Kaum noch Chancen für Schlierenzauer

16. März 2012, 19:11
  • Gregor Schlierenzauer: "Das wird nicht mehr ganz funktionieren."
    foto: apa

    Gregor Schlierenzauer: "Das wird nicht mehr ganz funktionieren."

Norweger Bardal vor dem letzten Bewerb mit 100 Punkten Vorsprung - Tiroler am Freitag in Planica auf Platz fünf

Planica  - Der Norweger Anders Bardal steht vor dem letzten Bewerb praktisch als Gesamtsieger im Skisprung-Weltcup fest. Der 29-Jährige hat vor dem Skifliegen in Planica am Sonntag 100 Punkte Vorsprung auf den Tiroler Gregor Schlierenzauer und benötigt in der letzten Konkurrenz unter 31 Teilnehmern nur noch einen Punkt, um als dritter Norweger die Trophäe zu gewinnen. Am Freitag genügte Bardal in Planica der zwölfte Platz (202,5/196 m), um den fünftplatzierten Schlierenzauer (215,5/219,5) auf Distanz zu halten.

Weltmeister Robert Kranjec (227,5/215) feierte als erster Slowene einen Sieg in Planica und übernahm die Führung im Skiflug-Weltcup: "Es war großartig, wie in Vikersund", freute sich der Champion. Martin Koch (225/218,5) war als Dritter hinter dem Schweizer Simon Ammann bestplatzierter Österreicher in der Tageswertung. Der Kärntner WM-Dritte hatte 15,7 Punkte Rückstand auf Kranjec und holte den siebenten Podestplatz auf der früheren Weltrekordschanze. "Es war ein schöner Flugtag, genauso wie ich es mit gewünscht habe", sagte Koch, der in der Skiflug-Wertung als Vierter mit 93 Punkten Rückstand auch nur noch eine theoretische Chance hat.

Andreas Kofler (219/218) landete unmittelbar hinter Schlierenzauer an der sechsten Stelle. "Es war super, ich hab mich total wohlgefühlt. So macht es Spaß", sagte der Weltcup-Gesamt-Dritte. Thomas Morgenstern musste sich nach Windpech im Finale mit dem 21. Rang begnügen, knapp vor Wolfgang Loitzl (23.) und David Zauner (25.).

Schlierenzauer musste als Fünfter nach dem ersten Durchgang vor seinem Finalsprung wegen einer Jury-Sitzung lange warten, dennoch gelang ihm ein starker Sprung - allerdings keine Rangverbesserung. Mit der praktisch gefallenen Entscheidung fand sich der Tourneesieger offenbar leicht ab. "Ich glaube, ich bin ein Mensch, der das nüchtern analysieren kann. Ich würde sagen, das wird nicht mehr ganz funktionieren." Er wolle die kommenden zwei Flugtage einfach genießen, sagte der 22-Jährige.

Bardal zeigte nicht seine besten Sprünge. Nach der Anspannung der vergangenen Woche fühle er sich sehr erleichtert, erklärte der Norsker. "Es ist einfach verrückt", sagte er zum praktisch feststehenden Gesamtsieg, 18 Jahre nach Espen Bredesen und 25 nach Vegaard Opaas. "Ich war mir ziemlich sicher, dass Gregor gut springen wird. Bei mir war es nicht perfekt heute. Jetzt werde ich mich hoffentlich etwas entspannen können."

Slowenien könnte am Sonntag zusätzlich zum qualifizierten 30er-Feld einen weiteren Springer stellen. Dies wird erst am Samstag nach dem Teambewerb feststehen, wenn die Startliste erstellt wird. Sind am Sonntag aber nur 30 Athleten am Start, würde Bardal alleine das Antreten schon zum Gesamtsieg reichen. (APA, 16.3. 2012)

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Vielleicht platzt ja bardal am sonntag der reissverschluss, er wir disq. und damit 31. Möglich wärs ...

was ist so schlimm daran weltcupzweiter zu werden

außer dass es weniger kohle gibt...ich finde es gut, dass österreich nicht mehr so dominant ist. ich freue mich schon auf den angriff der deutschen, norweger und polen im kommenden jahr. bei der olympiade in sotschi werden sich die ösis schon einmal warm anziehen müssen...

