Mehr als 60 Tote seit dem Nahostgipfel von Akaba

15. Juni 2003, 15:43
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Hoher Blutzoll trotz Friedensbemühungen

Jerusalem - Beim Nahostgipfel von Akaba am 4. Juni hatten sich Israel und die Palästinenser offiziell zum Friedensplan des Nahost-Quartetts bekannt. Die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme des Friedensprozesses ist durch die jüngste Eskalation der Gewalt gedämpft worden. Seit dem Gipfel wurden bis Sonntag bereits 69 Menschen bei Gewaltaktionen beider Seiten getötet. Im Folgenden gibt einen Überblick:

5. Juni: Bei einem Schusswechsel mit der israelischen Armee werden in Tulkarem im Westjordanland zwei Mitglieder der radikalislamischen Hamas-Bewegung getötet.

7. Juni: Israelische Soldaten töten ein Mitglied der El-Aksa-Brigaden, dem militärischen Arm der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Yasser Arafat.

8. Juni: Palästinenser greifen einen Armeeposten im Westjordanland an und töten vier israelische Soldaten. Vier weitere werden verletzt, die Angreifer kommen ums Leben. Drei bewaffnete Palästinensergruppen, darunter die Hamas, bekennen sich zu dem Angriff. In Hebron im Westjordanland sterben ein israelischer Soldat und zwei Palästinenser bei einer Schießerei.

9. Juni: Die israelische Armee tötet im Gazastreifen und in Jenin im Westjordanland drei radikale Palästinenser.

10. Juni: Bei einem gezielten Raketenangriff auf den Hamas-Führer Abdelaziz Rantissi werden an Ort und Stelle zwei Palästinenser getötet. Ein achtjähriges Mädchen erliegt später seinen schweren Verletzungen. Rantissi überlebt schwer verletzt. Bei einem weiteren Raketenangriff auf angebliche Hamas-Aktivisten werden drei Mitglieder einer palästinensischen Familie getötet, als das Geschoss sein Ziel verfehlt und in ein Haus einschlägt. Im südlichen Gazastreifen werden zwei Palästinenser von israelischen Kugeln tödlich getroffen.

11. Juni: Ein Hamas-Mitglied reißt bei einem Selbstmordanschlag in Jerusalem 17 Israelis mit in den Tod. Bei einem Angriff israelischer Armeehubschrauber werden im Gazastreifen zehn Palästinenser getötet, darunter zwei Hamas-Angehörige. Bei einer erneuten Hubschrauber-Attacke sterben zwei weitere Hamas-Mitglieder.

12. Juni: Israelische Hubschrauber feuern Raketen auf ein Auto in Gaza und töten acht Palästinenser, darunter ein Hamas-Mitglied, dessen Frau und die dreijährige Tochter. Soldaten töten in Dschenin zwei Mitglieder des Islamischen Dschihad, nahe der Stadt wird ein Israeli von Mitgliedern der El-Aksa-Brigaden getötet.

13. Juni: Bewaffnete Palästinenser töten einen Israeli. Ein Hamas-Mitglied stirbt beim sechsten israelischen Raketenangriff binnen vier Tagen.

14. Juni: Israelische Soldaten erschießen in Nablus im Westjordanland einen jugendlichen Palästinenser, der sie mit Steinen beworfen hatte.

15. Juni: Ein Aktivist der El-Aksa-Brigaden wird von einer israelischen Armee-Einheit in seinem Haus in Beit Hanun im Gazastreifen aufgespürt und getötet. (APA)

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