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Mit Handgriffen, die er sich bei der Friseuse seiner Wahl abgeschaut hat, bringt der Gärtner wieder Dreidimensionalität in die niedergedrückten Rabatten, macht den Lavender fluffig und kämmt den Flachs gegen den Strich.
Genug der Texte, die detailliert beschreiben, wie sehr doch die dicke Schnee- und Eisdecke am Gemüt lastet. In Wahrheit lastet der Schnee noch viel mehr auf den Beeten. Er quetscht die vormals stolzen Lavendelbüsche zu kriechenden Bodendeckern, er bricht die spröden Sprosse des Salbeis entzwei, und auch der Flachs fläzt flach wie Flunder zu den Füßen des Gärtners. Trist vorerst, doch gleichsam Arbeitsauftrag und damit wieder gut - denn der Gärtner muss nach den passiven Wintermonaten erst wieder ins Arbeiten reinfinden, und da sind so ein paar imperative Arbeitsanreize seitens des Gartens selbst gar nicht schlecht.
Mit Handgriffen, die er sich bei der Friseuse seiner Wahl abgeschaut hat, bringt der Gärtner wieder Dreidimensionalität in die niedergedrückten Rabatten, macht den Lavender fluffig und kämmt den Flachs gegen den Strich. Mit der elektrischen Gartenschere setzt er gekonnt zum Fassonschnitt an und reicht sein Werk als Bewerbungsschreiben bei Bundy & Bundy ein. Das wäre erstmals erledigt.
Neue Erde braucht das Land!
Viel zäher jedoch ist das Beseitigen anderer Lastkonsequenzen. Das Erdreich wurde verdichtet, die Geländeoberkante, kurz GOK, ist gute zwanzig Zentimeter tiefer als vor dem Schneefall. Die vom Schnee freigegebenen Katzenkötel flogen flugs Richtung extramuraler Hundeklos, auf dass der neu angeschaffte, diamantbespitzte Rechen nebst Sauzahn das Erdreich auflockere und zu neuem Volumen transformiere. Schmeck's.
Der Lehmkitt verklebt sofort die Rechenzähne zur Untauglichkeit und hebt das Fluchniveau auf italienische Verhältnisse. Neue Erde braucht das Land! Erde ist nicht gleich Erde, deshalb muss vor dem Kaufentscheid die gängige Sekundär- wie Populärliteratur zum Thema Gartenerde durchgeackert werden. Das internationale Standardwerk dazu Gartenerde, ein Mythos vom britischen Schlucht-&-Scheisza-Verlag gibt hier ganz klare Anweisungen: Kaufe die billigste, sie ist auch die preiswerteste Erde. Erst jüngst hat die Arbeiterkammer Österreich einen Blumenerdetest durchgeführt und dabei zeigen können, dass eh alle Erden ganz okay sind.
Geschleppt, geschleppt, geschleppt
Die Preisspanne bewegt sich jedoch von vier Cent bis 60 Cent pro Liter Erde und macht einem den Kaufentscheid leicht. Ab ins Heimwerkerzentrum, auf den Kofferraum und rein mit den Packeln - den präveralen Endorphinschub muss man für solche Kraftakte umgehend nützen. Zwanzig Vierzigliterpackeln schnupft der Kofferraum, das Einladen geht noch recht flott von der Hand, steht der Wagen doch direkt vor der Ware. Das Ausladen hingegen schaut schon ganz anders aus. Kein Parkplatz vor dem Gartentor bedeutet, zwanzigmal mit einem Vierziglitersack im Arm den Block und etwaige Hundstrümmerln umrunden, bedeutet, sich anschleichende Bizepskrämpfe wegmassieren, und bedeutet heißes Wannenbad im Anschluss. Aber vorher muss noch geschleppt werden, geschleppt, geschleppt und noch einmal geschleppt.
Sukzessive schlichtet man die Packeln im Vorgarten auf, betrachtet stolz das Werk, saugt am Flaschbier und stellt fest, dass der Garten die eigentlich beträchtliche Menge neuer Erde aufschnupfen wird wie ein Austropopper das Straßerl in den Achtzigern. Wie nix. Die Tatsache, dass es noch vieler solcher Nachmittage brauchen wird, bis die Geländeoberkante der Beete wieder ihre vorwinterliche Höhe erreichen wird, lässt nun auch den Gärtner vor Verzweiflung flach wie Flunder werden, und damit ist er endlich wieder eins mit seinem Garten. (Gregor Fauma, Rondo, DER STANDARD, 16.03.2012)
Die deutsche Rosenzüchtung Westerland ist seit über 40 Jahren ein Hit. Zu Recht, denn wer sie nur ein bisserl aufpapperlt und ihr beim Ranken hilft, wird mit üppigen Duft- und Farberuptionen belohnt, weiß Gregor Fauma.
Jetzt ist der Moment, um Rosen an Land auf Pilzbefall zu untersuchen und für neue Seerosen ein passendes Gewässer zu finden
Wildwuchs wird man dem Doldenblütler nicht abgewöhnen - Aufessen hilft, meint Gregor Fauma
Der Nachbar wird schön schauen: Wegen der Hortensien ums Hochbeet sieht er bald nicht mehr in Ihren Garten! Einige Anregungen, die zu Freude und Erfolg führen mögen.
