Die Sterne und das gute Essen

Severin Corti, 18. März 2012, 17:47

Heinz Reitbauer teilt mit René Redzepi ein gemeinsames Schicksal: Er hat einen wohlverdienten dritten Stern nicht erhalten

Aus heimischer Sicht hat der eben erschienene Michelin-Guide Main Cities of Europe 2012 (nach dem Ende der Österreich-Ausgabe vor zwei Jahren der einzige Michelin, in dem zumindest ein paar Salzburger und Wiener Restaurants bewertet werden) eh auch etwas Positives gebracht: Mit Silvio Nickol vom Wiener Palais Coburg gibt es einen neuen Zwei-Sterne-Koch im Land.

Dass Heinz Reitbauer vom Steirereck seinen wohlverdienten dritten Stern wieder nicht erhalten hat, wirkt nur auf den ersten Blick seltsam - immerhin teilt er dieses Schicksal mit René Redzepi, dem besten Koch der Welt, vom Noma in Kopenhagen. 

"Keine Reise Wert"

Der Mann, dessen sympathische, gleichzeitig höchst verdichtete und verblüffend bescheidene Naturküche von den größten Köchen zwischen New York, Paris und London als wesentlichste Inspiration der vergangenen Jahre gesehen wird, ist den Testern des - noch - einflussreichsten Guides weltweit also noch immer keine "Reise wert", wie die offizielle Umschreibung der Drei-Sterne-Bewertung lautet.

Das soll verstehen, wer will. Ein kaum beachteter Umstand könnte freilich Aufklärung bringen: Weltweit gibt es nirgends ein Drei-Sterne-Restaurant in einem Land, in dem Michelin nicht auch selbst mit einem eigenen Guide vertreten ist. Wir hatten zumindest mal einen. (Severin Corti, DER STANDARD, 17.3.2012)

Nichts Neues

Es gab schon immer 2-Stern-Restaurants, die den dritten verdient hätten.
Denkfaul, wie ich ich um diese Zeit meistens bin, erwähne ich nur "Maître" in Berlin.

Auch 2 Michelin - Sterne sind nicht zu verachten

Man sollte am Boden bleiben. Auch 2 Michelin - Sterne sind eine ausgezeichnete Bewertung. Glaube nicht, dass es in Österreich ein Restaurant gibt, das zu den weltbesten Restaurants gezählt werden sollte.

Reitbauer hat keinen 3. Stern verdient

Tja..

im Gegensatz zu Gault Millau oder Falstaff wird Michelin ernst genommen. Zumindest von den Köchen selbst.

was potenziell gäste bringt wird

von den köchen und restaurantbetreibern ernst genommen. es lässt sich keiner die gelegenheit nehmen, eine gute bewertung in irgend einer form zu erwähnen bzw. davon zu profitieren. das gilt genauso für falstaff oder gault millau, auch wenn der michelin bestimmt das höchste ansehen hat.

Konnte man nie ernst nehmen, diesen Autowerkstätten-Führer aus den 30er-Jahren.

Sie haben ja gar keine Ahnung...

Der Guide Michelin ist die oberste Instanz. Und das zu Recht.

Wetten, dass er in Österreich plötzlich sehr ernst genommen würde, wenn es einen 3-Sterne-Koch in Österreich gäbe. Aber so übt man sich in der Rolle des Fuchses, dem die Trauben zu sauer sind und macht ein Tamtam um die Hauben.

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