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Wilhelms Reise. Eine Auswanderergeschichte
Anke Bär
€ 15,40 / 62 Seiten
Gerstenberg-Verlag, Hildesheim 2012
Es ist ein historisches Buch, das sich derart toll als Bilderbuch tarnt, dass die Kinder gar nicht merken werden, dass sie ihre erste Geschichtestunde verpasst kriegen.
Erzählt wird der Weg vieler Deutscher im 19. Jahrhundert, die ihr Glück in Amerika suchten, besser: die von Armut getrieben, einen Ausweg suchten - vom Spessart nach New York. Die Geschichte machte im Dorf schnell die Runde: In Amerika, so hieß es, seien "alle Menschen glücklich und zufrieden", dort könne man " faustgroße Goldstücke" finden. Auch der bettelarme Wilhelm hört das und beschließt, Deutschland zu verlassen.
"Wilhelms Reise. Eine Auswanderergeschichte", heißt das Buch von Anke Bär. Mit Skizzen, Illustrationen und Fotos versucht sie einen Eindruck der Reisestrapazen zu vermitteln. Akribisch beschreibt Bär den Alltag an Deck der Columbia: Was es zu essen gab oder wie man sich die Zeit vertrieben hat.
Die Leserschaft - empfohlen wird das Buch ab dem achten Lebensjahr - erfährt, dass "mehrere Tausend Meter Tauwerk" am Schiff vonnöten waren. Sogar wie die Zwischendeckreisenden gekleidet waren, wird erklärt. Im Sommer 1872 landet Wilhelm schließlich in New York.
Nicht alle werden ihr Glück finden, Bär spart die enttäuschten Rückkehrer nicht aus. Sie gewährt so viele Einblicke, dass man selbst zum Auswanderer-Experten wird. So soll Geschichte Kindern vermittelt werden. (Peter Mayr, DER STANDARD, 17.3.2012)
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