Mexikanisches Kartell will während Papstbesuchs Gewalt aussetzen

Kartell namens Tempelritter kündigt Verzicht auf Bannern an

Mexiko-Stadt - Ein neues mexikanisches Drogenkartell namens Tempelritter hat für die Zeit des Besuchs von Papst Benedikt XVI. in dem Land einen Gewaltverzicht angekündigt. In mindestens sieben Städten des Bundesstaats Guanajuato sei dies auf Bannern verkündet worden, sagte ein Behördenvertreter am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. "Die Tempelritter verzichten auf jegliche Gewalt, wir sind keine Mörder, der Papst ist willkommen", sei darauf gestanden.

Der Papst wird am Donnerstag in der Stadt Léon im benachbarten Bundesstaat Michoacán erwartet. Dort hatten sich die Tempelritter erst kürzlich als Nachfolgeorganisation des Kartells La Familia gegründet. La Familia gehörte bis dahin zu den sieben großen mexikanischen Drogenbanden und galt als wichtigster Hersteller synthetischer Drogen in Mexiko.

Papst-Aussage zu Drogenkrieg erwartet

Nach Angaben mexikanischer Behörden zeigte der von Präsident Felipe Calderón angeordnete Einsatz der mexikanischen Armee im Fall von La Familia Wirkung und schwächte das Kartell. Im mexikanischen Drogenkrieg starben seit dem Jahr 2006 etwa 50.000 Menschen. Es wird erwartet, dass sich Benedikt XVI. bei seinem Besuch in Mexiko auch zu der Drogengewalt in dem Land äußert.

Im Bundesstaat Guerrero fand die mexikanische Polizei am Sonntag indes erneut zehn menschliche Köpfe. Sie stammten von drei Frauen und sieben Männern und seien in der Nähe eines Markts gefunden worden, sagte ein Sprecher. Bei den abgetrennten Köpfen seien zudem Nachrichten mit Drohungen gegen La Familia entdeckt worden. 

Verhaftungen in Kuba

Auch in Kuba wirft der Papstbesuch seine Schatten voraus: Die Polizei des kommunistischen Landes hat am Sonntag rund 50 Angehörige politischer Gefangener festgenommen. Die Angehörigen der Gruppe "Damen in Weiß" wurden laut einem Medienbericht bei einer Demonstration und beim Kirchgang in Gewahrsam genommen. Nach Angaben der "Damen in Weiß" wurden in der kubanischen Hauptstadt Havanna zunächst 33 Menschen, darunter drei Männer und die Chefin der Gruppe, Berta Soler, festgenommen, als sie zur sonntäglichen Messe in die Kirche gehen wollten. Etwa 20 Mitglieder der Gruppe wurden vor einem Restaurant von Polizistinnen in Zivil umringt und zu einem Polizeitransporter abgeführt.

Bereits zuvor wurden etwa 20 weitere Mitglieder der "Damen in Weiß" bei einem Protestmarsch festgenommen. Sie wurden mehrere Stunden festgehalten und später wieder auf freien Fuß gesetzt. Die "Damen in Weiß" hatten in den vergangenen Wochen im Vorfeld des Papst-Besuchs ihre Aktivitäten verstärkt. Die "Damas" hatten sich 2003 nach der Festnahme und Verurteilung von 75 Dissidenten gegründet. Benedikt XVI. besucht den kommunistischen Karibikstaat vom 26. bis zum 28. März. (APA, 19.3.2012)

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14 Postings
Sind sie nun keine Mörder oder setzten sie ihre Gewalt nur aus? Das ist doch ein Widerspruch in sich.

das ist aber nett

schon interessant

wer sich da mit dem papsi solidarisch erklärt.

passt scho

hab die antwort bereits hier gefunden: http://derstandard.at/133178003... tikan-Bank

"... scheint der Heilige Stuhl im jährlichen Strategiebericht des US-Außenministeriums zum Kampf gegen Drogenkriminalität auf..."

den typen...

...sollte man fix dort "stationieren"!

Na super!

Kann man das Ratzl nicht auch nach Syrien schicken?

Herzelichst
Ihr Lappe

und wo kommen dann die toten her wenn sich nicht als mörder wähnt?

außerdem muß für einen gewaltverzicht während einer kurzen periode schon mal eine grundvoraussetzung vorhandens sein: man setzt gewalt ein.

Kuba ist also doch der einzige Staat in dem der Kommunismus funktioniert ...

Laut unserer geschätzten SJ auch Nordkorea - zumindest wurden früher Studienreisen dorthin angeboten.

Alles brave Katholiken, die Drogenbarone,

deren Streben nur zum Ruhme und Wohle der heiligen Mutter Kirche dient.

Möglicherweise gibts als Gegenleistung einen urbi et orbi!

"Mexikanisches Kartell will während Papstbesuchs Gewalt aussetzen"
Kann der Papst nicht gleich nach Mexiko übersiedeln, als Missionar der Gewaltlosigkeit quasi?

Haben Sie eigentlich eine Ahnung, welche Unsummen ein Umzug der päpstlichen Hofhaltung von Rom nach Mexiko kosten würde?
Dazu würden noch katastrophale symbolische Kosten kommen: wird das finanzkräftige Europa dadurch nicht an eine www.atheistische-religionsgesellschaft.at und andere Konkurrenz verschenkt?

nur eine frage von wieviel

geld die verschiedenen kartelle der lokalen kirchenverwaltung schon gespendet haben, oder der vatikanbank zu waschen überlassen haben.

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