt es gerne über Fußballer. Torbjörn Vestberg vom Karolinska Institut in Stockholm widerlegte nun dieses böse Vorurteil. Er fand im Fachblatt PLoS One heraus, dass Fußballer umso erfolgreicher sind, je mehr sie im Kof haben. Konkret mussten die Kickerinnen und Kicker Tests absolvieren, bei denen ihre sogenannten exekutiven Funktionen untersucht wurden, also ihre Aufmerksamkeit, ihr Arbeitsspeicher oder ihre Planungsfähigkeiten. Dabei zeigte sich ein eindeutiger Zusammenhang: Je besser diese kognitiven Fähigkeiten ausgebildet waren, desto mehr Tore schossen die Kickerinnen und Kicker. (tasch, DER STANDARD, 6.4.2012)

Abstract
PLoS One: Executive Functions Predict the Success of Top-Soccer Players

Starker Anstieg der kiffenden Senioren

London - In Zukunft werden sich die Drogendezernate auf einen gewissen Generationenwechsel vorbereiten müssen: Seit 1993 hat sich nämlich laut einer in Großbritannien durchgeführten und im Fachblatt "Age and Ageing" veröffentlichten Studie die Rate der Drogenkonsumenten bei den 50- bis 64-Jährigen auf das Zehnfache erhöht. (APA, red/DER STANDARD, 5.4. 2012)

Abstract
Age and Aging: "Prevalence of illicit drug use in people aged 50 years and over from two surveys"

Doch Freigabe der Daten über künstlichen Vogelgrippevirus

Seit Virologen einen hoch ansteckenden Erreger der Vogelgrippe im Labor erzeugten, der über die Atemwege übertragen werden kann, wurde heftig über die Freigabe der Daten diskutiert. Jetzt hat das Gremium der US-Regierung für Biosicherheit (NSABB) entschieden: Die umstrittenen Studien dürfen nun doch veröffentlicht werden - nach Überarbeitung der Manuskripte. (tasch, DER STANDARD, 4.4.2012).

Gen-Analysen haben nur beschränkte Aussagekraft

Baltimore/Washington - Aus dem gesamten Erbgut eines Menschen lässt sich nur begrenzt das Risiko für häufige Krankheiten wie Krebs vorhersagen. Zu diesem Ergebnis kamen US-Forscher im Fachblatt Science Translational Medicine nach der Auswertung Tausender Daten von eineiigen Zwillingen aus früheren Studien. (APA/red, DER STANDARD, 3.4.2012)

Abstract
Science Translational Medicine: The Predictive Capacity of Personal Genome Sequencing

Uni Wien übernimmt drei Einrichtungen der ÖAW

Wien - Drei Institute der ÖAW, das Institut für Europäische Integrationsforschung, die Kommission für Rechtsgeschichte Österreichs und Teile der Kommission für Linguistik und Kommunikationsforschung, gehen am 1. April an die Universität Wien. (APA, red/DER STANDARD, 30.3./1.4. 2012)

Klimawandel könnte Seen zeitweise rot färben

Linz/Wien - Mit der Erhöhung der Wassertemperatur und der Lichtintensität könnte die Wahrscheinlichkeit steigen, dass sich heimische Seen in Zukunft zeitweise rötlich färben. Das berichten Forscher des Institut für Limnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Fachblatt "Hydrobiologia". Verantwortlich dafür ist die starke Vermehrung der Burgunderblutalge unter veränderten klimatischen Bedingungen. Das wiederum könnte aufgrund der von der Alge gebildeten Giftstoffe eine Gefahr für Wasserlebewesen und das Trinkwasser darstellen. (APA, red) 

Abstract
Hydrobiologia: Deep living Planktothrix rubescens modulated by environmental constraints and climate forcing

Soziologe Manuel Castells erhält Holberg-Preis

Oslo - Der aus Spanien stammende Soziologe Manuel Castells, Emeritus der US-Universität Berkeley, erhält für seine Forschungen über Städte, Globalisierung und Medien den mit umgerechnet 591.000 Euro dotierten norwegischen Holberg-Preis. Castells Hauptwerk ist seine dreibändige Studie Das Informationszeitalter, die 2001 auch auf Deutsch erschien. (APA, red, DER STANDARD, 30.3.2012)

Geringe Erfolgsquote bei "Krebs-Durchbrüchen" 

London - Die meisten neuen wissenschaftlichen Ansätze, die Durchbrüche oder neue Hoffnungen für Krebstherapien versprechen, schaffen es später nicht in die Phase der klinischen Tests, berichteten US-Krebsforscher in der Fachzeitschrift "Nature". Tatsächlich lasse sich nur jede zehnte Ankündigung eines neuen Ansatzes zur Tumorbekämpfung später auch bestätigen.

