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Der Kochlöffel soll maximal 35 Minuten geschwungen werden.
Wien - Die Idee dazu stammt aus Schweden. Dass Dirk van Quaquebeke sie nun bei uns auftischt, hängt mit dem Umzug des deutschen Ex-Bankers nach Österreich und einem regelmäßig wiederkehrenden Frust zusammen. "Mir fehlte es schon immer an Zeit und Lust zum Einkaufen. Die Feierabend-Warteschlangen an der Kassa waren mir eine Qual", erzählt er im Gespräch mit dem STANDARD.
"Wenn mich meine Frau fragte, was wir kochen sollten, hatte ich selten eine gute Idee. Ich konnte gerade zwei oder drei Rezepte kochen - also nicht besonders abwechslungsreich. Bevor mich meine Frau wegen meiner Kochkünste verlässt, musste ich aktiv werden."
Vorbild Middagsfrid
Seit Freitag liefert der Internetservice Kochabo.at wie sein schwedisches Vorbild Middagsfrid (grobe Übersetzung: Abendessenfrieden) Rezepte samt dazu nötigen frischen Lebensmitteln ins Haus. Den Kunden sollen so das mitunter lästige Einkaufen und die Ideensuche fürs Kochen erspart werden.
Und: "Wir möchten erreichen, dass alltagsgestresste Menschen statt Fastfood aufzuwärmen wieder Lust auf frisch zubereitetes und selbstgekochtes Essen bekommen."
Je nach Wunsch werden die Kochabo-Sackerln mit drei bis fünf Gerichten am Wochenanfang ins Haus geliefert. Zum Beispiel mit Zutaten für Gnocchi mit roten Rüben, Schafsmischkäse und Kren. Oder für Lachsfilet mit Sobanudeln und Pak Choi. Bei der Auswahl der Lebensmittel wird Quaquebeke zufolge darauf geachtet, dass sie aus der Region stammen. Basics wie Salz, Pfeffer, Öl sollten im Haushalt vorhanden sein.
Maximal 35 Minuten Zubereitungszeit
Damit der Genuss nicht durch Zeitverdruss getrübt wird, seien die Rezepte so angelegt, dass maximal 35 Minuten der Kochlöffel geschwungen werden muss.
Bestellt werden kann für zwei, vier oder sechs Personen. Mindestabnahme sind drei Gerichte, die wöchentlich oder im Zwei-Wochen-Rhythmus geliefert werden. Die Kosten dafür belaufen sich für einen Zweipersonenhaushalt auf 39 Euro, der Sechspersonenhaushalt zahlt 89 Euro. Im Urlaubsfall kann der Kunde auch das Abo (aus)ruhen lassen.
Expansionspläne
Um nicht die Katze im Sack abonnieren zu müssen, gibt es zum Start Probe-Abos. Derzeit ist der Internetservice in ganz Wien verfügbar. Geplant ist, das Angebot auf die anderen Landeshauptstädte auszudehnen. Quaquebeke geht von 800 bis 1000 Kunden aus, damit auch das ökonomische Resultat mundet.
In Schweden ist das einkaufs-und schleppfreie Schlemmersackerl auf fruchtbaren Bodengefallen. Neben Middagsfrid gibt es inzwischen mehr als ein Dutzend alternativer Dienste. "Und alle können davon leben", beantwortet Quaquebeke die Frage nach den Erfolgsaussichten. (Karin Tzschentke, DER STANDARD, 17./18.3.2012)
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