Flut von Terrorhinweisen

15. Juni 2003, 10:29
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Kommende Woche könnte für Israel "sehr schwierig" werden

Jerusalem - Die israelische Armee hat eine "Flut von Hinweisen" auf geplante palästinensische Terroranschläge. Die kommende Woche könnte deshalb "eine der schwierigsten" seit Beginn des bewaffneten Palästinenseraufstands werden, sagten führende Armeekreise am Sonntag dem israelischen Rundfunk. In der vergangenen Woche waren bei Gewalttaten beider Seiten etwa sechzig Menschen ums Leben gekommen, darunter 17 Israelis bei einem Selbstmordanschlag in Jerusalem.

In der Nacht zum Sonntag töteten israelische Soldaten in dem Ort Beit Chanun im Gazastreifen ein mutmaßliches Mitglied der militanten Al-Aksa-Brigaden und nahmen im Westjordanland mehrere Palästinenser fest.

John Wolf in Israel eingetroffen

Der neue US-Gesandte für den Nahen Osten, John Wolf, traf inzwischen in Israel ein. Er soll zusammen mit amerikanischen Experten die Umsetzung des internationalen Nahost-Friedensplans überwachen, dessen Verwirklichung durch die jüngste Welle der Gewalt in Frage gestellt ist. In US-Botschaftskreisen in Tel Aviv hieß es dazu, Wolf solle zunächst helfen, eine Waffenruhe zwischen beiden Seiten zu vermitteln. Der neue US-Gesandte und seine Mitarbeiter sollen sich künftig ständig in der Region aufhalten.

Ungeachtet der wieder aufgeflammten Gewalt trafen sich am Samstagabend der palästinensische Sicherheitsminister Mohammed Dachlan und der israelische Sicherheitskoordinator in den besetzten Palästinensergebieten, Amos Gilad, um über Möglichkeiten zur Beendigung der Gewalt zu sprechen. Die Palästinenser boten Israel an, die Sicherheitskontrolle über den Gazastreifen und mehrere palästinensische Städte zu übernehmen. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass Israel auf die umstrittene Liquidierung mutmaßlicher Extremisten verzichte. (APA/dpa)

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    Disput zwischen einem israelischen Soldaten und einem Palästinenser.

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