Link
Nature: "Must try harder"

HPV-Impfung schützt auch bereits einmal Erkrankte 

Wien - Die Impfung gegen Humane Papillomaviren (HPV) verringert bei Patientinnen, die bereits Erkrankungen in Folge einer HPV-Infektion hatten, das Risiko einer neuerlichen HPV-assoziierten Krankheit deutlich. Das berichten Elmar Joura und Kollegen von der Universitätsklinik für Frauenheilkunde der Med-Uni Wien nach Analyse der Daten von 17.000 Probandinnen im angesehenen "British Medical Journal". (APA, red/DER STANDARD, 29. 3. 2012)

Link
BMJ: "Effect of the human papillomavirus (HPV) quadrivalent vaccine in a subgroup of women with cervical and vulvar disease: retrospective pooled analysis of trial data"

Tauchroboter zeichnet Fürze von Fischen auf

Meeresbiologen schickten eine neue Art von gleitendem Tauchroboter durch den östlichen Golf von Mexiko, um dort Tonaufzeichnungen zu machen. Wie die Forscher im Fachblatt Marine Ecology Progress Series berichten, nahmen die Mikrofone seltsame und bisher unbekannte Geräusche auf. Die Biologen gehen davon aus, dass es sich um Fischfürze handeln dürften. (tasch)

Abstract
Marine Ecology Progress Series: Shelf-scale mapping of sound production by fishes in the eastern Gulf of Mexico, using autonomous glider technology

Vatikan sagt Konferenz über Stammzellen ab

Eine Konferenz über verantwortungsvolle Stammzellforschung, die Ende April im Vatikan stattfinden sollte, wurde vor wenigen Tagen kurzfristig abgesagt. Man vermutet, dass Referenten nicht genehm waren, die über embryonale Stammzellen forschen. (tasch, DER STANDARD, 28.3.2012)

Regelmäßiges Schokoessen macht doch nicht dicker

New York - Soll noch einer sagen, dass Schokolade dick macht - was im Prinzip wegen des hohen Zuckergehalts ja auch stimmt. Doch regelmäßige Schokoladen-Esser sind nach einer US-Studie etwas schlanker als jene, die selten zur Tafel greifen, schreiben Mediziner in den Archives of Internal Medicine. Der Effekt sei gering, aber doch zu sehen - und zu groß, um bloß Zufall zu sein. Der Stoffwechsel könnte eine Erklärung für das überraschende Ergebnis sein, so die Forscher. (tasch)

Deepwater-Horizon-Fiasko schädigte Tiefseekorallen

Washington - US-Wissenschafter berichten im Fachblatt "PNAS" über eine bisher übersehene Folge des Desasters der explodierten Ölbohr-Plattform Deepwater Horizon. Die Forscher entdeckten in über 1000 Metern Tiefe Korallen, die allem Anschein nach durch das ausgetretene Öl geschädigt wurden. Es sei das erste Mal, dass so etwas an den Tiefseebewohnern beobachtet wurde. (tasch, DER STANDARD, 27.3.2012)

Abstract
PNAS: Impact of the Deepwater Horizon oil spill on a deep-water coral community in the Gulf of Mexico

Forscher finden erstes Tier mit externen Eierstöcken

Washington - Die Evolution hat für einige sonderbare Konstruktionen gesorgt - wie etwa die außenliegenden Hoden beim Mann. Noch befremdlicher mutet die Anatomie der im Meer vor Kalifornien lebenden Eichelwurmart Allapasus aurantiacus an. Bei den Weibchen sind die Eierstöcke außen angebracht, so US-Forscher im "Journal of Morphology". (tasch, DER STANDARD, 24./25.3.2012)

Link
New Scientist: "First animal with ovaries on the outside" (mit Video)

Venedig sinkt um zwei Millimeter pro Jahr ab

Venedig - Entgegen bisherigen Annahmen sinkt die Lagunenstadt noch immer: Um bis zu zwei Millimeter pro Jahr senkt sich der Untergrund der Stadt, im Süden der Lagune sind es sogar bis zu vier Millimeter jährlich, wie ein internationales Forscherteam mithilfe von GPS- und Satellitenmessungen festgestellt hat und im Fachmagazin Geochemistry, Geophysics, Geosystems berichtet. Damit widerlegen die Geowissenschafter frühere Messungen, die von einer Stabilisierung des Untergrunds ausgingen. (tasch)

