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Der Nutzer, das unbekannte Wesen: Wenn Mieter ein- und ausziehen, ist rechtzeitige Flexibilität gefragt, um Umbau- und Betriebskosten nicht in unberechenbare Höhen steigen zu lassen.
Wie sieht das Bürogebäude der Zukunft aus? Wie intelligent und wie sparsam muss es sein? Und kann man das überhaupt planen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das Forum Building Science an der Donau-Universität Krems.
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Krems - Wie sieht das Gebäude der Zukunft aus? Für Projektentwickler, Architekten und Ingenieure steht bei dieser Frage einiges auf dem Spiel. Um eine mögliche Antwort darauf bemühte sich das Forum Building Science, das vorige Woche zum siebenten Mal an der Donau-Universität Krems stattfand. Genau genommen handle es sich um eine Vielzahl von Antworten, merkte Dekanin Renate Hammer schon zur Eröffnung an und stellte sofort klar, dass ein Future-Building nicht zwingend im Science-Fiction-Raumschiff-Look daherkommen müsse: "Unsere nostalgische Vorstellung ist noch von der Zukunftsbegeisterung der 1960er-Jahre geprägt, in der alles möglich war. Aber es gibt nicht ein Future-Building, sondern viele."
Breites Spektrum
Das Spektrum des Forum Building Science reichte von der Immobilienwirtschaft über Lichtplanung, Bauklimatik, Gebäudetechnik bis hin zu Facility Management (FM) und den Konflikten zwischen Wärmedämmung und baukulturellem Erbe. Die Antworten waren verschieden, doch die Richtung war eindeutig: Das Gebäude der Zukunft muss intelligenter und vor allem energieoptimierter werden.
Die größte Unbekannte in dieser Rechnung ist der Nutzer. Was nütze die ausgeklügeltste Sonnenschutzlamelle, die, wie Lichtplaner Helmut Köster aus Frankfurt erklärte, durch Einsparung künstlicher Beleuchtung bis zu 40 Prozent des Gesamtenergiebedarfs reduzieren kann, wenn der Nutzer sie nicht richtig bediene?
Ähnliches vernahm man auch vom österreichischen Handelsimmobilienmarkt, der mit 3,4 Millionen Quadratmetern Verkaufsfläche praktisch gesättigt ist. Das heuer eröffnende Shoppingcenter G3 in Gerasdorf ist das letzte Riesenprojekt seiner Art. Nur eine Verschiebung des Fokus vom Vermietermarkt zum Mietermarkt, mit spezialisierten Angeboten könne hier noch profitable Kohlen aus dem Feuer holen.
Das unbekannte Wesen
Vom Nutzer, dem unbekannten Wesen, können Facility-Manager längst ein Lied singen. Die Maßnahmen sind klar und die Einsparungsmöglichkeiten bekanntermaßen enorm, wie einige in den Vorträgen geschilderte Fallbeispiele zeigten. Ein erfolgreiches Energiemanagement bedingt allerdings genaue Messungen. Der Haken an der Sache: Durch die hohen Effizienzanforderungen zeige sich die Industrie heute noch überfordert, und viele Unternehmen sträubten sich dagegen, fünf Jahre nach Fertigstellung immer noch einen optimierenden Fremdplaner im Hause zu haben.
Wie weit in die Zukunft reicht das Future-Building? Sind fünf Jahre genug? Glaubt man Rainer Stempkowski, Leiter des Studiengangs Life Cycle Management an der Donau-Uni, ist es sogar ein Vielfaches: "Zehn oder 30 Jahre sind nicht genug. Wir müssen wieder Häuser für hundert Jahre planen!" Die Einsparungspotenziale bei den Betriebskosten, vor allem bei Reinigung und Instandhaltung, seien gewaltig.
Viel zu optimieren
Helmut Floegl von der Donau-Uni referierte über Kennzahlen ökonomischer Nachhaltigkeit und lieferte anhand eines konkreten Gebäudebeispiels das nötige Zahlenfundament: Während viele immer noch mit reinen Gebäudebasiskosten rechnen, liegen die tatsächlichen Lebenszykluskosten im Schnitt 50 Prozent höher. "Die Normung von Lebenszykluskosten ist zwar schwierig, sie dürfen aber nicht vernachlässigt werden. Das ist ein Kostenpunkt, an dem es noch viel zu optimieren gibt." (Maik Novotny, DER STANDARD, 17./18.3.2012)
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Machen sie uns nicht immer abhängiger und frustrierter? Mich wundert jedenfalls nicht, dass es den Menschen, die in solchen hochgelobhudelten "intelligenten" Gebäuden wohnen oder arbeiten müssen, eigentlich unwohl ist.
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