Jedes sechste Kind sitzt völlig ungesichert im Auto

19. März 2012, 10:58
  • Oberösterreicher sind beim Angurten ihrer Kinder am diszipliniertesten, in Vorarlberg gibt es großen Nachholbedarf.
    grafik: apa

    Oberösterreicher sind beim Angurten ihrer Kinder am diszipliniertesten, in Vorarlberg gibt es großen Nachholbedarf.

84 Prozent der Oberösterreicher schnallen ihren Nachwuchs vorschriftsmäßig an, jedoch nur 43 Prozent der Vorarlberger

Wien - Um die Sicherheit von Kindern als Mitfahrer im Auto ist es einer aktuellen ÖAMTC-Erhebung zufolge schlecht bestellt: 16 Prozent sitzen völlig ungesichert im Fahrzeug, jedes vierte Kind ist ungenügend - nur mit einem Fahrzeuggurt - angeschnallt. 1.515 Fälle wurden vom Autofahrerclub in den vergangenen Wochen vor Volksschulen, Kindergärten und Einkaufszentren österreichweit erhoben.

Im Bundesländervergleich zeigte sich, dass Kinder in Oberösterreich (85 Prozent) am häufigsten richtig gesichert waren, gefolgt von der Steiermark (84 Prozent), Kärnten (80 Prozent), Tirol (69 Prozent), Salzburg und Wien (jeweils 58 Prozent), dem Burgenland (55 Prozent) sowie Niederösterreich (49 Prozent). Am nachlässigsten waren die Fahrzeuglenker in Vorarlberg: Nur 43 Prozent der Kinder waren dort vorschriftsmäßig angeschnallt.

Schlechte Vorbildwirkung

Was den Testern negativ auffiel: Kinder waren meistens dann ungesichert, wenn der Lenker selbst nicht angeschnallt war. "Erwachsene müssen sich ihrer Vorbildwirkung bewusst sein und ihre Vorbildrolle unbedingt erfüllen", appellierte ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger.

Je nach Sitzplatz im Auto traten auch unterschiedliche Sicherungsarten zutage: Kinder, die vorne oder hinten mittig saßen, waren am schlechtesten gesichert. Hinten in der Mitte waren den Beobachtungen zufolge 40 Prozent der Kinder ungesichert. Auf dem Vordersitz waren 42 Prozent nur mit dem Fahrzeuggurt gesichert, "obwohl für diese Altersgruppe ein Kindersitz die sicherste Variante ist", erklärte die Verkehrspsychologin.

Seit dem Jahr 2005 sind bei Verkehrsunfällen auf Österreichs Straßen 111 Kinder getötet worden. Davon kam jedes zweite als Pkw-Insasse ums Leben. Darauf machte der VCÖ am Montag aufmerksam. (APA, 19.3.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 109
1 2 3
Kein Problem ...

wird ein Kind ungesichert in einem Fahrzeug angetroffen wird einfach ein Bußgeld von 2500€ fällig! Dann schnallen sich alle an!

infos zum nachdenken aus dem BMI für 2010

"Die Zahl der getöteten Kinder unter 14 Jahren hat einen neuen Tiefstand erreicht: 10 Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren kamen im Straßenverkehr im Jahr 2010 ums Leben, die meisten davon (4) als Pkw-Insassen (3 davon waren mittels Kindersitz gesichert) und als Fußgänger (4), als Radfahrer (1) und als Mitfahrer auf einer Arbeitsmaschine (1)."
http://www.bmi.gv.at/cms/bmi/_... e=6&view=1

"jedes vierte Kind ist ungenügend - nur mit einem Fahrzeuggurt - angeschnallt. "

Wenn ich mir so die Kindersitze im Durschnitt ansehe, hätte ich das Wort "ungenügend" nicht verwendet.

Ganz im Gegenteil habe ich den Eindruck, dass speziell bei schon größeren Kindern ein Kindersitz kontraproduktiv ist, besonders dann, wenn man eh über höhenverstellbare Gurte verfügt.

Die Gurtbefestigung bei Sitzen für Kleinkinder ist im Großen und Ganzen ein Holler. Die beste Lösung wäre, wenn schon der Fahrzeughersteller dafür sorgen würde, sichere Unterbringungsmöglichkeiten auch für kleine Passagiere zu bieten.

Das ganze Nachrüstglump - Kindersitze gehören dazu - ist ein Krampf.

