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Junge Menschen brauchen eine solide und gute Allgemeinbildung. Das ist für ihre erfolgreiche Berufs- und Lebensplanung unabdingbar. Dazu gehört neben der Lese- und Schreibkompetenz sowie den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fertigkeiten selbstverständlich auch die Fähigkeit, den Alltag mit seinen vielfältigen Anforderungen gut bewältigen zu können.
Bei der Entwicklung von Alltagskompetenz ist die Familie ein zentraler Lernort. So werden beispielsweise der Umgang mit Geld, die Haushaltsführung, das Konsumverhalten oder gesunde und bewusste Ernährung in der Regel in den Elternhäusern gelernt und eingeübt.
Eltern und Schulen müssen zusammenarbeiten
Alltagskompetenz und die Vermittlung von alltagspraktischen Fertigkeiten sind aber auch eine wichtige Aufgabe der Schule. Dabei geht es um mehr als die reine Wissensvermittlung von Unterrichtsstoffen. Es geht vielmehr um nachhaltiges Lernen. Die Schülerinnen und Schüler sollen das Gelernte langfristig abrufen und in unterschiedlichsten Anforderungen und Situationen anwenden können. Für eine gelingende Berufs- oder Studienwahl beispielsweise bieten wir gemeinsam mit Partnern aus der Arbeitswelt in allen weiterführenden Schularten Praktika und andere Möglichkeiten an, die Jugendliche zur Berufsorientierung nutzen können.
Neben einer guten Bildung und Kenntnissen ihrer individuellen Möglichkeiten brauchen junge Menschen allerdings noch mehr: Sie müssen auch in der Lage sein, ihre Interessen und Fähigkeiten klar zu erkennen und einzuschätzen. Und sie brauchen Sozialkompetenz. Dafür ist eine Persönlichkeitsentwicklung notwendig, die gerade von der Schule zu einem großen Teil mitgestaltet wird. Wesentlich ist für mich deshalb auch ein guter Kontakt von Schule und Elternhaus. Ideal ist es, wenn die Eltern sich intensiv am schulischen Leben beteiligen und die Entwicklung ihrer Kinder Schritt für Schritt miterleben.
Mehr Alltagskompetenz in der Schule vermitteln
Wichtige Instrumente, um alltagsnahen Unterricht zu gestalten, sind Praxisbezug, Projektarbeit, Experimentieren und Herleiten von Zusammenhängen. Wenn wir die Schülerinnen und Schüler damit im Unterricht konfrontieren, werden sie sich auch schon in jungen Jahren aktiv am Lernen mit Alltagsbezug beteiligen. Sie fühlen sich beim Lernen in ihrem Alltag persönlich betroffen, lernen eigenständig und mit größerem Interesse. Dadurch werden sie frühzeitig Eigenverantwortung für ihr Lernen und für ihr Leben insgesamt übernehmen.
Schon bisher ist die Vermittlung von Lebensbezügen in deutschen Schulen ein durchgängiges Unterrichtsprinzip, in weitgehend allen Fächern und Fächerverbünden. Alltagskompetenz muss vernetzt und wirklichkeitsnah vermittelt werden. (Gabriele Warminski-Leitheußer, derStandard.at, 15.3.2012)
Autorin
Gabriele Warminski-Leitheußer, The European, ist seit 2011 baden-württembergische Landesministerin für Kultus, Jugend und Sport.
Viel mehr als die Forderung, bestimmte Unterrichts- und Sozialformen mehr zu nutzen als bisher, vermag ich aus dem Text aber nicht herauszulesen.
Was heißt ein "Näher am Leben" (an welchem Leben auch immer) inhaltlich? Bedeutet es, dass Unterrichtsinhalte weniger Raum einnehmen, die nicht unmittelbar nutzbar sind?
Die Schule soll Kindern aber auch Einblicke in Dinge geben, mit denen sie im Alltag (noch) wenig bis nichts zu tun haben. Texte zur Sprachgeschichte, zur Astro-Physik oder Imperialismus-Theorien sind Themen, die kaum ein Schüler von sich aus liest. Hier Angebote zu machen, den Horizont zu erwotern ist eine Aufgabe der Schule. Und damit gerade nicht Lebenspraxis zu vermitteln.
Das "Näher am Leben" ist erklärungsbedürftig!
"Ideal ist es, wenn die Eltern sich intensiv am schulischen Leben beteiligen"....
ich kanns nicht mehr hören, dieses Politgschwafel.
Was sollen Eltern eigentlich noch alles tun?
Rund um die Uhr arbeiten (Zauberwort Felxibilität),natürlich Vollzeit (Stichwort Karriere), dass Mami dann nuch supi aussieht und Papi einen Waschbrettbauch hat versteht sich von selbst.
Von so Kleinigkeiten wie den ganz banalen (aber zeitintensiven) Haushalt red ich erst gar nicht...
Und weil Mamili und Papili ansonsten überhaupt nichts zu tun haben sollen sie auch noch die Arbeit der Schule übernehmen.
