Venezuela: Mindestens 16 Verletzte bei Protesten gegen Chavez

14. Juni 2003, 18:00
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Demonstration von Gegnern des umstrittenen Präsidenten in Hochburg seiner Anhänger eskalierte

Caracas - Bei Auseinandersetzungen am Rande einer Protestveranstaltung von Gegnern des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez sind am Freitag in der Hauptstadt Caracas mindestens 16 Menschen verletzt worden. Nach Medienangaben griffen Regierungsanhänger die Sicherheitskräfte an, als die Polizei Zusammenstöße zwischen Anhängern und Gegnern des umstrittenen Präsidenten verhindern wollte.

Die Oppositionellen hatten für ihre Demonstration einen Stadtteil im Osten von Caracas ausgewählt, der als Hochburg der Chávez-Anhänger gilt. Letztere versuchten den Berichten zufolge die Kundgebung zu stören. Die Polizei setzte Tränengas ein. Der venezolanische Vizepräsident José Vicente Rangel erklärte, die Polizei habe durch ihre aggressive Haltung die Zusammenstöße provoziert. Die Demonstration in diesem Stadtviertel sei eine "Provokation" gewesen. Die Stadt hätte sie nicht genehmigen dürfen. Oppositionsführer Oscar Pérez warf dem regierungstreuen Abgeordneten William Lara am Samstag vor, er habe die Angriffe auf die Demonstranten organisiert.

Venezuela wird seit mehr als 18 Monaten von einer politischen Krise erschüttert. Die bürgerliche Opposition fordert den Rücktritt des linkspopulistischen Präsidenten Chávez, dem sie vorwirft, das Land zu ruinieren und Venezuela in eine Diktatur nach kubanischem Vorbild verwandeln zu wollen. Um die Jahreswende hatte die Opposition vergeblich versucht, Chávez mit einem Generalstreik zu stürzen.(APA/dpa)

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    foto: epa/efe/chico sanchez
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