Jedes zehnte Kind erkrankt an Neurodermitis

Eltern vertrauen oft auf Wundermittel und Dr. Google - Kinderärzte und Apotheker starten Aufklärungsoffensive

Wien - Mehr als 10 Prozent der Kinder in Österreich leiden unter Neurodermitis, Tendenz steigend. Die atopische Dermatitis zählt damit zu den häufigsten chronisch entzündlichen Hauterkrankungen bei Kindern und manifestiert sich bei der Hälfte der Betroffenen innerhalb der ersten sechs Lebensmonate. Eltern fühlen sich zunächst oft überfordert und hilflos - und vertrauen häufig auf Wundermittel und Dr. Google. "Wir warnen entschieden vor vermeintlichen Heilmitteln und selbstgewählten Neurodermitis-Diäten", so Isidor Huttegger, Leiter der Allergie- und Lungenambulanz an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde am St. Johanns-Spital in Salzburg. Damit sich Eltern im Informationsdschungel besser zurechtfinden, haben Österreichs Kinderärzte und Apotheker einen Ratgeber erarbeitet und starten nun eine gemeinsame Aufklärungsoffensive.

Lebensqualität verbessern

"Eltern können die Rolle eines "Co-Therapeuten" bei der Neurodermitis-Behandlung ihres Kindes übernehmen und damit die Lebensqualität ihres Kindes deutlich verbessern", definiert Huttegger sein vorrangiges Ziel.  Sieben goldene Regeln fassen die wichtigsten Tipps in aller Kürze zusammen. Außerdem enthält der Ratgeber wichtige Hinweise zum Umgang mit Juckreiz und beleuchtet den Stellenwert unterschiedlicher Allergien und auslösender Faktoren.

Im ersten Lebensjahr gelingt durch regelmäßige Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen noch eine enge Zusammenarbeit zwischen Eltern und Kinderarzt. Danach nimmt die Besuchsfrequenz in den Ordinationen langsam ab, was sich in einigen Fällen negativ auf die Therapietreue (Compliance) auswirkt. Hier erkennen Österreichs Apotheker Potenzial. "Wir sehen die Eltern regelmäßig und wissen in vielen Fällen auch, wer in der Familie welche Krankheiten hat und möglicherweise eine Dauertherapie benötigt", so Max Wellan, Apotheker in Wien und Vizepräsident der Wiener Apothekerkammer. (red, 16.3.2012)

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