Wie das gar die vielgepriesene Alleinerzieherin ander Armutsgrenze machen soll, sagt die Frau Politikerin nicht.
ich glaube sie müssen den artikel noch einmal lesen. Da steht ja:
"Mehr Alltagskompetenz in der Schule vermitteln
Wichtige Instrumente, um alltagsnahen Unterricht zu gestalten, sind Praxisbezug, Projektarbeit, Experimentieren und Herleiten von Zusammenhängen. Wenn wir die Schülerinnen und Schüler damit im Unterricht konfrontieren, werden sie sich auch schon in jungen Jahren aktiv am Lernen mit Alltagsbezug beteiligen. "
wer lesen kann, ist klar im vorteil.
soll der lehrer jetzt auch noch die alltagsprobleme von 25 schülern schnupfen per gesetz? es ist nicht die arbeit der schule, sich das anzuhören. wenn die eltern zdeppat dazu sind und statt den sorgen der eigenen kinder zuzuhören der karriere nachjoppeln, kann die schule nix dafür. die muss das nur ausbaden, wenn die kleinen soziallegastheniker dann auszucken und den anderen 24 kindern die bildung versauen.
Die Rolle eines Gymnasiums muss die Vorbereitung auf ein Universitätsstudium sein und nichts anderes. Eine höher bildende Schule kann und soll nicht auf das alltägliche Leben vorbereiten, sondern auf weiterführenden akademischen Wissenserwerb. Wie soll man jugendlichen bitte Haushaltsführung und Konsumverhalten in der Schule beibringen? Schularbeiten in Glühbirnen wechseln und den richtigen mp3-player kaufen? Lächerlich.
Ich habe mit ausgezeichnetem Erfolg maturiert - und bin auf der Uni fast untergegangen. So toll war die Vorbereitung auf das Studium. Nach dem Berufseinstieg ist es mir auch nicht viel besser gegangen.
Grund: Mir haben zentrale Kompetenzen gefehlt: Organisation, Teamarbeit, Zeitmanagement, selbständiges Setzen von Zielen ...
In der Schule ging es 12 Jahre nur darum ,"Stoff" zu reproduzieren.
Ich bin froh, für meine Kinder eine Schule gefunden zu haben, wo sie solch wichtige Kompetenzen schon in der Unterstufe lernen und üben.
Wenn Sie über reine Reproduktion nicht hinausgekommen sind, können Sie kaum hervorragend maturiert haben.
Die reine Reproduktion macht nur 30 Prozent einer Aufgabenstellung aus, das reicht nicht einmal für ein "Ausreichend" ...
Insofern wird Ihre Schule schon ein wenig mehr verlangt und geleistet haben.
Vielleicht sind die Schulen ja in den letzten 20 Jahren besser geworden. (Dank engagierter Lehrer, trotz reformresistenter Politik)
Und ja, ich habe den Stoff meist auch verstanden. Das war aber kaum gefordert. Die meisten meiner Mitschüler haben Differential- und Integralrechnung etwa nie verstanden und konnten dennoch Prüfungen und Matura bestehen.
Es wurde auch 12 Jahre lang jede Schulminute vorgegeben, was ich gerade zu lernen habe. Selbst organisiertes Lernen war nicht vorgesehen. Wie soll man sich da selbständiges Arbeiten aneignen? Das wird auf der Uni und in jeder Firma vorausgesetzt.
An der Schule meiner Tochter gibt es keine Schulglocke, sie muss sich Zeit und Stoff selbst einteilen.
Das ist grundsätzlich richtig. Nur muss ich Ihnen leider mitteilen, dass sich die Sprachkompetenz der Kinder in den letzten Jahren auf einer rasanten Talfahrt befindet. Nicht einmal die einfachen Schulbuchtexte werden mehr verstanden, die einfachsten Angaben können nicht mehr entschlüsselt werden. Das ist eines der Resultate aus der Gehrerschen Stundenkürzung in Deutsch um 1 Wochenstunde. Aber auch die Tatsache, dass Eltern sich kaum mehr Zeit zum Vorlesen nehmen und die Kinder viel zu viel vor Bildschirmen hocken, ist eine teilweise Erklärung. Also ja, die Eltern wären gefordert, sich viel mehr Zeit für ihre Kinder zu nehmen!
wenns nach 8 bis 10 STunden endlich von der Arbeit daheim sind, dann habens aber keine Zeit mehr. Weil dann muss noch eingekauft werden, das Nötigste im Haushalt erledigt werden, waschen, zähneputzen, Fertiggericht in die Mikrowelle.
Das ist die Realität. Schauens einmal, was durchschnittliche Arbeitnehmer so leisten müssen. Da IST kaum mehr Zeit. WEnn dann noch Reparaturren, Arztbesuch etc. anstehen, dann schon gar nicht...
Wer kann, lebt ohnedies anders: Teilzeit, Mutter zu Hause usw. da ist dann Zeit zum Vorlesen, Zeit für Spiele, einfach mal Zeit für Ruhe. Und dann gehts auch mit dem Lesen. Von meinen kids hat keines Schwierigkeiten. Aber ich hab mir schon oft meine angebliche Rückständigkeit anhören dürfen...
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