EU warnt vor Systemrisiko von Fonds

EU-Kommissar Michel Barnier legte ein Papier vor, dass Regulierungslücken reparieren soll

Brüssel/Düsseldorf - Die EU-Kommission möchte Risiken im Finanzsektor durch eine ungeregelte Tätigkeit des sogenannten Schattenbanken-Sektors ausschalten. Binnenmarkt-Kommissar Michel Barnier legte ein sogenanntes Grünbuch, ein Diskussionspapier, vor. Es soll zeigen, wie man Regulierungslücken, die Hedge Fonds, Versicherungsunternehmen oder Geldmarktfonds nutzen, schließt, um das Finanzsystem sicherer zu machen. 

"Das ist ein Text für die Zukunft. Aber wir müssen dafür sorgen, dass künftig die Banken für die Banken zahlen und nicht der Steuerzahler", meinte Barnier am Montag in Brüssel.

Fonds soll das Systemrisiko genommen werden

Schattenbanken sind Zweckgesellschaften, die Kredite vermitteln, Geldmarktfonds, Investitionsfonds, Hedge-Fonds und Versicherungsunternehmen. Die EU wolle keine "Akkumulierung neuer Risikofaktoren", die aus Gesetzeslücken entstünden, so der Binnenkommissar. Deshalb sei es notwendig, Transparenz in diese "Baustelle" zu bringen. Damit könne auch der Realwirtschaft geholfen werden.

Bis zu einem gewissen Grad erfüllten Schattenbanken im Finanzsystem wichtige Funktionen. So stellten sie beispielsweise eine zusätzliche Finanzierungsquelle dar und böten den Anlegern Alternativen zu Bankeinlagen. Für die langfristige Finanzstabilität könnten sie aber auch mit Risiken verbunden sein, da sie eine Akkumulierung unbekannter Risikofaktoren im Finanzsystem bewirkten und Spillover-Effekte vom Schattenbank- auf den regulären Bankensektor ermöglichten.

Diskussionspapier

Nun, da Barnier das Grünbuch vorgelegt hat, starten die Konsultationen. Sie sollen bis zum 1. Juni dieses Jahres dauern. Der Sektor der Schattenbanken macht nach Angaben des Binnenmarktkommissars zwischen 25 und 30 Prozent des gesamten Finanzmarkts aus, was einem Volumen von 46.000 Milliarden Euro entspricht. Dabei sei der Anteil der Schattenbanken in Europa im weltweiten Vergleich geringer - 13 Prozent in Großbritannien oder 5 Prozent in Deutschland. In den USA seien es bis zu 40 Prozent.

In dem Grünbuch wird dargelegt, inwieweit die Tätigkeiten von Schattenbanken bereits durch bestehende und vorgeschlagene EU-Rechtsvorschriften abgedeckt sind. So werden beispielsweise außerbilanzielle Konstrukte wie Zweckgesellschaften indirekt durch das Bankenrecht reguliert. Hedgefondsverwalter fallen direkt unter die Richtlinie über die Verwalter alternativer Investmentfonds, in der eine Reihe von Aspekten des Schattenbankwesens behandelt wird. Einige EU-Länder verfügen darüber hinaus über zusätzliche nationale Bestimmungen für die Beaufsichtigung von Finanzunternehmen und -tätigkeiten, die auf EU-Ebene nicht reguliert sind.

Trotz dieser teilweisen Regulierung seien angesichts der ständigen Weiterentwicklung des Schattenbanksystems und der wachsenden Kenntnisse darüber weitere Fortschritte erforderlich. Es müsse einen "angemessenen Regulierungsrahmen und eine umfassende Beaufsichtigung" geben.

EU will Girokonto-Gebühren vereinheitlichen

Aufhorchen ließ der EU-Binnenmarktkommissar mit seinem Vorschlag, Girokonto-Gebühren europaweit gesetzlich zu regeln. "Obwohl wir die Banken dazu aufgerufen haben, haben sie nicht auf freiwilliger Basis für die erforderliche Transparenz gesorgt...Deshalb wird es dazu Ende des Jahres einen Gesetzentwurf von mir geben", sagte er dem "Handelsblatt" und legte am Montag noch nach: "Da ist alles im Dunkeln. Der Kunde kann nicht wirklich wählen, was das Beste ist." Die Verpflichtung der Banken zur Erleichterung der Mobilität der Kunden habe nicht gereicht. "Noch immer ist vieles zu kompliziert, zu schwierig. Man wird entmutigt, man man von einer Bank zur Konkurrenz wechseln will." (APA, 19.3.2012)

 

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Ich frage mich, wer überhaupt noch ein Girokonto hat, wo er dafür bezahlen muss, wenn es doch schon lange kostenlose Alternativen gibt.....

die gebuehren der naechsten 1000 jahre wurden eigentlich schon in form des bankenrettungspakets acontiert...