Pflanzenläuse vermehren sich so schnell, dass einem schwarz wird vor Augen. Hausmittelchen helfen nur, wenn man sie früh genug einsetzt, weiß Gregor Fauma.
Ein Hochbeet schont den Rücken, nicht das Geldbörsel - Es sei denn, man greift zu Hammer und Nägeln anstelle von großteils hässlichen Fertigsets, meint Gregor Fauma
Um rascher an eine eigene Vogelpopulation zu kommen, können Gärtner etwas tun: mehr mulchen und weniger wegschneiden zum Beispiel, meint Gregor Fauma
Viel Platz unter der Sonne und reichlich Wasser will der Krautstiel - Er dankt's dem Beilagenesser mehrfach in einer Saison mit üppigen Ernten, weiß Gregor Fauma
Bohne, Zucchini und Kürbis brauchen eine Stütze - Die ist ihnen der Gärtner, der im Mai ausreichend Rankhilfen aufstellt, weil das junge Gemüse sonst bald den Kopf hängen lässt
Wie feucht und sandig mag's die Fragaria? Die Antwort auf genau diese Frage ist eine süße Denksportaufgabe, meint Gregor Fauma
Die Eisheiligen stehen vor der Tür. Welches junge Gemüse trotzdem schon hinausdarf und was besser im Haus bleibt, weiß Gregor Fauma
Los geht's: Rasch das alte Laub aus den Gartenschlapfen beuteln und sofort draußen klären, was die Pflanzen bald schon brauchen werden
Autochthone Pflanzen wie die Clematis können mit Frostattacken im April eh gut umgehen - Exotische Schönlinge brauchen halt momentan ein wenig mehr Aufmerksamkeit, weiß Gregor Fauma
Der Gewöhnliche Steinklee macht etwas Ungewöhnliches: Er faltet seine Blätter vor dem Schlafengehen, um uns den nächsten Tag zu versüßen - Womit, verrät Gregor Fauma
Guter Dünger muss reifen wie Wein, aber bei einem Verschnitt aus Ästen und Gras kann man nachhelfen
Dem Gärtner stinkt die frühe Dämmerung, er steckt die Zehen in den Boden: Tipps für den Knoblauchmonat Oktober von Gregor Fauma
Advent und Wohltätigkeit gehören zusammen. Charity im eigenen Garten ist, wenn man dem Lieblingsstrauch die (Schnee-)Last nimmt und alle Stauden stützt, meint Gregor Fauma
Der Herbst ist der Höhepunkt des Gartenjahres - so zur rechten Zeit vorgesorgt wurde
Solange die Böden noch nicht gefroren sind, heißt es: dick anziehen und großzügig sein mit Blumenknollen - Das freut natürlich auch den einen oder anderen Nager, der dafür selbstlos die Erde lockert
Das Nachtschattengewächs mit dem heißumstrittenen Namen wird gern auf dem Balkon gezogen - Gregor Fauma über Theorie und Praxis der Tomate
Tropische Pflanzen wie die Engelstrompete wachsen auch in den südamerikanischen Bergen - Minusgrade, nur für kurze Zeit, machen sie sogar robuster, meint Gregor Fauma
Wenn die Groupies kommen, kriegt Gregor Fauma zwar Schampus verehrt - aber anstrengend ist es schon
Für Gärtner ist der November ein Glücksspiel: Friert es, gibt es hohe pflanzliche Verluste zu beklagen - Auf Sicherheit spielende Outdoor-Experten setzen dagegen das herumliegende Laub einfach als Thermojacke ein - Eine warme Empfehlung von Gregor Fauma
Dass der Wind noch selten etwas Gutes gebracht hat, können Gärtner aus ganzer Seele bestätigen - Gregor Fauma über den Feind der zarten Blüte
Schicht für Schicht abwechselnd Trocken- und Grünzeug übereinanderlegen: Das hat sich auch beim Komposthaufen bewährt - Faule Tricks von Gregor Fauma
wenn man ganze beete machen, aufbessern, aufschütten oder sonstige größere projekte in angriff nimmt. standarderde schon für < 2 euro / 40 l zu haben, torffrei gut das 3,5 bis 4 fache.
da der unterschied sicher nicht alleine auf herstellungskosten zurückzuführen ist, gehe ich davon aus, dass den preis des umweltschutzes alleine der konsument zu tragen hat. hersteller und handel putzen sich ab und kassieren wahrscheinlich noch extra hohe margen mit der masche dem argument der umweltfreundlichkeit, tragen aber selbst nichts zu einem höheren einsatz dieser erde bei.
für größere mengen sollte man sich vielleicht erde anliefern lassen (m3 weise)
... aber sie müssen zustimmen, die sachkenntnis der posterkollegen mit den wirklich grünen daumen ist nicht ganz ohne, egal wie gut der artikel ist.
und sind wir uns ehrlich: wir lesen zuerst den artikel und denken uns dabei schon, wie denn die postings unten ausehen könnten ?
mein garten wächst - sprich der wird immer höher, keine ahnung warum. ironie des schicksals - ich wär froh wenn er um 20cm sinken würd.
ps.: noch mehr solche aktionen, kompost von der MA48 usw. - ich empfehle ihnen dringend die anschaffung eins wagerls, rodel ect.- die bandscheiben werden es ihnen danken!
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