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Graz - Nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder können erhebliche Schlafprobleme haben: Kinderärzte und praktische Ärzte werden häufig mit der elterlichen Sorge "Mein Kind kann nicht schlafen" konfrontiert. Dazu gehören auch Fälle von schnarchenden Buben und Mädchen, die unter nächtlichen Atmungsaussetzern leiden. An österreichischen Kliniken existieren zwar einige kindgerechte Messplätze für entsprechende Schlaflaboruntersuchungen - "Zu wenig", befindet jedoch der Leiter des Grazer Kinderschlaflabors Werner Sauseng am Rande einer Freitag gestarteten Tagung von 250 Experten der pädiatrischen Schlafmedizin aus Deutschland und Österreich.
"Eine Herausforderung stellt die Ausbildung in diesem kleinen aber wichtigen Teilgebiet der Pädiatrie dar: "Zurzeit wird versucht, Schlafmedizin in Österreich als 'Spezialisierung' anerkennen zu lassen", erklärte Sauseng im Vorfeld der Tagung. Er leitet in diesem Jahr die deutsch-österreichische Gemeinschaftstagung. Sauseng betonte: "Zum anderen gibt es in Österreich zu wenige Schlaflabore, die sich mit Schlaferkrankungen im Kindesalter beschäftigen. Nur drei sind von der österreichischen Schlafgesellschaft akkreditiert". Eines befindet sich in Graz, ein weiteres in Wien und Villach. "Kinder stellen im Schlaflabor eine spezielle Herausforderung dar. Die Krankheitsbilder sind unterschiedlich, ebenso die Auswertung der Befunde. Und sie brauchen im Umgang mit Kindern erfahrene Pflegekräfte", so der Experte.
Kein erholsamer Schlaf
Schnarchen betreffe rund zehn Prozent der Kinder, etwa zwei Prozent seien aber auch vom sogenannten Obstruktivem Schlafapnoesyndrom (OSAS) betroffen. Das sind lange Atempausen während des Schlafes, die eine Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff auslösen können. Die Kinder sind tagsüber müde, weil der nächtliche Schlaf nicht erholsam war. Oft werden sie in ihrer geistigen und körperlichen Entwicklung gebremst. Die Abklärung, in wie weit es sich um eine Erkrankung handelt, könne nur in einem speziell für Kinder ausgerüstetem Schlaflabor stattfinden, so Sauseng. Weiters sollten laut Expertenmeinung jene Kinder, die ein besonders hohes Risiko der Erkrankung an schlafbezogenen Atmungsstörungen (Trisomie 21, neuromuskuläre Erkrankungen, Lippen-Kiefer-Gaumenspalten) haben, in solchen Einrichtungen untersucht werden.
Das Tagungsprogramm mit dem Titel "Schlaf und Syndrome" wird schwerpunktmäßig u.a. auf Dysmorphie-Syndrome, OSAS und den "Plötzlichen Säuglingstod" eingehen. Weiters soll erörtert werden, wo Österreich und Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern im Bereich der Ausbildung in pädiatrischer Schlafmedizin angesiedelt sind. (APA, 16.3.2012))
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