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"Schattenwurf"

"N"

"Planet"

"Ast"
Wenn Architekten ein Gebäude von Grund auf planen und einrichten, hapert es manchmal an den Details. So passen Garderobenhaken aus dem Baumarkt oft nicht ins Gesamtbild. Deshalb hat der Produktdesigner Peter Kirchhoff das Projekt "Iserlohner Haken" ins Leben gerufen. Er lud zehn international bekannte Architekten und Designer dazu ein, dem verstaubten Kleiderhaken neue Perspektiven als Einrichtungsgegenstand und Wandobjekt zu geben.
Offensichtlich hat er mit dem Haken den Nagel auf den Kopf getroffen. Denn von der Idee begeistert, überarbeiteten namhafte Büros wie Caramel aus Wien, Sauerbruch Hutton aus Berlin oder das Londoner Plasma Studio Oberflächen, Formen und Funktionen der gestalterisch vernachlässigten Metallartikel. Spielerische und zugleich innovative Neuinterpretationen sind das Ergebnis. Zur Startkollektion der "Iserlohner Haken" gehören dreizehn verschiedene Wand- und Deckenhaken, produziert werden sie von der Hermann Schwerter Metallwarenfabrik.
Beschläge und Garderoben
Im westfälischen Iserlohn gibt es eine lange Tradition der Metallherstellung. Bereits 1905 gründete Hermann Schwerter hier sein Unternehmen für hochwertige Beschläge und Garderoben. Der heutige Inhaber Jürgen Schwerter möchte mit seiner designorientierten Marke Produkte auf den Markt bringen, die Charakter haben und ihre eigene Geschichte erzählen. Wie beispielsweise "Inny", den die Wiener Architektengruppe Caramel entworfen hat. Inny ist Garderobe und Wandmuster in einem. Der Name des kristallin geformten Hakens bedeutet verschieden oder andersartig. Und so sieht er auch aus, besonders wenn er gruppiert wird. Die beiden unterschiedlich großen Hakenelemente aus Aluminiumguss können in jeweils zwei Positionen montiert werden. Auch der Haken "Flock" (englisch für Herde oder Schwarm) von Plasma Studio lässt sich zu einer geometrischen Wandskulptur mit einem kontrastreichen Spiel von Licht und Schatten zusammensetzen.
Die Natur hat sich das Frankfurter Gestalterteam Hullmann-Gimmler für "Ast" zum Vorbild genommen. Seine authentische Form wird durch den Abguss von einem ausgesuchten Buchenast erzeugt. In den Farben Orange, Beige oder Silber scheint er aus der Wand zu wachsen. Eine ab-strahierte Form aus Vierkantrohren tragen die Schweizer Architekten :mlzd mit ihren "Oslo"-Modulen bei. "Up" heißt der Haken der Architekten Sauerbruch Hutton. Bei diesem Wandhaken aus Aluminium sieht man keine Befestigung, denn sie bleibt in seinem Inneren verborgen. Es scheint, als wären Wand und Haken fest zusammengewachsen. Seine Form soll elegant und humorvoll zugleich wirken. Up gibt es als Variante mit und ohne Glasscheibe.
Mütze und Jacke
Steffen Schulz betreibt wie Initiator Peter Kirchhoff ein Designbüro in Münster in Westfalen und hat "N" gestaltet: Aus einer bestimmten Perspektive heraus sieht dieser Doppelhaken dem Buchstaben ähnlich. Den oberen Teil bildet die abgerundete Ecke des gebogenen Metallbandes, der untere Teil ist seitlich versetzt. Man kann eine Mütze und eine Jacke parallel daran hängen, ohne dass sie sich gegenseitig verdecken.
Kirchhoff selbst hat mit seinem Büro Kirchhoff & Euwens zwei Entwürfe beigesteuert. "Planet" sind Garderobenknöpfe, die Wände grafisch strukturieren. Die Elemente haben jeweils einen großen und einen kleinen Knopf. Sie können in vier Richtungen angebracht werden - frei verteilt oder als Reihe. Das Untergestell ist in Weiß oder Grau erhältlich und tritt auf hellen wie auf dunkeln Wänden dezent in den Hintergrund. Was aussieht wie ein dunkler Schatten an der Wand, ist "Schattenwurf": Der hintere Haken bildet einen reizvollen Kontrast zum vorderen Hakenteil. Er ist in drei galvanischen Oberflächen und in fünf Farben, vom hellen Elfenbeinton bis zum Bordeauxrot, erhältlich. Weitere Stücke aus dem von Hermann Schwerter produzierten Programm sind "8er" von Jan Kleihues, "1001" von Peter Bastian Architekten, "Reloaded" und "Jonas" von Hullmann-Gimmler sowie "Mäander" von BOLLES+WILSON. Alle Metallhaken der architektonisch geprägten Kollektion kann man über die Website der Marke bestellen. (Heike Edelmann, Rondo, DER STANDARD, 16.03.2012)
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