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vergrößern 500x671Der Unfallort Siders in der südlichen Schweiz.
Hosen, Jacken, Mützen, Handschuhe liegen verstreut auf der Fahrbahn. Die meisten Kleidungsstücke haben Kindergröße. Zerfetzte Reisekoffer stehen daneben. Das gleißende Licht der Ambulanzen flutet den Tunnel, Rettungshelikopter heben ab, Sirenen heulen. In der Nacht zum Mittwoch kämpften rund 200 Schweizer Ärzte, Sanitäter, Polizisten und Feuerwehrmänner gegen die Zeit: Ein belgischer Bus mit 52 Schülern und Lehrern war auf der Autobahn 9 im Wallis schwer verunglückt.
Die Passagiere wollten vom Winterurlaub in Anniviers zurück in die flämischen Orte Lommel und Heverlee, einige Kinder lebten in den Niederlanden. Dienstag um 21.15 Uhr prallte der Bus gegen die Mauer einer Pannebucht im Autobahntunnel. 28 Menschen starben - 22 Kinder um die zwölf Jahre, vier Lehrer und die beiden Busfahrer. Die anderen Passagiere erlitten teils schwerste Verletzungen, zumindest drei schweben in Lebensgefahr. Wer im vorderen Teil des Autobusses saß, hatte keine Überlebenschance.
Die Retter mussten die Seitenteile des zertrümmerten Gefährtes aufschneiden, um zu Verletzten und Toten zu gelangen. Ein Helfer, Alain Rittemer, sagte einem französischen Sender: "Es übersteigt alles Vorstellbare. So etwas habe ich in meinen 20 Jahren beim Notfalldienst noch nie erlebt." Andere Helfer kämpften mit den Tränen - der grausame Tod so vieler Kinder schockte die Männer.
Ein überlebendes Mädchen berichtet laut der Website des "Zürcher Tages-Anzeigers": "Die Sitze flogen umher, plötzlich fand ich mich eingeklemmt zwischen zwei Sitzen wieder." Die Zwölfjährige brach sich bei dem Unfall beide Beine und einen Arm. Andere Kinder, die lebend aus dem Wrack geborgen wurden, konnten nichts sagen. Der Schock hatte sie komplett verstummen lassen.
"Eine Tragödie dieses Ausmaßes hat es im Wallis noch nie gegeben", bilanzierte der Chef der Kantonspolizei, Christian Varone. Und: Im gesamten Alpenraum haben die Menschen seit dem Feuer im Mont-Blanc-Tunnel Ende der Neunzigerjahre eine vergleichbare Tragödie nicht mehr beklagen müssen.
Viele Angehörige wussten auch mehr als zwölf Stunden nach dem Unfall nicht, ob ihre Kinder tot sind oder verletzt überlebt haben. Die Identität vieler gestorbener Kinder konnte nicht sogleich geklärt werden - die Leichen waren zu stark verstümmelt. Am Mittwoch trafen die Angehörigen in der Schweiz ein. Auch der belgische Premierminister Elio Di Rupo und die Schweizer Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf eilten an den Unglücksort.
"Erste Erkenntnisse haben ergeben, dass der Fahrer die Herrschaft über das Fahrzeug verloren und einen Randstein touchiert hat, danach ist er frontal in eine Nothaltestelle des Tunnels geprallt", sagt der Mediensprecher der Walliser Polizei, Renato Kalbermatten.
Mehr als zwanzig Stunden nach der Katastrophe erklärte der Schweizer Ermittlungsrichter Olivier Elsig außerdem: "Der Bus fuhr nicht zu schnell". Und: Kein anderes Fahrzeug habe eine Rolle gespielt, die Straße sei nicht schadhaft gewesen. Täglich durchfahren durchschnittlich 15.000 Fahrzeuge den 2,5 Kilometer langen Tunnel.
Die Behörden ermitteln in drei Richtungen: Hatte das Fahrzeug einen Schaden? Litt der Fahrer unter Gesundheitsproblemen? Lag schlicht menschliches Versagen vor? Die beiden Busfahrer der Gesellschaft Toptours waren am Montagabend im Schweizer Ferienort eingetroffen und legten einen Ruhetag ein - ganz nach Vorschrift.
Die vermutlich letzten Lebenszeichen vieler Kinder fanden sich auf einem Blog. "Liebste Mama und Papa, es ist sehr cool. Aber ich vermisse euch so sehr", schrieb ein Bub aus Heverlee. Der Blog ist jetzt nicht mehr zugänglich. (Jan Dirk Herbermann aus Genf, DER STANDARD, 15.3.2012)
Chronologie: Schwere Unfälle in Europas Tunneln
Die, die uns am teuersten und liebsten sind, schicken wir per Autobus durch die Nacht.
Der Bus ist nicht das sicherste Verkehrsmittel.
Nachtfahrten müssen, weil es sich bei Busfahrern auch um normale Menschen handelt, die in der Nacht eine deutlich reduzierte Leistungsfähigkeit haben, eine zusätzliche Gefahr darstellen.
Kinder und Jugendliche sind bei Nachtreisen keine so angenehmen Passagiere, weil sie die ganze Nacht zum Tag machen können. Sie führen daher zusätzlich zur Ablenkung, Störung.
Wieso werden dann so gerne Reisen für Kinder und Jugendliche organisiert, bei denen Nachtfahrten sehr eingeplant werden?
Ich muss es als Mutter akzeptieren, wehre mich aber aus den genannten Gründen - nicht erst seit heute gegen diese Praxis.
