KA Finanz verliert fix 400 Millionen

19. März 2012, 16:46
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    foto: apa

CDS-Investoren erhalten knapp 80 Prozent - Insgesamt dürften 1,9 Milliarden Euro an Investoren fließen

London/Frankfurt - Anleger mit Kreditausfallversicherungen auf griechische Anleihen können sich weitgehend schadlos halten. Im Schnitt sollen 78,5 Prozent des Nominalwerts der Papiere zurückerstattet werden, wie der Derivateverband ISDA mitteilte. Insgesamt dürften etwa 2,5 Mrd. Dollar (1,9 Mrd. Euro) an Investoren fließen, die sich mit sogenannten Credit Default Swaps (CDS) gegen einen Zahlungsausfall Griechenlands abgesichert oder auf einen solchen spekuliert haben.

In Österreich ist die KA Finanz AG, Bad Bank der staatlichen Kommunalkredit, wegen ihres umfangreichen CDS-Bestandes hauptbetroffen.

Die ISDA, in der die größten Emittenten und Händler von Kreditderivaten zusammengeschlossen sind, hat den Restwert griechischer Anleihen ("Recovery Rate") im Rahmen eines standardisierten Auktionsverfahrens mit 21,5 Prozent ermittelt. Die Entschädigungssumme für CDS-Investoren ergibt sich als Differenz zwischen dem Nominalwert der Anleihen (100 Prozent) und dem Restwert. Bei der Auktion konnten zugelassene Bonds und die entsprechenden CDS eingereicht werden.

Verlust für KA Finanz etwas geringer

Nach der endgültigen Ermittlung des Restwertes griechischer Anleihen wird der Aufwand für die KA Finanz AG, der Bad Bank der staatlichen Kommunalkredit, um etwa 13 Mio. Euro geringer als bisher angenommen ausfallen, sagte KA Finanz AG-Chef Alois Steinbichler am. "Das Ergebnis ist etwas unter unserem Zielwert ausgefallen, Gottseidank", so Steinbichler.

Bisher ist Steinbichler von einem wahrscheinlichen Verlust für die KA Finanz AG in Höhe von rund 423 Mio. Euro ausgegangen. Rein rechnerisch ergeben sich nach den heutigen endgültigen Zahlen rund 410 Mio. Euro. Ansonsten habe sich an den bisherigen Annahmen nichts geändert.

Laut Steinbichler bedeute das nicht, dass diese 410 Mio. Euro auch aus dem Institut "hinausbezahlt" werden. Die Abrechnung sei eine Mischung aus Barabrechungen und physischer Begleichung. Bar abgerechnet werde etwas weniger als die Hälfte der CDS, bei der physischen Begleichung bekomme man für den alten Vertrag 100 Prozent neue griechisches Wertpapiere, die allerdings nur mit 21,5 Prozent verbucht werden könnten. Die Differenz zu den 100 Prozent sei ebenfalls "Aufwand, aber kein bezahltes Bargeld", so Steinbichler. Über die neuen Papiere, die eine durchschnittliche Laufzeit von 20 Jahren hätten, könne das Institut nach eigener Einschätzung verfügen. Der physische Ausgleich reduziere zwar den unmittelbaren Auszahlungsbedarf, in der Gewinn- und Verlustrechnung sei es trotzdem ein Aufwand (APA/Reuters, 19.3.2012)

Wissen

Die Ergebnisse beider Abschnitte der Auktion werden auf creditfixings.com veröffentlicht.

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"Wir haben aufgehört, Fremdwährungskredite an Private zu vergeben"

Gianni Franco Papa, Osteuropa-Chef der Bank Austria, über die Angst vor einer Kreditklemme und die künftige Rolle Wiens im Konzern:

http://bit.ly/GA7yvV

Warum wird eigentlich in keinster Weise thematisiert, aus welchem Grund eine kleine österreichische Sch...Bank zu den größten CDO Emittententen gehört???

Juchu! Endlich wieder eine österreichische Bank

über die auch international berichtet wird:

http://uk.reuters.com/article/2... ZU20120313

http://www.bloomberg.com/news/2012... k-cds.html

http://www.zerohedge.com/news/firs... re-margins

usw. usf.

Hey, Leute vom Standard: die 400K€ sind sind 200 Euro bei einer 4köpfigen Familie und you ain't seen nothing yet: Das gehört über die ganze Titelseite!

Wie lange haben wir denn noch unsere Unterichtsministerin?

http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=54388

was diese badbank da gemacht hat, ist etwa so:

beim roulette seinen einsatz riskieren= griechische anleihen halten und gleichzeitig von allen mitspielern eine kleine prämie kassieren aber dafür alle zu 100% versichern. wie man da jemals gewinnen kann ? aber der herr liebscher hat gemeint: "hinterher ist man immer klüger", wie wahr

2 Mill. weltweit, 400 Millionen alleine bei uns: Bravo Österreich!

warum geht das an den Schlagzeilen vorbei??

wieder eine halbe Milliarde für die Katz'...

