Sieben Tote in Italien

16. Juni 2003, 11:02
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In der Landwirtschaft herrscht Angst vor Dürre und Wasserknappheit

Rom - Die Hitzewelle hält auch Italien weiterhin im Bann. Sieben Personen sind am Wochenende auf Grund der extrem hohen Temperaturen meist in den eigenen vier Wänden an Herz-Kreislauf-Versagen gestorben, berichtete das Fernsehen. Die Rettungsdienste wurden mit Notrufen überflutet. In Mailand und anderen Städten der Poebene wurden 36 Grad plus hohe Luftfeuchtigkeit gemeldet - da kommen selbst an hohe Temperaturen gewöhnte Italiener ins Stöhnen.

Wärmster Juni seit 1782

In Rom, mit 37-Grad-Hitze fast schon auf "August-Niveau", war der Berufsverkehr am Montagmorgen spürbar geringer als sonst. Laut den Wetterexperten gab es in der Ewigen Stadt seit 1782 keinen so warmen Juni mehr. "Wer irgendwie kann, fährt raus ans Meer", kommentierte eine Römerin. Für manche Schüler haben die dreimonatigen Sommerferien begonnen, viele Familien sind den Städten entflohen. Und ein Ende der großen Hitzewelle ist erst Mitte der Woche in Sicht.

Die Bauern beobachten alarmiert die Lage. Das Gespenst einer Rekorddürre zeichnet sich ab. Mit Sorge wird die Lage des längsten Flusses Italiens, dem Po, beobachtet, der 6,6 Meter unter seinen normalen Pegel gesunken ist. In den norditalienischen Regionen, die der 652 Kilometer lange Fluss überquert, herrscht bereits seit Wochen schwerer Wassermangel. Fehlender Regen und nicht zuletzt defekte Wasserleitungen bescheren Norditalien erhebliche Versorgungsengpässe.

Geplagte ItalienerInnen

Das Problem der Dürre und Wasserknappheit, das Italien bereits im vergangenen Jahr schwer belastet hatten, droht in diesem Sommer zu einer Plage zu werden. Die Trinkwasser-Versorgung wird durch Mängel im Leitungssystem verschärft. Die Umweltschützer drängen die Regierung in Rom zu Maßnahmen zur Rationalisierung des veralteten Wasserversorgungsnetzes. Sie fordern, dass die Strafen für Wasserverschwender und -verschmutzer verschärft werden.

Im vergangenen Jahr war es in Italien zu heftigen Bauerprotesten wegen der Wasserknappheit gekommen. Die klimatischen Änderungen, die Dürre, die vor allem Süditalien getroffen hatte, sowie die schweren Niederschläge in Oberitalien hatten der italienischen Landwirtschaft 2002 Schäden im Wert von 3,7 Milliarden Euro zugefügt. (APA)

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