Pfarrer gesucht, kein Mindestlohn gefunden

  • Interesse? Dieses Inserat erschien in den "Oberösterreichischen Nachrichten".
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    Interesse? Dieses Inserat erschien in den "Oberösterreichischen Nachrichten".

Stellenausschreibung in Zeitung sorgt für Aufsehen - Rein rechtlich ist es in Ordnung, beim Initiator haben sich einige Interessenten gemeldet

Der katholischen Kirche laufen nicht nur die Schäfchen davon, auch die Hirten sind rar. "Priestermangel", so lautet der Befund. Mit einem ungewöhnlichen Rekrutierungsversuch macht jetzt die oberösterreichische Marktgemeinde Taufkirchen an der Pram von sich reden. "Leitung der Pfarre, Liturgie und Seelsorge" steht auf einem Inserat, das am letzten Februarwochenende in den "Oberösterreichischen Nachrichten" erschienen ist.

Geworben wird etwa mit "zeitgemäßer Infrastruktur", dem "neu errichteten Pfarrheim", einem "aktiven Vereinsleben" und der "guten Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Schulen". Assets, die auf die meisten Jobsuchenden eine eher abschreckende Wirkung haben dürften. Einer soll sich jedoch angezogen fühlen. Gesucht wird ein Pfarrer, der mit 1. September die Nachfolge des bis dahin amtierenden antritt. Franz Gierlinger, so heißt er, wechselt die Gemeinde.

"Aufmerksamkeit erregen"

Die Initiative, einen Pfarrer via Zeitungsannonce zu suchen, ist nicht das Resultat einer neuen Kirchenlinie, sondern privaten Ursprungs. Der Mann, der dahinter steht, ist Christoph Crepaz, seines Zeichens Mitglied des Taufkirchner Pfarrgemeinderates. Sind Pfarrer zu bestellen, dann macht das die Kirche üblicherweise nicht in Zeitungen, sondern in ihren Diözesanblättern publik. Um Leute auch außerhalb der Diözese zu erreichen, hat Christoph Crepaz das Inserat geordert. "Eine einmalige Aktion", wie er gegenüber derStandard.at sagt, "um Aufmerksamkeit zu erregen." Das dürfte ihm gelungen sein, zumindest einige Medien haben darüber berichtet.

2.000 Euro aus der eigenen Tasche

Erfolg definiert Crepaz aber anders, nämlich? "Wenn wirklich ein Pfarrer gefunden wird." Immerhin hätten sich bis jetzt "ein paar Leute gemeldet". Wie viele genau und ob ernstzunehmende Kandidaten dabei sind, will er nicht sagen, er habe die Bewerber jedenfalls an die Diözese Linz verwiesen. Die Kosten für das Inserat, laut Auskunft der "Oberösterreichischen Nachrichten" muss man für eine Schaltung dieser Art über 2.000 Euro berappen, hat er selbst aufgebracht. Vorerst, denn Crepaz sammelt Spenden. Zum Beispiel nach dem Gottesdienst. Viele Kirchengeher unterstützten seine Aktion, betont er.

User: Kirche muss Vorbild sein

An Unterstützern mangelt es anscheinend nicht - was fehlt, ist eine Gehaltsangabe in der Stellenausschreibung, wie uns ein User via Mail aufmerksam machte. Er echauffiert sich, dass die Kirche mit gutem Beispiel vorangehen und die gesetzliche Vorgabe erfüllen müsse, wenn sie als "moralische Instanz" wahrgenommen werden wolle. Seit 1. März 2011 muss in Stellenanzeigen das Mindestentgelt angegeben werden, seit 1. Jänner 2012 können Strafen von bis zu 360 Euro verhängt werden. Allerdings gibt es auch einige Einschränkungen, nicht alle Inserate fallen unter diese Regelung.

Initiative einer Privatperson

Im konkreten Fall muss Herr Crepaz keine Strafe befürchten. Erstens würde das erste Vergehen nicht abgestraft, sondern nur ermahnt, und zweitens ist er nur der Auftraggeber des Inserats und nicht der Chef, der Mitarbeiter rekrutieren will. Das Gesetz gilt nämlich nur für Arbeitgeber und private Arbeitsvermittler. "Hier scheint einfach eine Person initiativ geworden zu sein", erklärt Ingeborg Obermüller, Regionalanwältin der Gleichbehandlungsanwaltschaft Oberösterreich, die Rechtslage gegenüber derStandard.at. Was anderes wäre es, wenn die Kirche jemanden oder eine Personengruppe mit der Schaltung eines Inserats beauftragt. Dann wird der Inserent zum privaten Arbeitsvermittler - und muss sich an die gesetzlichen Bestimmungen halten.

Gehaltsschema muss für Job existieren

Ein weiteres Kriterium, ob die Pflicht zur Angabe des Mindestgehalts besteht, ist die Voraussetzung, dass es in der Branche einen Kollektivvertrag gibt bzw. dass ein normiertes Gehaltsschema existiert. Laut Recherchen der Gleichbehandlungsanwaltschaft, die auf den Auskünften der Diözese basieren, werden römisch-katholische Priester durch Inkardination in den Diözesanverband aufgenommen. Das bedeutet, dass es wechselseitige Rechte und Pflichten gibt. Diese Formen kirchlichen Dienstes seien nicht als Arbeitsverträge zu qualifizieren, denn: "Im Vordergrund steht die das gesamte Leben umfassende Verfügbarkeit des Geistlichen, die zugleich die Fürsorgepflicht des Diözesanverbandes begründet, welche unabhängig von der Betrauung mit einer konkreten Aufgabe oder einem kirchlichen Amt besteht."