Das lustige ist in dem Fall ja: auf der anderen Seite der CDS bekommt ja wer unser Geld...

Wenn es nicht so traufig wäre man könnte sich kaputt lachen...

...von insgesamt EURO 1,9 Mrd die an CDS Holder ausgezahlt wurden, kommen €400 Mio netto (also ca 1/5) von einer kleinen österreichischen Bank, die noch dazu von allen österreichischen Banken auch das größte eigene Greek exposure hat. Es scheint als hätten alle anderen ihre CDS bereits geschlossen gehabt...

Nur die Schläfer von der KA Finanz haben auf den Aufprall gewartet.

Man fragt sich warum man so ein Ding nicht krachen gehen lassen kann. Allein schon zu wissen ob sich die Kreditoren der KA Finanz versichert haben wäre doch den Jammer wert oder?

Ich glaube das so alles nicht!

Wie kann eine so international unbedeutende österr. Bank zu einer der größten CDS Ausstellerin werden? Wer sollte die CDS akzeptiert haben? Ich meine Lehman brothers war mal so eine Firma, auch wenn es die inzwischen nicht mehr gibt. Aber deren Zertifikate akzeptierte die ganze Welt ohne nachzufragen. Da war ein Name da. Die wurden 1850 begründet und waren wer. Aber die Kommunalkredit? Da müssen ja ausländische Banken vorher im Lexikon nachgeschaut haben wer die überhaupt sind! Und welche Bonität hatte so ein Saftladen, dass deren CDS überhaupt angenommen wurden?

Da stimmt einiges nicht!

Interessanterweise kommt es im Finanzzentrum London zu überhaupt keinen Schäden durch CDS. Haben die nie welche ausgestellt? Kann ja auch nicht sein!

Danke Frau Schmied!

Das haben Sie GUT gemacht!

Und jetzt - husch-husch - noch schnell das SELBE mit dem Bildungswesen in Österreich!

Als Belohnung winkt ihnen dann sicher der "Groß-Stern des Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich"!

Der Bundes-Heinzi (oder Bundes-Heini - je nachdem) hat ihnen den schon auf die Seite gelegt!

Ich muss mich wirklich vielen Lesern hier anschließen

und festellen: Das Thema "400 Millionen Verlust der KA Finanz" in so einem lapidaren Artikel abzuhandeln ist befremdlich und assoziiert bei mir nicht den STANDARD-Slogan "Die Zeitung für Leser".
Eher: Die Zeitung für Schafe.
Würde man nicht glauben (bzw hoffen), dass es nicht so ist, könnte man das glatt für eine bezahlte Anzeige in redaktioneller Aufmachung halten.
Man übernimmt sogar noch die "Jubelmeldung" der KA, dass eigentlich ja der erwartete, noch viel schlechtere "Zielwert" gar nicht erreicht wurde...
Dürfen wir raten: Dafür wird's dann bestimmt am Jahresende einen Bonus fürs Management geben...
Lieber Standard: Schaut, was andere, z.B. Wienerzeitung, dazu geschrieben haben und schaut auch, was eure Leser hier posten!

Verluste schönreden....

Besser ist die realitätsferne von steinbichler nicht darstellbar, er freut sich, daß der Verlust unter dem zielwert liegt... Er beträgt in ATS aber 5,6 Mrd.

Und hochbezahlte ex-Vorstände genießen ihr Luxusleben

auf dem Rücken von uns allen.

Konsequenzen ? Mit Bürgerentscheid strenge deutsche Regeln auch für Österreich erzwingen.

Für den österreichischen Steuerzahler ist somit eindeutig ein Schaden entstanden, womit sich folgende Fragen stellen:

Wer ist politisch verantwortlich?

Wer hat die Geschäfte durchgeführt und waren diese genehmigt?

Kann der Steuerzahler sich Geld vom Schadensverursacher zurückholen?

Nach welchen Qualifikationen erfolgte die Besetzung der Spitzenpositionen?

Sollten die Positionen nach dem Proporz besetzt worden sein wäre interessant ob die Manager Geld an ihre Parteien überwiesen haben?

Letzten Endes zeigt sich wieder, daß wir mehr Transparenz (gläserne Parteikassen, Beschränkung des Amtsgeheimnisses auf den Ausnahmefall, usw.) brauchen damit im Interesse der Steuerzahler alles aufgeklärt werden kann.

Unsere Experten liefern ganze Arbeit

Da haben unsere superklugen Köpfe wieder ganze Arbeit geleistet. Vor 2 Jahren hätte der Verlust noch 16 Mio betragen, jetzt dürfen die österreichischen Steuerzahler mal 400 Mio blechen und am Ende wird wahrscheinlich, damit es sich auszahlt, mindestens 1 Mrd herauskommen. Um das Geld unserer Steuerzahler ist unserer Regierung eben nichts zu teuer.