Wenn die Strafe pro Fall und nicht angeschnalltem Kind 500 Euro beträgt

ändert sich die Wahrnehmung schnell, wetten.

Wie obenstehender Poster bereits schrieb:

Die Qualität hinsichtlich der Befestigungsmöglichkeiten von Kindersitzen ist derart miserabel, dass gerade bei älteren Kindern eine vom Fahrzeughersteller werkseitig eingebaute Sitzerhöhung in Verbindung mit den herkömmlichen 3-Punktgurten (bei Volvo gibt es sowas; ob immer noch aufpreisfrei, weiß ich nicht) wesentlich mehr Sicherheit bietet. Hier gehört der Hebel angesetzt.

Grob fahrlässig empfinde ich jedoch jene Lenker, die ihre Kinder vollkommen ungesichert ins Auto setzen.

"wesentlich mehr Sicherheit bietet" - das hängt jetzt davon ab, was Sie unter "grösseren Kindern" verstehen.

Ansonsten sagen die Testberichte Anderes.

Falsch.

Behalten Sie Ihr Halbwissen lieber für sich. Der Seitenaufprallschutz der werksseitigen Sitzerhöhungen (wie z.B. bei Volvo, aber auch bei anderen Herstellern) ist dem eines handelsüblichen Kindersitzes weit unterlegen, insbesondere im Kopfbereich.

Von „wesentlich mehr Sicherheit” überhaupt keine Rede, im Gegenteil.

Solange

jeder Rad fahrende Pf0sten seinen Sprössling im Kindersitz durch den Stadtverkehr karren darf, wobei dessen Knautschzone an der Nasenspitze beginnt, erübrigt sich für mich die Diskussion um Kindersitze in Pkws.

So schaut's aus.

was sind denn sie fuer ein vollpf0sten?

...aha, weil die RadfahrerInnen ihre Kinder gefährden

dürfen das die Autofahrer auch. Tolle Einstellung, Kindern gegenüber, muss ich schon mal festhalten.

Darwin ...

... lässt grüssen.

bei ihrem posting laesst hingegen eher d*mmheit gruessen.

Sie glauben also, dass es sich um Evolution handelt, wenn Kinder von ihren Eltern nicht angeschnallt werden?

Siehe Erklärung von TiaT...

Wenn elterntiere nicht auf ihre jungtiere Achtgeben ist das Evolutionstechnisch auch einfach nicht "fit" für die Anforderungen der Umwelt an ein lebewesen (Wenn die Umwelt gefährlich ist) und dieses Lebewesen wird sich damit nicht erfolgreich vermehren.

Für die Kinder natürlich oasch.

filmempfehlung für alle wie ich glaube über die maßen ernsten kindersicherheitsapologeten in diesem forum:the royal tennenbaums, insbesondere die (ja, vielleicht filmisch übetriebenen aber psychologisch profunden) interkationen zwischen gene hackman und seinen enkeln, denen jede gefahr bis dato vorenthalten wurde.

Ich liebe meine Kinder zu sehr, als dass ich ihnen unbedingt zeigen möchte, wie es ist bei 50km/h vorne rauszufliegen.

na, aber das ist doch ein meilenweiter Unterschied zwischen komplett übertrieben überbehütet und zu Tode gesichert und dem Anschnallen im Auto.

das sollte grundsätzlich ein

"führerschein-weg-delikt" werden. und zwar beim ersten mal und mind auf 6 monate.
genauso wie besoffen fahren.
genaso wie telephonieren ohne freisprech-einrichtung (besonders im 60k+ -mobil).

aber nein, die executive macht es sich leicht und hetzt "die raser" die mit 140 über die leere autobahn gleiten.

naja übertreib ma mol net!

Aber auf dem Drahtesel darf man schon mit seinem Kind durch die Landschaft geigeln, solange es nur einen 10-Euro-Plastikdeckel vom Hofer auf der Birne hat, gell?

zu mehr reicht's bei ihnen intelllektuell wohl nicht.

Warum sollte man den Lappen beim Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung nur abgeben, wenn man mit einem 60k+Auto unterwegs ist?
Hat doch wohl hoffentlich nichts mit Neid zu tun, oder?

Wer im Auto telefoniert

fährt wie unaufmerksam, wie mit 0,5 Promille. Deshalb passieren viele Auffahrunfälle.

Wer fährt und zugleich SMS't, dem sollte der FS für 3 Monate abgenommen werden - das ist jemand, der nicht reif ist, ein KFZ zu lenken, egal wie alt er/sie ist.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 109
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.