Proteste gegen NPD-Marsch in Nürnberg

14. Juni 2003, 15:26
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Massives Polizeiaufgebot verhindert Zusammenstöße zwischen Anhängern der rechtsextremen Partei und Gegendemonstranten

Nürnberg - Mit einem massiven Aufgebot hat die Polizei am Samstag bei einem Aufmarsch der rechtsextremistischen NPD in Nürnberg Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten verhindert. Es sei zunächst nicht zu Zwischenfällen gekommen, sagte ein Sprecher. Mit rund 300 NPD-Teilnehmern und etwa 1000 Gegnern fanden die Kundgebungen bei schwül-heißem Wetter weniger Zulauf als von den Behörden erwartet.

Nürnbergs dritter Bürgermeister Klemens Gsell (CSU) sagte auf einer Gegenkundgebung mit Blick auf die Nazi-Vergangenheit der Stadt, Geschichte dürfe sich nicht wiederholen. "Nazis dürfen keinen Einfluss in der Stadt haben", rief Gsell aus. Für die Grünen sagte Stadträtin Brigitte Wellhöfer, die Stadt stehe heute in der Tradition der Menschenrechte. "Wir sind das demokratische Nürnberg." Der DGB- Kreisvorsitzende Harald Weiniger verurteilte den NPD-Aufzug als "große Zumutung", der evangelische Stadtdekan Michael Bammessel nannte ihn "schwer erträglich". Zu der Kundgebung mit einigen 100 Teilnehmern hatte ein Bündnis "Miteinander gegen Nazis" aufgerufen.

Als Anlass für den Aufzug diente der rechtsextremistischen Partei das Gedenken an den Volksaufstand in der DDR vom 17. Juni 1953. Die NPD-Teilnehmer wurden von einem lautstarken Pfeifkonzert mehrerer 100 Gegendemonstranten empfangen, als sie mit einem eigens gemieteten U- Bahn-Zug am Aufsessplatz im Süden der Stadt eintrafen und sich unter starkem Polizeischutz sammelten. Als die Rechtsextremisten auf dem Weg an der Nürnberger SPD-Zentrale vorüber kamen, schallten ihnen aus auf dem Dach aufgestellten Lautsprechern Arbeiterlieder entgegen.

Bereits seit dem Samstagvormittag hatte die Polizei die Demonstrationsroute abgeriegelt. Rund 2000 Beamte aus Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen schützten die NPD-Versammlung.(APA/dpa)

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