Interessantes am Unterlauf der Thaya

16. März 2012, 17:02
  • Gesamtgehzeit 3 ¼ Stunden,  unerhebliche Höhendifferenz. Kein Stützpunkt an der Strecke,  Gaststätten in Bernhardsthal. ÖK25V Blatt 5309-Ost (Hohenau  an der March), Maßstab 1:25.000
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    foto: thomas hofmann

    Gesamtgehzeit 3 ¼ Stunden, unerhebliche Höhendifferenz. Kein Stützpunkt an der Strecke, Gaststätten in Bernhardsthal. ÖK25V Blatt 5309-Ost (Hohenau an der March), Maßstab 1:25.000

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    grafik: der standard

Eine Tour im Nordosten des Weinviertels, die nur in der gelsenlosen Zeit ein Vergnügen wird

Die nordöstlichste Ecke Österreichs am Unterlauf der Thaya ist ein wenig bekanntes, aber äußerst interessantes Wandergebiet. Die Gegend wies schon in der Jungsteinzeit eine Besiedelung auf, noch heute sind bei Bernhardsthal drei, von den Illyrern stammende Hügelgräber zu sehen, die in der Literatur mitunter als "Drei Berge" aufscheinen.

Die Auen der Thaya und March sind Naturschutzgebiet, etwa zwei Drittel der in Österreich vorkommenden Vogelarten sind dort nachgewiesen, darunter so seltene Arten wie Kaiseradler, Nachtreiher und Sakerfalke. Im Zuge der 1987 abgeschlossenen Flussregulierung wurden etliche Mäander abgeschnitten, was zu ökologischen Veränderungen geführt hat. Andererseits sind diese Gewässer besonders idyllisch, wie man sich bei der Wanderung beim Moosanger überzeugen kann.

Auf der Runde kommt man an dem in den 1990er-Jahren entstandenen Teich vorbei, der mit rund 25 Hektar die größte Wasserfläche des Weinviertels bildet. Der Teich ist durch eine Brücke der 1839 erbauten Kaiser-Ferdinand-Nordbahn geteilt, die als die älteste erhaltene Eisenbahnbrücke Österreichs gilt. Ihre Planung stammt von Carl Ritter von Ghega, dem Erbauer der Semmeringbahn.

Bei höherem Wasserstand der Thaya sind die an das Ufer angrenzenden Wiesen überflutet, dann muss man auf dem Damm bleiben. Sonst gibt es einen schmalen Pfad direkt am Rande des Gewässers, der von einer Daubelfischer-Hütte zur anderen führt.

Vergnügen an der Tour allerdings stellt sich nur in der gelsenlosen Zeit ein. Sobald die ersten Biester geschlüpft sind, sollte man auf die Wanderung verzichten, denn die Insekten sind in diesem Bereich besonders aggressiv, weshalb schon einige Maßnahmen einer "Gelsenregulierung" erprobt wurden, da natürlich auch die Heimischen unter dieser Plage leiden.

Die Wege sind - trotz Angaben in manchen Karten - nicht markiert und nur teilweise beschildert, was in dem offenen Terrain keine Probleme bereitet. Ein Fernglas zur Beobachtung der Gefiederten sollte man im Gepäck haben. Die Tour sollte unter dem Motto "Gehen und Schauen" stehen, dann wird man den Reiz dieser Landschaft voll auskosten.

Die Route: Vom Bahnsteig 2 der Haltestelle Bernhardsthal geht es durch eine nach Südosten führende Allee - die Bundesstraße querend - zu den drei Tumuli und weiter bis zum Hochwasserschutzdamm. Gehzeit eine Stunde. Nun hält man sich links und wandert auf dem Damm nordwärts. Man überschreitet auf einem Steg den Hametbach und gelangt schließlich zum Ende des Dammes. Gehzeit ab Erreichen des Dammes etwa eine Stunde.

Nun folgt man den Wegweisern "Moosangerweg" und schwenkt nach Süden ein. Bei der Kote 156 hält man sich rechts, geradeaus geht es zur Bundesstraße, die man beim Tobesch kreuz quert, auf dem nördlichen Ufer des Teichs geht es weiter in einem Bogen zum Ausgangspunkt der Wanderung. Gehzeit ab Ende Hochwasserschutzdamm 1 ¼ Stunden. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Album/17.3.2012)

mittagessen

gibt's dort auch eine möglichkeit einzukehren ? auf der website von bernhardsthal findet sich unter "gastronomie" nur leere !

bald hinfahrn

denn die Züge nach Bernhardsthal werden bald weniger

Das mit den Illyrern ist so eine Gschicht ..

der Begriff "illyrer" wird in diesem Kontext eigentlich nur noch als Arbeitstitel verwendet. Gemeinhin kann man sagen .. ja: irgendeine Indoeuropäische Gruppe (no na . vermischt usw) .. aber auf Illyrer legt man sich im Ostalpenraum und allem drumrum kaum noch fest.

Nicht nur Gelsen

In den Wiesen und im Unterholz am Flußufer wimmelt es vor Zecken. Soll man vor allem im Hinblick auf Kinder bedenken.

Wunderschön, aber das Foto mit dem Granitfelsen stammt von weiter oben, aus dem Nationalpark Thaya-Hardegg, würde ich tippen.

Hier, kurz vor der Thaya-Mündung in die March weitet sich das Thayatal zu einer lieblichen Wiesen- und Auenlandschaft. Ein Stück weiter stromauf, in Tschechien kann man das Schloss Eisgrub (Lednice) mit seinem weitläufigen Englischen Garten in den Thayaauen besuchen, das unter anderem in Raimunds "Alpenkönig und Menschenfeind" erwähnt wird.

"Das Mädchen aus der Feenwelt oder Der Bauer als Millionär"

Zweiter Aufzug, Achte Szene: "DAS HOHE ALTER (vonaußen). Aus Eisgrub!" (Kurz nach Brüderlein fein.)

Kenntnis wird mit Grün belohnt!

das mit den gelsen kann ich bestätigen

gegen diese biester helfen weder repellents noch dichte kleidung...

andrerseits: wenn man nicht durch die pampa trampelt und seine augen offenhält, kann man fast eine eisvogelsichtungsgarantie abgeben...

ps: auch eine wanderung/spaziergang südwärts ziemlich entlang von thaya/später march ist reizvoll, spätestens die heurigen in grub und stillfried und mannersdorf bieten einladene endpunkte (man kann ja einen teil mit der bahn fahren...die gibts dort ja zum glück noch)

Am Damm mitm Rad von Bernhardstal bis Angern

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