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Eigentumswohnungen werden in Deutschland immer beliebter. Im Jahr 2010 wurde fast die Hälfte der 37 Millionen bewohnten Wohnungen von den Eigentümern selbst genützt. Damit betrug die Eigentumsquote 45,7 Prozent - um 4,1 Prozentpunkte mehr als 2006, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Im Westen (ohne Berlin) waren es sogar 48,8 Prozent.
Zugleich gab es insgesamt nicht nur mehr Wohnungen, sondern auch mehr Leerstände. Bei 3,5 Millionen unbewohnten Wohnungen erhöhte sich die Leerstandsquote innerhalb von vier Jahren von 8,0 auf 8,6 Prozent. Der Anstieg ist vor allem im Westen der Republik zu verorten, wo 7,8 Prozent der Wohnungen leer standen (plus ein Prozentpunkt). Im Osten war die Quote mit 11,5 Prozent zwar immer noch höher, aber nach zahlreichen Abrissen fast einen Prozentpunkt niedriger als 2006.
Rund 40,5 Millionen Wohnungen wurden 2010 gezählt - 676.000 oder 1,7 Prozent mehr als vier Jahre zuvor. Im Schnitt bewohnte 2010 jeder Einwohner in Deutschland - ob Eigentümer oder Mieter - 45,2 Quadratmeter. Die meisten Wohnungen waren Zweipersonenhaushalte mit durchschnittlich gut 92 Quadratmetern.
Bauwirtschaft optimistisch
Die deutsche Bauwirtschaft rechnet nach dem Boom beim Wohnungsbau im vergangenen Jahr auch 2012 mit starkem Wachstum in diesem Bereich. "Die Angst vor Inflation und Eurokrise gibt immer mehr Bürgern Anlass, die Anschaffung einer eigenen Immobilie zu planen", sagte der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Karl-Heinz Schneider, am Donnerstag in München bei der Internationalen Handwerksmesse. Den Baubetrieben bescherte der Wunsch nach dem Eigenheim nach massiven Einbrüchen durch den Wegfall der Eigenheimzulage ein kräftiges Umsatzplus von fast 18 Prozent im Jahr 2011.
Diese Dynamik wird sich nach Einschätzung von Schneider in diesem Jahr nicht wiederholen, er rechnet aber immer noch mit einem kräftigen Plus von fünf Prozent im Wohnungsbau. "Der anhaltend positive Trend bei den Baugenehmigungen und Auftragseingängen zeigt ein weiteres Wachstumspotenzial." Damit ist der Wohnungsbau die mit Abstand wachstumsstärkste Sparte der Baubranche.
Nachholbedarf bei Energieeffizienz
Für die gesamte Bauwirtschaft mit rund 2,35 Millionen Beschäftigten erwartet Schneider nach sieben Prozent Umsatzwachstum 2011 nur noch ein Plus von einem Prozent auf 203 Mrd. Euro. Einen Schwung an neuen Aufträgen könnte die geplante Förderung der energetischen Gebäudesanierung auslösen, über die Bund und Länder derzeit noch streiten. Schneider forderte die Politik auf, das "Hickhack" zu beenden, um das Projekt auf den Weg zu bringen. Nachholbedarf sieht er besonders bei energieeffizienter Heizungstechnik. "Die Energiewende ist in den Heizungskellern der Republik noch nicht angekommen." (APA, 15.3.2012)
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