Kaum noch Chancen für Schlierenzauer

  • Gregor Schlierenzauer: "Das wird nicht mehr ganz funktionieren."
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    Gregor Schlierenzauer: "Das wird nicht mehr ganz funktionieren."

Norweger Bardal vor dem letzten Bewerb mit 100 Punkten Vorsprung - Tiroler am Freitag in Planica auf Platz fünf

Planica  - Der Norweger Anders Bardal steht vor dem letzten Bewerb praktisch als Gesamtsieger im Skisprung-Weltcup fest. Der 29-Jährige hat vor dem Skifliegen in Planica am Sonntag 100 Punkte Vorsprung auf den Tiroler Gregor Schlierenzauer und benötigt in der letzten Konkurrenz unter 31 Teilnehmern nur noch einen Punkt, um als dritter Norweger die Trophäe zu gewinnen. Am Freitag genügte Bardal in Planica der zwölfte Platz (202,5/196 m), um den fünftplatzierten Schlierenzauer (215,5/219,5) auf Distanz zu halten.

Weltmeister Robert Kranjec (227,5/215) feierte als erster Slowene einen Sieg in Planica und übernahm die Führung im Skiflug-Weltcup: "Es war großartig, wie in Vikersund", freute sich der Champion. Martin Koch (225/218,5) war als Dritter hinter dem Schweizer Simon Ammann bestplatzierter Österreicher in der Tageswertung. Der Kärntner WM-Dritte hatte 15,7 Punkte Rückstand auf Kranjec und holte den siebenten Podestplatz auf der früheren Weltrekordschanze. "Es war ein schöner Flugtag, genauso wie ich es mit gewünscht habe", sagte Koch, der in der Skiflug-Wertung als Vierter mit 93 Punkten Rückstand auch nur noch eine theoretische Chance hat.

Andreas Kofler (219/218) landete unmittelbar hinter Schlierenzauer an der sechsten Stelle. "Es war super, ich hab mich total wohlgefühlt. So macht es Spaß", sagte der Weltcup-Gesamt-Dritte. Thomas Morgenstern musste sich nach Windpech im Finale mit dem 21. Rang begnügen, knapp vor Wolfgang Loitzl (23.) und David Zauner (25.).

Schlierenzauer musste als Fünfter nach dem ersten Durchgang vor seinem Finalsprung wegen einer Jury-Sitzung lange warten, dennoch gelang ihm ein starker Sprung - allerdings keine Rangverbesserung. Mit der praktisch gefallenen Entscheidung fand sich der Tourneesieger offenbar leicht ab. "Ich glaube, ich bin ein Mensch, der das nüchtern analysieren kann. Ich würde sagen, das wird nicht mehr ganz funktionieren." Er wolle die kommenden zwei Flugtage einfach genießen, sagte der 22-Jährige.

Bardal zeigte nicht seine besten Sprünge. Nach der Anspannung der vergangenen Woche fühle er sich sehr erleichtert, erklärte der Norsker. "Es ist einfach verrückt", sagte er zum praktisch feststehenden Gesamtsieg, 18 Jahre nach Espen Bredesen und 25 nach Vegaard Opaas. "Ich war mir ziemlich sicher, dass Gregor gut springen wird. Bei mir war es nicht perfekt heute. Jetzt werde ich mich hoffentlich etwas entspannen können."

Slowenien könnte am Sonntag zusätzlich zum qualifizierten 30er-Feld einen weiteren Springer stellen. Dies wird erst am Samstag nach dem Teambewerb feststehen, wenn die Startliste erstellt wird. Sind am Sonntag aber nur 30 Athleten am Start, würde Bardal alleine das Antreten schon zum Gesamtsieg reichen. (APA, 16.3. 2012)

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