Afghanistan: Angriff auf US-Truppen

14. Juni 2003, 20:39
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Deutscher Verteidigungsminister Struck für ständigen Kontakt zur Bevölkerung in Kabul statt Einsätzen mit Panzern

Kabul/München - US-Truppen in Afghanistan sind erneut Ziel eines Anschlags geworden. Unbekannte Angreifer beschossen nach amerikanischen Militärangaben am Samstag den Stützpunkt Asadabad im Osten des Landes mit drei Raketen. Verletzt worden sei niemand.

Der deutsche Verteidigungsminister Peter Struck hält weitere tödliche Anschläge auf Bundeswehrsoldaten im Auslandseinsatz für möglich. "Die Bundeswehrangehörigen wissen, dass so etwas passieren kann. Und die Bevölkerung muss das auch wissen", sagte der SPD-Politiker in einem am Samstag veröffentlichten "Focus"-Interview. Als Vorsichtsmaßnahme wolle er prüfen lassen, ob nach dem Anschlag in Afghanistan künftig die Bundeswehrangehörigen in Kabul mit Hubschraubern zwischen dem Lager und dem Flughafen transportiert werden könnten.

Die Bundeswehr werde aber auch künftig nicht nur mit Panzern durch die afghanische Hauptstadt fahren, sondern Kontakt zur Bevölkerung haben, betonte der Minister. Er wies zugleich darauf hin, dass der Einsatz in Afghanistan von den Deutschen akzeptiert werde. Die Mission sei bedeutsam, um Sicherheit herzustellen, "um von dort den weltweiten Export von El-Kaida-Terroristen zu verhindern", sagte Struck.

Am 7. Juni waren bei einem Anschlag auf einen Bus vier Bundeswehrsoldaten getötet worden.(APA/AP)

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