Paris: Polizisten demonstrieren für Pensionen und höhere Gehälter

15. Juni 2003, 12:11
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2.500 Sicherheitsbeamte in der französischen Hauptstadt

Paris - Etwa 2.500 Polizeibeamte haben sich am Samstag in Paris an einer Protestkundgebung beteiligt, um Frankreichs Innenminister Nicolas Sarkozy (UMP) dazu zu veranlassen, "seine Engagements zu halten" und durch eine Lohnanhebung die Bemühungen der Sicherheitsbeamten in der Kriminalitätsbekämpfung zu honorieren.

Überdies forderten sie angesichts der von der Regierung geplanten Pensionsreform auch die Beibehaltung des gegenwärtigen Rentensystems. Im Anschluss an die Demonstration wurde eine Beamtendelegation vom Minister empfangen, teilten die Organisatoren der Veranstaltung mit.

Maßnahmen zur Bezahlung der Überstunden

Nach Angaben des Vize-Generalsekretärs der mehrheitlichen Gewerkschaft SNOP, Dominique Achipson, wird Sarkozy nächste Woche Maßnahmen zur Bezahlung der Überstunden ankündigen. Was die Pensionsreform angeht, so wurden den Gewerkschaftern Verhandlungen mit dem Minister für den öffentlichen Dienst, Jean-Paul Delevoye (UMP), versprochen.

Der Demonstrationszug, der ruhig und beinahe geräuschlos verlief, hatte die Polizisten vom "Cirque d'hiver" im elften Stadtbezirk zum Place du Chatelet geführt. Auf Spruchbändern war etwa zu lesen: "Missachtete Polizisten suchen anerkennenden Minister". Die Sicherheitsbeamten sind der Ansicht, dass die Versprechen von 2001, als zehntausende Polizisten in Paris auf die Straße gegangen waren, nicht gehalten wurden. Diese betrafen vor allem die Gehälter und den dienstlichen Status der Polizisten.

Arbeitsbedingungen verschlechtert

"Wir haben unseren Teil der Arbeit gemacht. Nun ist es an der Zeit, dass auch der Herr Minister seine Arbeit macht", betonte SNOP-Generalsekretär Jean-Pierre Raynaud. Die Gewerkschaft, welche die rund 15.000 Polizeioffiziere Frankreichs zu der Kundgebung aufgerufen hatte, ist der Ansicht, dass sich die Arbeitsbedingungen seit dem vermehrten Einsatz der Polizei verschlechtert haben. Man müsse diesen "besonders schweren Umständen" Rechnung tragen. Die Beamten fordern gleich wie die Polizeikommissare die Eingliederung in die Kategorie A des öffentlichen Dienstes und die Gleichbehandlung mit den Gendarmen.

Nach Angaben des Innenministers haben die GIR in zwölf Monaten insgesamt 372 Operationen durchgeführt und mehr als 3.000 Personen festgenommen. Dabei wurden Waffen, Drogen und nahezu fünf Millionen Euro Bargeld beschlagnahmt. (APA)

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