Im Nachhinein ist jeder ein Captain Hindsight, der genau weiß was man nicht hätte sein dürfen.
Wäre ein Wagen aus der Pannenbucht wegen einer schrägen Wand hinausgeschleudert worden und gegen einen Bus geprallt würden jetzt alle Schlaumeier genau dort gerade Wände fordern.
"Nachholbedarf" impliziert, dass die am Unglücksort bestehende Lösung die falsche war. Wenn Sie den zitierten Bericht lesen, kommen Sie zum Schluss, dass dies nicht zwingend der Fall sein muss (d.h.: andere Lösung bringt in anderen Fällen mehr Probleme...)
.. ein Fahrgast bringt eine CD/DVD nach vorne, Lenker drückt die Auswurftaste .. das Disaster beginnt ..
Was auf normalen Strassen ohne (tragische) Konsequenzen bleibt, genug Platz vorausgesetzt, hat im Tunnel letale Folgen.
Jeder, dem schon mal im Auto etwas auf den Boden fiel oder anderweitig abgelenkt war, weiss, dass man innert Sekunden ein paar Meter in der Spur versetzt ist.
Durch die Ablenkung touchiert der Bus mit der Randbegrenzung und beginnt von Wand zu Wand zu pendeln ..
Ohne Pannenbucht wäre er irgendwann zum Stillstand gekommen .. oder frontal in den Tanker .. oder gegen einen entgegenkommenden PKW mit zwei Kindern .. oder ..
Ein Fahrgast brachte eine CD/DVD nach vorne?
Das Desaster began mit der Auswurftaste?
Der Bus begann von Wand zu Wand zu pendeln?
In dem Richtungstunnel kam ein Tanker entgegen ?!
In dem Richtungstunnel kam ein PKW mit zwei Kindern entgegen!?
Wann sind Ihre Märchen käuflich erhätlich?
wer (Niederländisch) lesen kann (www.hln.be) ist klar im Vorteil und wer die Polizei als Informationsquelle heranziehr disqualifiziert sich selbst!
Zitat: Het Laatste Nieuws schreef vandaag al dat meester Frank Van Kerckhove van de Sint-Lambertusschool in Heverlee seconden voor het ongeval een dvd naar voren bracht. Volgens bronnen die beide kranten aanhalen, stemt dat overeen met wat de kinderen aan hun ouders en het verplegend personeel verteld hebben.
Jetzt weiß ich endlich, warum mein Auterl immer so pendelt und ich jedes Mal auf eine andere Spur versetzt bin, nachdem ich immer meinen Dackel unterm Vordersitz herausgezogen und seine Leine entwirrt habe.
Bisher aber ohne (tragische) Konsequenzen, da auf normalen Straßen immer genug Platz.
liegt mir fern bei dieser Tragik unseriöse Behauptungen aufzustellen.
Es fällt auf das ab Unfallzeitpunkt um 21:15 der Buss noch 885km und mindestens 9Stunden Fahrzeit vor sich hatte. Ankunftszeit 6:15U morgens.
Die Fahrer müssen gegen ihr physiologisches Leistungstief den Bus sicher durch die Nacht bringen.
Um 21:00 liegt die Leistungsfähigkeit im Schnitt bei nur 75% des Maximums und um 4:00 morgens bei gerade noch 40%!
Nachtfahrten sind auf Buslangstrecke üblich.
Nach diesem Unfall macht mich das aber nachdenklich.
dann wird irgend wann einmal jemand diese Chance wahr nehmen.
Gerne? Freiwillig? Absichtlich?
Wohl kaum.
Das macht die Opfer aber nicht lebendig.
Wie kann man so etwas planen und bauen ??????
In modernen Tunnelanlagen werden die Pannenbuchten nicht mehr so ausgeführt (andere Formen und Bufferelemente).
Man muss aber dazusagen, dass der Unfallhergang absolut einzigartig ist. Wenn Sie das mit Absicht am Computer versuchen werden sie etliche Anläufe benötigen um den Bus dort ungebremst mit hoher Geschwindikeit reinzubringen (siehe Foto). Demzufolge haben viele Experten früher einen derartigen Unfall für unmöglich gehalten.
Jetzt ist man leider wieder einmal schlauer...
habe vor jahren mal einen PKW in der damals neu errichtet klagenfurt umfahrung in der gleichen situation gesehen
sah fuerchterlich aus
im damaligen fall war an der stirnwand an der der PKW aufgeprallt ist eine eingangstuere in eine notrufnische
der PKW hat es durch die gewaltige energie komplett durch die tuere (!) in die notrufnische geschafft
tatsache ist dass man sowas leicht durch eine schraege wand am ende der nische entschaerfen kann
weitere tatsache ist aber dass man das nicht will
denn dadurch wuerde das fahrzeug wieder zureuck auf die fahrbahn und in den gegenverkehr katapultiert
und das will man vermeiden
der horrorcrsah gegen die wand ist da das kleiner uebel denkt man
wird dzt aber keiner oeffentlich sagen ...
laut der Rekonstruktion hat der Bus zuerst dir rechte Tunnelwand touchiert, ist dann zur linken Seite hinübergeschleudert und von dort wieder zur rechten Seite hin abgeprallt wo er dann in die in den Tunnel hineinragende Wand hineingekracht ist. Da er also bereits zweimal über die ganze Fahrbahnbreite geschleudert ist, hätte ein drittes mal (durch eine schräge Nischenwand) auch keinen Unterschied mehr gemacht. Ausser das es keinen furchtbaren Frontalcrash gegeben hätte.
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