Unterrichtsministerin Schmied war von der Spoe in den Vorstand dieser Pleitebank gehievt worden ab 2004. Noch rechtzeitig vor der Verstaatlichung zur "Beamtenjaegerin" mutiert. Wer so unfaehig eine Bank gefuehrt hat, darf jetzt ohne medialen Hinweis darauf Bildungsexperimente mit Oesterreich veranstalten. Leistung bzw Versagen zaehlen in diesem Land nichts - wichtig ist nur die "Solidaritaet " der (Partei)Seilschaften.

400 mio ist in dem fall nicht viel.

da steckt noch weit mehr risiko dahinter.

ich fürchte wir werden och ein vielfaches davon zahlen....

und vor welchem Gericht ...

...muessen sich die fuer diese Verzockung von Steuergeldern verantwortlichen VORSTAENDE UND AUFSICHTSRAETE verantworten ?
"UNFAEHIGKEIT SCHUETZT VOR STRAFE NICHT" (zumindest theoretisch).

warum wollen sie ein gericht bemühen

hier findet doch eine permanentdiversion durch den steuerzahler statt - ein sogenannter außergerichtlicher
tatausgleich ;-)))))

"Das Ergebnis ist etwas unter unserem Zielwert ausgefallen, Gottseidank"

- darf Steinbichler in dem Artikel auch noch sagen.

Ja, dann..., wenn der Zielwert ... ist ja alles wieder gut. Gottseidank.

Gottseidank gibt es dazu auch um Klassen besser geschriebene Artikel, die den CDS-Fall KA Finanz auch in seinen Dimensionen klar einzuordnen fähig und willens sind:

http://www.wienerzeitung.at/themen_ch... ellig.html

http://diepresse.com/home/wirt... t/index.do

verantwortliche 2006-12:

Vorstaende & aufsichtsraete ka
aufsicht fma & oenb
finanzminister
fimba
(vize)kanzler
Europaeische bankenaugsicht eba

Was Dagmar Holec und andere Leser weiter unten posten, sollte ganz oben stehen! Dass wieder einmal nur im Posting-Bereich

...die Frage nach der VERANTWORTUNG gestellt wird, während sich die Redaktion des „Standard“ mit ein paar finanztechnokratischen Informationen begnügt, gehört essentiell zum so gern beklagten Kapitel „politische Kultur in Österreich“.

Schon der Titel der Meldung, „KA Finanz verliert …“, rückt den (seit Jahren bei der Justiz ruhenden) Kommunalkreditspekulationsfall ins Schicksalhafte, gegen das halt nix zu machen ist…

Oder: „In Österreich ist die KA Finanz … hauptbetroffen“. Auch so eine Verkleinerung der Fakten. Jeder, der über diesen Sub-Standard hinausliest, weiß inzwischen, dass diese Bank (bzw. der österreichische Steuerzahler) mehr zu zahlen hat als etliche europäischen Großbanken zusammen. Siehe: weiter unten ...

fekter beruhigt:

Wir zahlen das alles aus unseren schuldenfinanzierten ruecklagen - daher braucht niemand etwas zusaetzlich bezahlen! Na dann - fuer wie bloed haelt die uns eigentlich? Oder verkauft sie am kapitalmarkt einmal sogar unsere vorwegsteuerzahlungen in der zukunft?

Sozusagen eine Staatsbank als globale Super-Heuschrecke!

Und das auf Steuerzahlerkosten: Danke, lieber Aufsichtsrat, lieber FIMBAG (Liebscher "Im Nachhinein sind wir alle klüger"), liebe FMA & OeNB, liebe Finanzminister(in), lieber Vizekanzler und lieber Bundeskanzler! Sind sind alle ihr Geld echt wert! Bei solchen geballten Experten brauchen wir nichts mehr fürchten: Der Untergang ist uns gewiss.

Eigentlich ist doch alles klar:

Die KA sollte wegen ihrer hohen Bonität günstige Kredite am Kapitalmarkt aufnehmen hätte können und diese als Kredite an Gemeinden weiterleiten müssen. Sie ist jedoch auf die Idee gekommen auch in PIIGS-Anleihen zu investieren und ZUSÄTZLICH noch Garantien auf PIIGS-Anleihen zu vergeben! Wo war denn da das Risk Management der Bank, der Aufsichtsrat und die Bankenaufsicht? Seit mindestens drei Jahren weiss jeder, wie riskant das gewesen ist und dass das eigentlich nicht mehr dem Zweck der Bank entsprochen hat. Es kann doch nicht sein, dass der alte und neue Vorstand sechsstellige Jahresgehälter und millionenschwere Abfertigungen und Pensionen kassiert hat und überhaupt nichts passiert und der Steuerzahler badet das Ganze wieder einmal aus!

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