Polizei vertreibt gewaltsam Occupy-Demonstranten

Verletzte nach friedlicher Demonstration im Zuccotti-Park - Bewegung weist auf sechsmonatiges Jubiläum hin

New York - Bei einer zunächst friedlichen Kundgebung zum sechsmonatigen Jubiläum der bankenkritischen Occupy-Bewegung in New York hat die Polizei in der Nacht zum Sonntag mindestens ein Dutzend Menschen festgenommen. Zudem wurden nach Angaben von Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP mehrere der rund 600 Teilnehmer des Protests im Zuccotti-Park nahe der Wall Street in Manhattan verletzt. Die Demonstranten hatten sich dort am Abend versammelt, gesungen, getrommelt und sich dabei friedlich verhalten.

Als die Polizei jedoch mit einem Großaufgebot aufwartete, um den Park zu räumen, kam es zu chaotischen Szenen. Polizisten scheuchten Menschen davon und trugen Demonstranten aus dem Park. Diese antworteten in Sprechchören mit dem Ruf "Wir haben keine Angst", als einer nach dem anderen davongetragen oder in Handschellen abgeführt wurde, berichtete die "New York Times". In mehreren Krankenwagen wurden Verletzte versorgt. Bis zum Morgen war die Anlage menschenleer. Die Sicherheitskräfte sperrten den Park mit Metallzäunen ab und bewachten ihn weiter. Der Zuccotti Park steht im Privatbesitz der Konzern Brookfield Office Properties und ist nach dem Firmenchef John Zuccotti benannt.

Die Occupy-Bewegung war im vergangenen September in New York entstanden. Ausgehend von der Gruppe "Occupy Wall Street" ("Besetzt die Wall Street") dehnten sich die Proteste auf zahlreiche Städte in den USA und auf andere Länder aus. Auch in Österreich kam es zu Kundgebungen.

Die Aktivisten prangerten dabei die Macht der internationalen Finanzmärkte und soziale Ungerechtigkeiten an. Die Bewegung bedient sich den Slogans "We are the 99 per cent" - man sei Teil der überwältigenden Mehrheit der Menschen, die kein großes Vermögen besitzt, keine nach ihnen selbst benannte Parkanlagen und auch keinen mit Spendengeldern erkauften politischen Einfluss. Die Proteste wurden wiederholt von der Polizei aufgelöst. Von der Protestbewegung wurde daraufhin massive Kritik an der Einschränkung der Versammlungsfreiheit geübt. (APA, derStandard.at, 18.3.2012)

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