Auftaktsieger Button hofft auf Gesetz der Serie

McLaren und Red Bull beherrschten Melbourne - Button fuhr 13. Sieg seiner Karriere ein, Weltmeister Vettel wurde nach Aufholjagd vor Hamilton Zweiter

Melbourne/Wien - Fünf der vergangenen sechs Sieger von Eröffnungsrennen durften sich am Ende des Jahres auch Weltmeister nennen. Insofern hofft der Brite Jenson Button auf das Gesetz der Serie. "Dieser Sieg zeigt, wie wichtig der Winter ist. Es ist schön, das erste Rennen zu gewinnen", sagte der 32-jährige McLaren-Pilot nach seinem dritten Erfolg im Albert Park von Melbourne nach 2009 und 2010. Es war der 13. Grand-Prix-Sieg seiner Karriere. Vor drei Jahren eröffnete er mit seinem ersten Platz in Australien ebenfalls die Saison - am Ende des Jahres war er Weltmeister.

Titelverteidiger Sebastian Vettel kämpfte sich im Red Bull nach dem sechsten Platz im Qualifying bis auf Platz zwei vor. "Jenson war aber einfach zu schnell, er war heute unschlagbar", sagte der Vorjahressieger. Erstmals nach 490 Tagen wurde Vettel als WM-Spitzenreiter abgelöst.

Der 24-jährige Deutsche profitierte bei seiner Aufholjagd auch von einer Safety-Car-Phase und überholte Buttons Teamkollegen Lewis Hamilton in der Box. "Nach einem nicht perfekten Qualifying haben wir das Maximum herausgeholt. Wenn man von Platz sechs losfährt und als Zweiter ins Ziel kommt, kann man sehr zufrieden sein. Das hatten viele nicht erwartet", sagte Vettel. "Das Safety-Car hat vielleicht ein bisschen geholfen. Aber ich denke, dass ich Lewis auch so hätte schnappen können." Hamilton, der von der Poleposition ins Rennen gegangen war, verlor die Führung am Start an Button. "Es war einfach nicht mein Tag", sagte der Brite.

Der vierte Platz des australischen Lokalmatadors Mark Webber im Red Bull knapp hinter Hamilton bestätigte die Dominanz der beiden Spitzenteams in der Formel 1. "Nur McLaren ist mit uns auf Augenhöhe, sonst kann da niemand mit", sagte Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko. Mit dem Grundspeed des neuen Red-Bull-Boliden aus der Feder von Designer Adrian Newey zeigte sich Marko zufrieden. "Vettel hatte aber kein optimales Setup, das Auto ist nicht gut gelegen."

Für den zweiten Grand Prix schon in einer Woche in Malaysia ist man im Lager des doppelten Titelverteidigers (Fahrer und Konstrukteure) jedenfalls zuversichtlich. "Wir haben unser komplettes Potenzial auch im Rennen noch nicht abgerufen", sagte Marko. "Dafür müssen wir das Auto besser verstehen." Auf dem Tropenkurs in Sepang hatte Vettel im Vorjahr vor Button gewonnen.

Silberpfeil mit Problemen

Rekordweltmeister Michael Schumacher, der als Vierter das beste Qualifying-Resultat seit seinem Comeback vor zwei Jahren feierte, musste schon in der elften Runde aufgeben. Das Getriebe seines Mercedes streikte. "Ich bin geradeaus ins Gras, um keinen Dreher zu produzieren", sagte Schumacher sichtlich enttäuscht. Die Performance des Silberpfeils im Qualifying stimmte den 43-jährigen Deutschen zwar positiv. "Aber im Rennen sind wir immer noch zu langsam. Bei uns sieht es zwar besser aus als im Vorjahr. Aber man muss ehrlich sagen, dass die anderen auch aufgeholt haben." Teamkollege Nico Rosberg kollidierte auf Platz sechs liegend in der letzten Runde mit dem Sauber von Sergio Perez und fiel noch aus den Punkterängen (12.). Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen steuerte bei seinem Comeback nach zwei Jahren seinen Lotus auf Rang sieben. Teamkollege Romain Grosjean aus Frankreich, der mit dem dritten Platz im Qualifying überraschte, wurde schon in der Anfangsphase von Williams-Pilot Pastor Maldonado aus Venezuela aus dem Rennen gekickt. (krud, APA, DER STANDARD, 19.3.2012)

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