Aha

Und als Richtschnur für die Kontogebühren wird auf Geheiß der Bankenlobby dann jenes europäische Institut ausgewählt, das mit Abstand die höchsten Gebühren einhebt. Sonst gehen die ja reihenweise krachen und wir müssen wieder Rettungsschirme am Fließband aufspannen...

Es lebe die Freiheit, die uns die EU gebracht hat!

.. Ich rege dann zusätzlich gleich an, dass jeder EU Bürger bei jeder Bank ein Girokonto haben kann - ohne erst dort hinzureisen um sich zu legitimieren (funktioniert teilweise schlecht). Auch gehört endlich ein Standard für die Schnittstellen - in Österreich gibts gerade noch OFX, in Deutschland überall HBCI. Eine EU - eine Bankenschnittstelle! In D gibts zig Homebankingprogramme in Österreich ist MS Money im sterben und PS Money ist grauenhaft. Zudem bietet nur mehr die Bawag/Easybank eine Hombenkingschnittstelle für Privatanwender an. Wer mehr möchte, muß sich ein Konto bei einem deutschen Institut einrichten - das kanns ja nicht sein!

wovon redest du?

schau mal nach auf:http://de.wikipedia.org/wiki/Bank... n_Standard

hier gibts auch eine beschreibung z.b. zum mt940-format:
http://martin.hinner.info/bankconve... 40_942.pdf

es gibt für bankdaten ein gültiges format welche auch alle banken im eu-raum anbieten sollten.

und jedes programm das dieses format unterstützt sollte die daten von jeglicher bank einlesen können.

Ich spreche von Homebankingschnittstellen - sprich eine Onlineschnittstelle zur Bank (Umsätze werden automatisch ins Programm geholt & Überweisungen können gesendet werden). In Österreich wird derzeit nur OFX verwendet - dies wird nur mehr von der Easybank/Bawag unterstütz. Da leider MS Money 2000 nicht SEPA tauglich ist bleibt zukünftig nur PS Money von Haude. Andere Programme wie Quicken unterstützten nicht OFX sondern nur HBCI.

desweiteren gibt es zb.auch für ms-money möglichkeiten dieses format zu importieren

http://csmale.home.xs4all.nl/mt2ofx/en/

und:
http://www.optimal-banking.de/info/home... ftware.php
da sehe ich zumindest 2 programme die das mt940-format unterstützen sowohl als ex- als auch als import.

.. es geht nicht ums "händisch" importieren. sondern es geht um eine "anbindung" mittels schnittstelle an die bawag/easybank. diese unterstützt für privatkunden nur die ofx schnittstelle. das hat auch nichts zu tun ob man mehr dafür bezahlen möchte oder nicht. bank austria bietet für privatkunden überhaupt keine anbindung an. man kann sich bei all den banken nur die umsatzdaten z. b. als xls herunterladen und in ein homebankingprogramm importieren - was natürlich keinen sinn macht.

bzgl. bewag

http://www.bawagpsk.com/BAWAG/FK/... /SEPA.html

lass dich halt umstellen:
Für den Fall, dass Sie Buchhaltungssoftware verwenden, können Sie Ihre Kontoauszüge importieren. Wir empfehlen Ihnen, Ihren Softwaresupport zu kontaktieren um sicherzustellen, dass Ihr Programm SEPA-fähig ist.

Sollten Sie Telebanking/MBS der BAWAG P.S.K verwenden, wenden Sie sich zur Abklärung der Systemvoraussetzungen bitte an unsere Service-Line 0810 010 055. Ab Telebanking Version 5.3.4 können Sie SEPA Kontoauszüge erhalten.

wir bekommen diese dateien

aber sogar von der bank aus auf ein internes laufwerk gelegt bei uns in der firma und am frühen morgen wird die datei einfach eingelesen.

war sogar über die weboberfläche der bank austria einrichtbar (das habe nicht ich gemacht sondern ein bank-austria mitarbeiter zusammen mit einer rechnungswesen-mitarbeiterin).

geht alles automatisch.

ja, aber ich spreche von einer "online-schnittstelle". damit können sie nicht nur umsätze "online" ins programm einlesen sondern auch überweisungen "online" senden, wobei der bankrechner dann auch sofort prüft ob der eingegebene tan korrekt ist.

da ich softwareentwickler bin

und wir gerade eine schnittstelle für unsere software programmiert haben (ist aber nur firmenintern) die die bankdaten im von mir oben genannten format bekommt (übrigens:bank austria), weiß ich, daß es auch anders möglich ist.
möglicherweise mußt du dafür halt ein paar euro mehr kontogebühr bezahlen damit du diese dateien bekommst.