für einen Überspringer und Rekordjäger wie Schlierenzauer ist jeder Platz schlimm, der in keiner Statistik aufscheint

gefühlt dominiert Schlierenzauer den Weltcup seit 4 Jahren, tatsächlich gewonnen hat er ihn aber bislang nur einmal

weil er der einzige ist, der in den letzten, eigentlich 6 jahren, immer ganz vorne dabei war - bis auf letzte saison in der ersten hälfte. da war er weit weg.

ammann und morgenstern waren zwar auch immer ganz gut, aber eben nie mit so vielen siegen.

gar nichts ist schlimm daran, da wird wieder auf höchstem niveau gemeckert,und das auch wieder nur von seiten der medien.

die sportler selbst dürften damit wohl kein problem haben-so wie das gestern gewirkt hat.

abgesehen davon,auch vor zwei jahren hat uns der schweizer den sieg vermasselt und gregor wurde zweiter.

und schlierenzauer u. kofler sind 2. u. 3. im weltcup, also verstecken braucht man sich da sicher nicht, vorallem nach so einer absoluten chaos-saison, was die äusseren einflüsse angeht.

da war sogar ich als zuseher oft nah am verzweifeln, was da teilweise abging.

und gut, dass so viele nationen nun um siege mitmischen,so soll es ja sein und tut dem sport nur gut.

Das ist eine Ausrede.

Österreich schwächelt.

das dreifach-podium bei der vierschanzentournee haben´s wohl geschenkt bekommen?

österreich dominiert vielleicht nicht mehr alles, aber schlecht sind sie deshalb auch nicht. ;) was diese truppe seit jahren leistet steht über allen dingen. die können nur mehr "verlieren", weil besser geht´s fast nicht mehr.

hast eh recht. nicht zum anschauen heuer, was die österreicher da abliefern.

als kranjec heruntersegelte ist dem ammann das gesicht eingeschlafen :-)

Also zwei Dinge muss man hier mal ganz offen und ehrlich ansprechen.

1. Bardals Saisonleistung ist absolut lobenswert.

2. Wenn es dann so knapp her geht, kannst einfach keine (regelkonforme) Disqualifikationen bei einem Springen brauchen, das du gewonnen hättest. Er, Schlierenzauer, hatte neben einer nicht optimalen Form auch das nötige Quäntchen Pech mit seinem Anzug. Hat es das schon mal gegeben, dass ein Reißverschluss am Anzug die Entscheidung im Gesamtweltcup bringt? Bitte um Infos durch unsere Forumsexperten. Danke!

die Entscheidung hätte ein kaputter Reißverschluss auch nur dann gebracht, wenn es sich dabei um das letzte entscheidende Springen gehandelt hätte

wie die Saison ohne kaputten Reißverschluss weiter verlaufen wäre, kann niemand sagen

Von mir kommt der rote Strich zwar nicht, aber ich bin da schon der Meinung, dass nicht viel anders verlaufen wäre. Und wenn, dann hat der Reißverschluss maximal einen kleinen Knax bei Schlierenzauer gebracht und keinen Boost.

Daher möge heute der Norweger die nötigen Punkte zwischen sich und dem Österreicher bringen, damit er diesen kleinen Schatten nicht mit sich mitschleppen muss.

Und dem marc13 muss ich dahingehend Recht geben, dass der Schlierenzauer mit den meisten seiner Taten in Erinnerung bleibt. Der Junge polarisiert eben - im Gegensatz zum Bardal.

nöö, denke das ist einzigartig.

aber irgendwie passt das zu schlierenzauer, wenn er was macht, dann "gscheit" und auf einzigarte weise ;-).

das wird wohl auch in erinnerung bleiben.

"Kaum noch Chancen für Schlierenzauer" -es sit ihm zu vergönnen, dass es dieses Jahr nichts wird.

