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Wien - Die Bundeshauptstadt Wien ist 2011 als Tagungsmetropole hoch im Kurs gestanden: Es wurden 3.151 Kongresse und Firmenveranstaltungen abgehalten, berichtete Vizebürgermeisterin Renate Brauner. Das bedeutet ein Plus von 7 Prozent im Vergleich zu 2010. Die daraus resultierenden Nächtigungen stiegen um 6 Prozent auf exakt 1,412.133. In den Bereichen Veranstaltungen und Nächtigungen wurden die jeweils bisher zweitbesten Werte erzielt. Einen neuen Rekord gab es 2011 beim Umsatz: Die landesweite Wertschöpfung stieg um 9 Prozent und erreichte mit 838,4 Mio. Euro einen neuen Höchstwert.
Brauner betonte, dass hinter diesen Resultaten hohe Qualität und sehr viel Engagement stecke: "Diese Ergebnisse fallen nicht vom Himmel." Sie verwies dabei auf den Trend im internationalen Kongresswesen, wonach die Teilnehmer zusehends kürzer bleiben und immer seltener Begleitpersonen mitnehmen würden. Die Schlussfolgerung daraus sei, dass Nächtigungssteigerungen im Kongress- und Tagungsgeschäft nur mehr möglich seien, wenn sich die Anzahl der Veranstaltungen erhöhe. Tourismusdirektor Norbert Kettner betonte: "Der Kongress tanzt schon lange nicht mehr."
In Wien wurde 2011 jedoch ein gutes Ergebnis erzielt. Im Vorjahr wurden 3.151 Veranstaltungen abgehalten - davon 1.018 Kongresse (plus 9 Prozent) und 2.133 Firmenveranstaltungen (plus 7 Prozent). Ein wichtiger Faktor in der Bilanz sind die internationalen Kongresse. Davon wurden 638 abgehalten. Laut Kettner machen diese zwar nur 20 Prozent der Veranstaltungen aus, erbringen jedoch 67 Prozent der Nächtigungen und 72 Prozent der Wertschöpfung in diesem Sektor. Bei den internationalen Zusammentreffen dominieren nach wie vor humanmedizinische Themen (42 Prozent). Die Fachgebiete Wirtschaft und Politik, sonstige Naturwissenschaften sowie IT und Kommunikation haben aber stark aufgeholt.
Umsatzstarke Gäste
Die Übernachtungen, die im Zuge von Tagungen und Firmenveranstaltungen gebucht wurden, sind um sechs Prozent gestiegen. Sie stellen einen Anteil von 12,4 Prozent an Wiens vorjährigem Gesamtnächtigungsvolumen dar. Die zu den Kongressen anreisenden Gäste sind ein sehr umsatzstarkes Publikum. Pro Kopf und Nächtigung werden im Schnitt 475 Euro ausgegeben - ein "normaler" Wien-Tourist gibt knapp mehr als 260 Euro aus. Landesweit hat die Wiener Tagungswirtschaft eine Wertschöpfung von 838,4 Mio. Euro eingespielt.
Kettner erklärte auch, was den Erfolg Wiens als Kongressstandort ausmacht: Man könne punkten durch Infrastruktur, Professionalität und Erreichbarkeit, insbesondere auf dem Luftweg. Um sich ein solches Image zu erhalten, sei eine ständige Weiterentwicklung notwendig, wurde betont. So bietet das zum Wien-Tourismus gehörende Vienna Convention Bureau ein neues Service an. Es ist nunmehr berechtigt, Tagungen, die Klimaschutz sowie regionale Wertschöpfung und Sozialverträglichkeit bei der Organisation berücksichtigen, als "Green Meetings" zu zertifizieren. Mit der Inbetriebnahme der neuen Wirtschaftsuniversität im Prater kommt 2013 außerdem ein neuer Veranstaltungsort dazu.
Für das heurige Jahr sei man mit der Prognose "ein Stück weit weggerückt vom Katastrophenszenario, das wir noch vor ein paar Monaten hatten" - nämlich, dass es zu einer langanhaltenden Rezession komme, so Kettner. Der Grund dafür sei, dass Europa, die USA und die Schwellenländer "wieder anziehen". Der Kongress-Kalender 2012 sei ungewöhnlich gut gefüllt für ein gerades Jahr, berichtete auch der Leiter des Vienna Convention Bureau, Christian Mutschlechner. Üblicherweise seien gerade Jahre im Kongresswesen etwas schwächer als ungerade. Grund für die positive Prognose ist, dass einige Kongresse, die normalerweise in einem ungeraden Jahr stattfinden, bereits heuer abgehalten werden. Zu den größten Veranstaltungen 2012 zählen der bereits stattgefundene Europäische Radiologenkongress mit 20.000 Teilnehmern und der Kongress der Europäischen Gesellschaft für Lungenfachärzte im September mit 19.000 erwarteten Besuchern. Beim Kongress der Europäischen Gesellschaft für medizinische Onkologie im September wird mit 12.000 Gästen gerechnet. (APA, 19.3.2012)
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