Abstract
Geochemistry, Geophysics, Geosystems: Recent Subsidence of the Venice Lagoon from Continuous GPS and Interferometric Synthetic Aperture Radar

Neue Methode reduziert Stammzelltherapie-Risiko

Münster - Deutsche Wissenschafter um den Stammzellpionier Hans Schöler (Universität Münster) haben offensichtlich einen Weg gefunden, das Krebsrisiko einer Stammzelltherapie deutlich zu senken. Sie haben aus Hautzellen von Mäusen keine pluripotenten Stammzellen gewonnen, sondern nur "multipotente" Stammzellen, die "bloß" Gewebe für bestimmte Zwecke erzeugen können, wie sie im Fachblatt Cell Stem Cell berichten. Bis zum medizinischen Einsatz am Patienten müsse allerdings noch viel geforscht werden. (tasch, APA)

Abstract
Cell Stem Cell: Direct Reprogramming of Fibroblasts into Neural Stem Cells by Defined Factors

Selbsthilfe bei chronischen Entzündungsleiden

Wien - Mehr als fünf Prozent der österreichischen Bevölkerung sind an einer chronisch-entzündlichen Erkrankung wie Psoriasis oder Morbus Crohn erkrankt. Unter dem Titel "Kompass durchs Feuer" findet am 24. März erstmalig ein gemeinsamer Informationstag aller Selbsthilfegruppen der chronisch-entzündlichen Erkrankungen im Bundesamtsgebäude, Radetzkystraße 2, 1030 Wien statt. Dauer: 10 bis 17 Uhr. (tasch, DER STANDARD, 23.3.2012)

Neue Evidenzen für weibliche Sport-Orgasmen

Bloomington - Ganz neu ist die Geschichte nicht: Bereits vor fast 50 Jahren berichtete der US-Sexualforscher Alfred Kinsey, dass fünf Prozent der von ihnen befragten Frauen einen Orgasmus beim Sport erlebt hatten. Zwei Forscherinnen der Uni Indiana gingen der Frage nun durch anonyme Online-Befragungen nach. Dabei zeigte sich, dass das Phänomen relativ weitverbreitet scheint und vor allem bei sportlichen Aktivitäten mit Bauchmuskelanspannung eintritt, wie sie im Fachblatt "Sexual and Relationship Therapy" schreiben. (tasch, DER STANDARD, 22.3.2012) 

Link
Weitere Informationen der Universität Indiana

Physiker identifizierten Blumengemälde van Goghs

Neuesten Untersuchungsmethoden deutscher Physiker ist es zu verdanken, dass Experten ein umstrittenes Gemälde des Malers Vincent van Gogh als echt identifiziert haben. Durch eine Röntgen-Fluoreszenzanalyse am Deutschen Elektronensynchroton (DESY) sei in dem "Stillleben mit Wiesenblumen und Rosen" van Goghs typische Pinselführung nachgewiesen worden. (APA/red, DER STANDARD, 21.3.2012)

Schwangerschaft nach Brustkrebs kein Risiko

Wien - Schwangerschaften stellt für Frauen mit sogenanntem hormonabhängigen Brustkrebs kein Risiko dar. Entgegen früheren Befürchtungen erhöht eine Schwangerschaft den Östrogenspiegel im Körper nicht und bewirkt somit kein Wiederauftreten der Erkrankung. Dies beweisen Ergebnisse, die heute bei der Europäischen Brustkrebskonferenz in Wien präsentiert werden. (APA, red)

Antioxidantien könnten Krebs bekämpfen helfen

Washington - Antioxidantien wie etwa der Rotweininhaltsstoff Resveratrol führen zu DNA-Schäden und Zelltod, berichten Forscher im Fachblatt "PNAS" nach der Untersuchung von 4000 einschlägigen Molekülen. Die Forscher suchten nach dieser speziellen Eigenschaft, weil sie zur Eindämmung von Tumorwachstum beiträgt. 22 Antioxidantien sind demnach potenzielle Anti-Krebsmittel ohne Nebenwirkungen. (tasch, DER STANDARD, 20.3.2012)

Abstract
PNAS: High-throughput genotoxicity assay identifies antioxidants as inducers of DNA damage response and cell death

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