Gedenken an Che, Protest gegen EU

14. Juni 2003, 20:02
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Kubaner protestieren bei Großkundgebung zum 75. Geburtstag des einstigen Guerillakämpfers Che Guevara gegen Sanktionen der EU

Havanna - Tausende Kubaner haben am Samstag des 1967 ums Leben gekommenen Revolutionärs Ernesto Che Guevara gedacht. Die Großkundgebung zu dessen 75. Geburtstag in der Stadt Santa Clara, wo der einstige Guerillakämpfer begraben liegt, stand im Zeichen der jüngsten Proteste gegen die Sanktionsbeschlüsse der Europäischen Union.

Der am 14. Juni 1928 in Argentinien geborene Guevara hatte an der Seite des heutigen Staatschefs Fidel Castro gegen den damaligen kubanischen Diktator Fulgencio Batista gekämpft und Ende 1958 in Santa Clara die entscheidende Schlacht geführt. Nach dem Sieg der Revolution war er für einige Jahre kubanischer Notenbankchef und Industrieminister, bevor er Kuba verließ, um in anderen Ländern Revolutionen zu entfachen. Bei diesem Versuch wurde er im Oktober 1967 in Bolivien vom Militär gefangen genommen und erschossen. Seine Gebeine wurden 1997 nach Kuba übergeführt und fanden in Santa Clara, rund 275 Kilometer östlich von Havanna, ihre letzte Ruhe.

Kundgebungsredner sagten am Samstag, Kuba werde sich den "Machenschaften" der USA und der EU nicht beugen. Die EU hatte am 5. Juni beschlossen, die Politikerbesuche in Kuba und den kulturellen Austausch mit der Insel stark einzuschränken. Sie reagierte damit auf die seit Jahrzehnten heftigste Repressionswelle gegen kubanische Dissidenten. Im April waren 75 Regimekritiker zu Freiheitsstrafen von im Durchschnitt 20 Jahren verurteilt worden. Außerdem waren im April drei Männer, die versucht hatten, eine Passagierfähre in die USA zu entführen, im Schnellverfahren zum Tode verurteilt und sofort hingerichtet worden.(APA/dpa)

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    foto: epa/efe/gonzo
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