übrigens solltest du dich auf stuzza.at mal umschauen(gemeinsame firma fast aller großen österreichischen banken)und dort werden ebenfalls die von mir genannten formate beschrieben.
und die bieten alle banken an.

HBCI-Schnittstelle

Ich habe vor ein paar Monaten diesbezüglich bei der Nationalbank angefragt, und die Antwort erhalten, es gibt keinen Bedarf.

Die verstehen nur Banker-Talk.
Wenn sich die Interessenten nicht organisieren, geht nix.
Bin vorübergehend unter temp11b1ETaonPUNKTat erreichbar.

"kein Bedarf" ....... übersetzt: "Das wollen wir net !!!"

.. bzgl. HBCI hört man in Österreich immer nur Gebetsmühlenartig dass es ein deutscher Standard ist. Allerdings unterstützen den österr. Standard OFX gerade nur mehr die BAWAG/Easybank. Das ist wieder für den Softwaremarkt so uninteressant, dass es kaum Homebankingsoftware gibt. In D sind Homebankingprogramme weit verbreitet - weil es dort auch entsprechend Software für jeden Geschmack gibt. Derzeit gibt es keine Gebündelte User-Gemeinschaft - lediglich Einzelpostings in div. Softwareforen (z. B. Haude.at) - dort ist aber kein Austausch erwünscht, da relativ schnell eine Löschandrohung kommt.

Bedeutet das dann das Aus für die Gratis-Girokonten bei der Easybank u.ä.?

vrmutlich trifft es zwei Seiten...

... einerseits gewisse "Speiler" am Finanzmarkt wie Hedgefonds, Dachfonds etc.

... aber andererseits vermutlich auch KMUs und Industriebetriebe die Anleihen begeben oder sogenannte Bürgerbeteiligungsgesellschaften, über welche dann das System der Bankenregulierung drübergestülpt wird ... oder?

.. das denke ich nicht. Im Versicherungsmarkt ist es ja auch so, dass eine Teilkasko einen gewissen Mindestdeckungsumfang haben muß und der ist bei allen Versicherern in Österreich der selbe - Verbesserungen darfs natürlich jederzeit geben. So wirds beim Girokonto auch sein.

Na da bin ich neugierig....

Die Mär vom mündigen Bürger und Konsumenten, dann wird alles zentral verordnet, und wie man die Kaufkraftunterschiede und damit verbundenen Lohnniveaus bei einheitlichen Gebühren berücksichtigen will.

Was sagt uns die Kostenrechnung für Girokonten in Rumänien und im UK?

Und überhaupt: One size fits for all?????

Es ist schon gewaltig, wie hier staatlich in den betriebswirtschaftlichen Entscheidungsspielraum privater Unternehmen eingegriffen wird. Und alles zum Wohle des Wettbewerbs...

Das interessante am freien Markt ist, dass er ohne intensive staatliche Reglementierung selten funktioniert.

Wettbewerb ist nur aus volkswirtschaftlicher Sicht gut, aber schlecht für den Unternehmensgewinn und muss in Sektoren, die von Oligopolen geprägt sind durch gesetzliche Regelungen erzwungen werden.

Mag sein

Es ist aber noch kein Markt an den Girokontogebühren gescheitert........

Ausserdem wirft das reine Inlandsgeschäft in Ö keinen Gewinn ab, da die Gewinnmargen nicht mehr vorhanden sind.

Oder sollen die Banken unter Selbstkosten Dienstleistungen anbieten?????

Ich bezweifle, dass die geplanten Regelungen zu Gebühren führen werden, die unter den Selbstkosten liegen und wenn doch, dann stimmt etwas mit den Kosten nicht.

Sie kennen den Vorschlag schon?

(Sorry, habe aus Versehen auf Grün gedrückt. Kommt nicht wieder vor...)

Dieser Schmafu mit der freiwilligen Selbstregulierung der Unternehmen ist und bleibt zum Scheitern verurteilt. Derartiges wird ja auch immer wieder für den CO2 Austoß angedacht. Aber von Unternehmern ist keine vernunft zu erwarten die über kurzfrstige ökonomische Profite hinaus geht. Dafür ist der Gesetzgeberr da. Immerhin scheint hier ein kleiner Lernprozess im Gange zu sein.

girokonto? ist das sowas, wo man sein geld hintut wenn man zuviel davon hat, damit es permanent weniger wird?

gute erfindung.

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