Bayern: Zwei Tote bei schweren Gewittern

15. Juni 2003, 11:43
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Stromausfälle, umgestürzte Schilder und Unfälle verursachten Sachschäden in Millionenhöhe

München/Nürnberg - Bei schweren Gewittern im Freistaat sind am Wochenende zwei Menschen getötet worden. Den Sachschaden bezifferte die Polizei bayernweit auf weit mehr als eine Million Euro. Bei Schopflohe (Landkreis Donau-Ries) raste am Samstagabend ein 26-jähriger Motorradfahrer gegen einen abgerissenen Ast, der quer auf der Fahrbahn lag. Der Mann wurde vierzig Meter weit durch die Luft geschleudert und tödlich verletzt. Im niederbayerischen Aiterhofen (Landkreis Straubing-Bogen) wurde am Samstag ein 29-jähriger Erntehelfer auf einem Feld von einem Blitz getötet.

Heftig Gewitter mit Platzregen

In weiten Teilen Bayerns war es im Laufe des Samstag erneut zu heftigen Gewittern mit Platzregen und vereinzelt auch Hagelschlag gekommen. Besonders betroffen war der Raum Nürnberg. Bei der Feuerwehr gingen innerhalb kürzester Zeit mehr als siebenhundert Notrufe ein. In Hersbruck (Landkreis Nürnberger Land) wurden nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in nur drei Stunden 43 Liter Regen pro Quadratmeter registriert. Im schwäbischen Harburg (Landkreis Donau- Ries) verzeichneten die Meteorologen Orkanböen.

Nürnberg: Fußgänger von Blitz getroffen

In Nürnberg wurde ein 34-jähriger Fußgänger vom Blitz getroffen und schwer verletzt. Er war jedoch am Sonntag außer Lebensgefahr. In der Münchner Innenstadt rissen Windböen ein dreißig Kilogramm schweres Baustellenschild von einem Gerüst ab. Das Schild fiel aus rund sechs Metern Höhe auf eine Gruppe von Passanten. Ein 36-Jähriger musste laut Polizei mit schweren Schädel-Hirn-Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden, ein 32-Jähriger und eine 19-Jährige wurden leicht verletzt. Insgesamt musste die Münchner Feuerwehr innerhalb von zwei Stunden zu rund vierzig Einsätzen ausrücken.

Stromausfälle

In der Oberpfalz verursachte ein Blitzeinschlag in Gebenbach (Landkreis Amberg-Sulzbach) einen Sachschaden von rund 500 000 Euro. Nach Polizeiangaben brannte ein Stallgebäude mit zwei Nebengebäuden nieder. Sechzig Tiere verbrannten in dem Feuer. Verletzt wurde niemand. In weiten Teilen Oberbayerns waren die Einsatzkräfte im Dauereinsatz, um umgestürzte Bäume von den Straßen zu räumen. In den Landkreisen Ingolstadt, Mühldorf und Altötting musste die Feuerwehr wegen zahlreicher überfluteter Keller ausrücken. Mancherorts fiel durch Blitzeinschläge und umgestürzte Bäume zeitweise der Strom aus.

In Bad Reichenhall (Landkreis Berchtesgadener Land) wehte der Sturm das Stallzelt eines Zirkus weg. 25 Tiere, darunter Dromedare, Pferde und Ponys, mussten wieder eingefangen werden. Auf dem Chiemsee, dem Ammersee und dem Starnberger See gerieten mehrere Boote in Seenot. Verletzt wurde aber niemand. Glück hatte auch ein Mann in Rosenheim. Er wollte gerade in sein Auto steigen, als ein Baum auf seinen Wagen fiel. Er konnte zur Seite springen und blieb unverletzt. (APA/dpa)

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