US-Truppen sollen irakische Zivilpersonen getötet haben

14. Juni 2003, 17:03
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Augenzeugen: Fünf Mitglieder einer Familie bei Gefechten in vergangenen Tagen erschossen - Militärsprecher bezweifeln Angaben

Bagdad - Bei den heftigen Gefechten der vergangenen Tage sollen US-Truppen im Irak auch Zivilpersonen getötet haben. Es handle sich um fünf Mitglieder derselben Familie, berichteten Dorfbewohner am Samstag. Militärsprecher bezweifelten dies. Widersprüchliche Informationen gab es auch über die Gesamtzahl der Opfer. Eine US-Panzerpatrouille war am Freitag bei Balad nördlich von Bagdad überfallen worden. Dabei wurden nach ursprünglichen US-Angaben 27 Angreifer getötet. Diese Zahl wurde später allerdings von Offizieren vor Ort in Frage gestellt, die von fünf bis sieben Toten sprachen.

Der Bauer Jaafar Obeid sagte der Nachrichtenagentur AP, der amerikanische Gegenangriff nach dem Überfall bei Balad habe fünf Zivilpersonen das Leben gekostet, darunter einem 70-jährigen Mann und seinen drei Söhnen. Diese hätten versucht, auf ihrem Weizenfeld ein von US-Geschossen verursachtes Feuer zu löschen, als sie tödlich getroffen worden seien. Die Stellung der US-Truppen im Irak könne von Vorfällen dieser Art nur Schaden nehmen, warnte Obeid.

US-Oberstleutnant Greg Julian erklärte, er könne Berichte über zivile Opfer vorerst nicht bestätigen. Er betonte jedoch, dass Personen in ziviler Kleidung, die Waffen mit sich führten, nicht mehr als Zivilisten betrachtet würden. Die US-Truppen stellten sich auf neue Angriffe ein. Dabei zeichnete sich die Strategie ab, bewaffnete Anhänger des gestürzten Regimes aus ihrem Versteck zu locken, um sie dann aus Panzern und Kampfhubschraubern unter Feuer zu nehmen.(APA/AP)

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