ZDF muss kräftig sparen: Personalabbau im dreistelligen Bereich

16. März 2012, 18:08

In der Belegschaft regt sich Protest.

Mainz - Der deutsche Fernsehsender ZDF wird wegen der Sparvorgaben nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch Sendungen aus eigener Produktion streichen. Das kündigte der neue Intendant Thomas Bellut am Freitag nach seinem ersten Treffen mit dem Fernsehrat in Mainz an.

Er sprach von einem Personalabbau im dreistelligen Bereich. Die von den Ländern eingesetzte Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) verlangt vom ZDF Einsparungen von 75 Millionen Euro in den Jahren 2013 bis 2016.

Protest

In der Belegschaft regt sich Protest. Der Personalratsvorsitzende des ZDF, Edgar Rössler, sagte der Nachrichtenagentur dapd, die Vorgaben seien "nicht vertretbar, wenn man das Programm halten will".

Uli Röhm, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft ver.di im ZDF, betonte, dass die Personalquote im zwei Milliarden Euro grossen Etat des ZDF bei 15 Prozent liege. "Wo will man da noch sparen?", fragte er. Das ZDF hat nach eigenen Angaben 3.630 feste Mitarbeiter in Vollzeit und noch einmal ebenso viele freie Mitarbeiter.

In einer ver.di-Veranstaltung verteidigte der stellvertretende Vorsitzende des ZDF-Verwaltungsrats, Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich, die Sparvorgaben. Er kritisierte, das ZDF habe seine "Hausaufgaben" nicht gemacht.

Gegen "Überbietungswettbewerb"

Bei den Einsparungen müsse auch die Frage gestellt werden, ob das ZDF einen Jugendkanal brauche oder ob diese Zielgruppen nicht im Hauptprogramm angesprochen werden müssten. Man müsse sich zudem nicht einen "Überbietungswettbewerb" mit der ARD bei den digitalen Kanäle liefern, sagte Tillich.

Der neue Intendant kündigte eine "Programmoffensive" an, um das Hauptprogramm zu modernisieren und jüngere Zuschauer zu gewinnen. Die Erfolge der Digitalkanäle und Onlineangebote reichen dafür allein nicht aus. Zu den nicht gefährdeten Sendungen zählt er politische Talkrunden, das "Auslandsjournal" und die Kultursendung "aspekte".

Bellut appellierte an die ARD, sich gegenseitig mehr abzustimmen. Es solle vermieden werden, dass Events wie bisher sowohl im Ersten als auch im ZDF übertragen werden. (APA, 16.3.2012)

Der ORF sollte diesem Beispiel folgen.

bei aller (berechtigten) kritik am orf, aber das kann man ihnen wohl nicht vorwerfen.
das zdf folgt hier dem beispiel orf.

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