Android-Sperre auch für FBI nicht zu knacken

  • Der Pattern-Screen-Lock bei Android-Geräten ist nicht so leicht zu umgehen.
    foto: derstandard.at/zsolt wilhelm

    Der Pattern-Screen-Lock bei Android-Geräten ist nicht so leicht zu umgehen.

Aktueller Kriminalfall zeigt: US-Ermittler stoßen beim Pattern-Screen-Lock an ihre Grenzen

Der Sperrbildschirm von Smartphones mit Googles Betriebssystem Android lässt sich selbst für Computerforensiker nur schwer umgehen. Dies geht aus einem aktuellen Fallprotokoll des Bundesgerichts in San Diego hervor. Danach habe das FBI bei der Ermittlung gegen einen Zuhälter versucht, dessen Mobiltelefon auszulesen, und sei bereits bei der Passcode-Eingabe gescheitert.

Zeichen und Muster

Ist der Pattern-Screen-Lock eines Android-Geräts aktiviert, müssen zur Entsperrung die angezeigten Punkte in einer bestimmten Reihenfolge verbunden werden. Schlagen die Versuche wiederholt fehl, wird die Eingabe der Nutzer-E-Mail-Adresse und des Passworts verlangt. Laut einem Bericht der Branchenseite Wired haben diverse Sicherheitsexperten die Hartnäckigkeit von Googles Zugriffssperre bestätigt. "Es ist nicht unwahrscheinlich, dass dem FBI die Fähigkeiten zur Entsperrung eines aktiven Geräts fehlen", sagt Virtual-Security-Research-Berater Dan Rosenberg.

Sensible Daten

Eine Möglichkeit, die Daten dennoch auszulesen, sei, die Komponenten der Hardware zu trennen und zu versuchen, den Speicher direkt auszulesen. Dabei laufe man jedoch Gefahr, die möglicherweise sehr wertvollen Informationen zu verlieren. Eine Sprecherin von Logicube betont, dass auch ihre den Behörden verkaufte Forensik-Software nicht bei gesperrten Smartphones greife.

Recht auf Zugriff

Im Fall des gesperrten Android-Smartphones des Zuhälters bleibe wohl kein anderer Weg übrig, als die Hilfe des Betriebssystemherstellers Google in Anspruch zu nehmen. Gegenüber Wired wollte sich der Internetkonzern nicht zu dem Fall äußern, erklärte jedoch, behördliche Anweisungen genau zu prüfen. Rückendeckung erhalten die ermittelnden Behörden von einer Gesetzesregelung in zahlreichen US-Bundesstaaten inklusive Kalifornien, wonach der Zugriff auf ein Handy einer verdächtigten Person ohne Durchsuchungsbefehl erfolgen darf. (zw, derStandard.at, 15.3.2012)

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Wired

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