"Kaum noch Chancen für Schlierenzauer" -es sit ihm zu vergönnen, dass es dieses Jahr nichts wird.

vielleicht wird ja schlierenzauer einmal der sein, der durch pech nicht 4 oder 5 mal die gesamtwertung gewonnen hat, vielleicht wird er auch am ende der karriere nur gleich viele gesamtweltcup-siege am konto haben wie bardal, der das durch glück erreicht hat. letzteres würde schlierenzauer wohl trotzdem verkraften können. auch ahonen hat es "nur" 2x geschafft, weißflog "nur" 1x.

ahonen war eben der mit den meisten tournee-siegen, ammann mit den meisten olympia-einzelgoldenen und schlierenzauer wird wohl der mit den meisten weltcup-siegen sein - was ja auch nicht schlecht ist - und für den rest hat er ja noch ein paar jahre zeit.

noch ist nykänen der einzige, der alles zumindest einmal gewonnen hat, schlierenzauer fehlt olympiagold

ich denke heuer kann er es sehr gut verkraften. ;)
was die weitere karriere angeht muss man schauen. für nächstes jahr wurd er mit ziemlich sicherheit den gesamtweltcup fokussieren, da zwar die wm ansteht, aber es noch nicht die olympia-saison ist.

außerdem springt er jetzt technisch wieder auf einem sehr hohen niveau. wenn er jetzt sein material noch anpasst und so weiterarbeitet, ist für nächstes jahr sicherlich viel drinnen.

ein paar jährchen hat er ja noch vor sich. da kann noch viel passieren. ;)
obwohl ich mir bei schlierenzauer ja ein "früheres" ende der karriere vorstellen könnte.

klar, das kann man sowieso alles erst gegen ende einer karriere sagen, gerade beim skispringen kann es so schnell gehen.

aber mein bauchgefühl sagt mir, dass da bei schlierenzauer noch der eine oder andere gesamtweltcusieg dazukommen wird.

olympiagold kann man schwer vorraussagen, da muss halt sehr viel zusammenspielen am tag x, wie man ja schon oft in der vergangenheit gesehen hat.

aber vorallem wenn es noch viele solche saisonen wie heuer gibt (extreme bedingungen, übersensibles material, fragwürdige juryentscheidungen...), dann kann man sowieso schwer prognosen abgeben.

hoffe, dass man da so einiges über den sommer hinweg überarbeitet.

Unglaublich, dass ein Springer mit so vielen Siegen erst einen Gesamtweltcupsieg hat.

mit den punkten, die er bei seinen zweiten plätzen in der gesamtwertung gehabt hat, hätte er heuer 3x gewonnen - da hättens ihn noch 1 oder 2 mal disqualifizieren können.

sein pech war, dass ammann 2010 eine super-saison mit extrem vielen punkten hatte und auch morgenstern 2008. pech hatte auch ammann 2009 - mit über 1700 punkten wird man normal nicht zweiter - aber schlierenzauer hatte ja weit über 2000.

davon sind wir heuer weit entfernt. vielleicht wird schlierenzauer nicht so oft den gesamtweltcup gewinnen wie malysz und nykänen, kann auch gut sein, dass das wegen dem blöden anzug am kulm nicht passiert.

andererseits konnte ahonen auch nur 2x den weltcup holen - hat ja 2006 auch überraschend gegen janda verloren.

man muss auch bedenken, dass schlierenzauer 13 siege in einer saison hatte.

die anderen waren in den anderen jahren schön aufgeteilt, zweiter war er ja schon zweimal. ist irgendwie immer blöd gelaufen, dass es sich dann knapp nicht ausging.

andererseits, mit erst 22 denke ich schon, dass da noch einiges nachkommen wird.;-)

dafür ist er die ganze zeit an der spitze. bei anderen topspringern wie malyzs oder ahonen war es dann eher so, dass sie ein paar saisonen hatte,wo sie weiter hinten gelandet sind.

die siege waren da einfach anders aufgeteilt ;-).

eher unglaublich, dass er noch nie sportler des jahres war und auch heuer nicht werden wird.

Der ist natürlich für hirscher angerichtet

das stimmt wohl. ;)
wäre aber auch so, wenn schlierenzauer den gwc in der tasche hätte.
alpin geht noch immer vor nordisch....

Hinweis an die Redaktion

Wenn Der Standart schreibt, dass Robert Kranjec als erster Slowene in Planica gesiegt hat, dann stimmt das so nicht.

Es liegt zwar schon fast 24 Jahre zurück, aber es war tatsächlich der 26. und 27 Marz 1988, als Primoz Ulaga als erster Slowene in Planica 2x siegte - auf der mittleren und grossen Springschanze.

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