IAEO-Chef stellt Bericht über Atomprogramm vor

16. Juni 2003, 11:56
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Iran soll gegen Atomwaffensperrvertrag verstoßen haben - Teheran lehnt externe Kontrollen ab

Wien - Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO), Mohamed ElBaradei, stellt am Montag vor dem Gouverneursrat in Wien seinen Bericht über das iranische Nuklearprogramm vor. Darin wirft ElBaradei Teheran Verstöße gegen die Auflagen des Atomwaffensperrvertrags (TNP) vor. Der Bericht wurde nach fünfmonatigen Inspektionen von IAEO-Mitarbeitern im Iran erstellt. Die USA wollen der IAEO eine Resolution zur Verabschiedung vorlegen, in der Iran wegen seines Atomprogramms verurteilt werden soll.

Diplomaten halten es jedoch für unwahrscheinlich, dass das Gremium die Angelegenheit vor den UNO-Sicherheitsrat bringen wird, da die Regierung in Teheran um eine Zusammenarbeit bemüht sei. Die USA beschuldigen den Iran der Produktion von Atomwaffen. Teheran weist die Vorwürfe zurück.

Externe Kontrollen abgelehnt

Indessen hat die iranische Regierung externe Kontrollen ihres Atomprogramms erneut abgelehnt. Teheran wolle zunächst klären lassen, inwieweit ihm noch Hilfen der internationalen Gemeinschaft für sein ziviles Atomprogramm zustünden, sagte Außenamtssprecher Hamid Reza Assefi am Montag in der iranischen Hauptstadt. Wenn sich die IAEO "flexibel" zeige, sei auch der Iran zu einer Lösung bereit. An die EU gerichtet sagte Asefi, Teheran werde keine Vorbedingungen für Verhandlungen über künftige Handelsbeziehungen akzeptieren.

Die Europäische Union will nach Diplomatenangaben die geplante Vertiefung der Handelsbeziehungen mit dem Iran von Zugeständnissen Teherans in der Frage der Inspektionen von Nuklearanlagen abhängig machen.

Prüfung strengerer Kontrollen

Anderen Berichten zufolge erwägt der Iran durchaus, den von der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEA) geforderten strengeren Kontrollen seines Atomprogramms zuzustimmen.

Der Iran habe noch nicht entschieden, das entsprechende Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag zu unterzeichnen, sagte der Sprecher der Iranischen Atomenergie-Behörde, Chalil Musawi, am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. "Aber wir prüfen es wohlwollend." (APA)

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