Nach Ansicht der Anwaltschaft handelt es sich bei der Versorgungsleistung eines Pfarrers um kein Entgelt, das nach geltenden kollektivvertraglichen Bestimmungen, durch das Gesetz oder andere Normen geleistet wird. Ergo ist keine Gehaltsangabe erforderlich.

Diskriminierung eigentlich verboten

Genauso wenig erforderlich ist eine diskriminierungsfreie Formulierung, obwohl kirchliche Dienstgeber nicht grundsätzlich vom Gleichbehandlungsgesetz, wie es bei Stellenausschreibungen zur Anwendung kommt, ausgenommen sind. Annoncen dürfen beispielsweise keine Einschränkungen bezüglich des Alters, der Herkunft, der sexuellen Orientierung oder des Geschlechts enthalten. Ausnahmen gibt es nur, wenn ein bestimmtes Geschlecht "unverzichtbare Voraussetzung" für die Ausübung der Tätigkeit ist. So wie in diesem Fall, schließlich ist das Priesteramt in der katholischen Kirche Männern vorbehalten. (Oliver Mark, derStandard.at, 13.3.2012)

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Die Kirche hat kein Geld ..

.. die steck ja einfach alles .. in den Nachwuchs!

"und zweitens ist er nur der Auftraggeber des Inserats und nicht der Chef, der Mitarbeiter rekrutieren will."

Soll das eine Umgehungsmöglichkeit darstellen?

Man lässt einfach einen "Freund" inserieren? :-)

Keine Angaben ohne Kollektivvertrag?

Hab ich das jetzt richtig verstanden? Wenn es keinen Kollektivvertrag gibt, brauch ich das auch nicht in den Ausschreibungen angeben?

Wenn's kein KV-Mindestgehalt gibt (weil's keinen KV gibt), können's auch keines angeben.

Es gibt aber nicht so sehr viele Angestelltenjobs ohne KV, dass das ein grösseres Thema wäre.

Innen

müssen jobangebote nicht auch gegendert sein?
:-)

Kein Mindestlohn gefunden ...

... ist ja klar. Der Mindestlohn ist so klein, dass man ihn gar nicht posten oder bekanntgeben will.
Nicht das Geld befriedigt, die Aufgabe zieht. Der Priesterberuf ist nicht einfach und in Zeiten wie diesen, wird er wieder wichtiger werden.
Die Jugend wird wieder erkennen, dass es Berufe gibt, die mehr hergeben. Einer davon ist der Priesterberuf. Wäre ich nochmals vor der Entscheidung, ich würde es machen und mir nicht mehr durch mein gesamtes Umfeld es ausreden lassen.

der lohn der kirche ist nicht von dieser welt ;-)

hast du familie und kinder?
wenn ja, würdest du sagen das es die falsche entscheidung war?

Kein Mindestlohn gefunden ...

... ist ja klar. Der Mindestlohn ist so klein, dass man ihn gar nicht posten oder bekanntgeben will.
Nicht das Geld befriedigt, die Aufgabe zieht. Der Priesterberuf ist nicht einfach und in Zeiten wie diesen, wird er wieder wichtiger werden.
Die Jugend wird wieder erkennen, dass es Berufe gibt, die mehr hergeben. Einer davon ist der Priesterberuf. Wäre ich nochmals vor der Entscheidung, ich würde es machen und mir nicht mehr durch mein gesamtes Umfeld es ausreden lassen.

verdient mindestens wie ein A Beamter der Stufe 4

..liegt wohl so bei 5000 €. Muß dafür aber keine Steuern zahlen.

Zahlt der österreichische Steuerzahler.

Ist im Konkordat festgelegt. Art 15

In Art 15 Konkordat 1934 steht nichts, dass der Pfarrer keine Lohnsteuer zu zahlen hätte.

..steht auch nicht das er es tun muß!!!

les mal

https://findok.bmf.gv.at/findok/li... -W%2F08%22

es gibt genug Erkenntnisse zur steuerlichen Behandlung von Priestergehältern und Pensionen. Wenn die steuerfrei wären, würde sich das Problem mit der Geltendmachung von Werbungskosten etc nicht stellen.

der personalmangel bei kirche und militär ist die letzte hoffnung des zusammenbrechenden arbeitsmarktes. beide haben konjunktur, wenn es keine mehr gibt.

Wenn ich mir dieses blassen oft realitätsfremden Herren anschaue die sich Gottesvertreter nennen frag ich mich warum nicht noch mehr Menschen aus der Kirche austreten. Siehe auch Ratzinger...

Diskriminierungsverbot

Katholischer Priester gesucht, keine Diskriminierung gegen homosexuelle Orientierung oder geschiedene. Ist es noch vereinbart mit dem Priesteramt? Mindestlohn-> abhängig von Anzahl der Kirchenaustritte.

mindestlohn? gotteslohn!

super

kein Wunder das die Diozöse finanziell gut da steht wenn sie lauter ehrenamtliche Helfer - und innen hat.
Sind das die Praktikanten in der Wirtschaft die alles machen dürfen aber nix kriegen?

Gehts dem Pfarrer gut, gehts der Kirche gut...

Email: Pfarrer.com

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schon interessant, dass so wenige den passus mit der überbezahlung verstehen

in guten postionen mit guten qualifikationen hat doch ein KV nicht einmal orientierungscharakter. ich hab in meinem angestelltenleben nie genau gewusst, was im KV steht, war sowieso immer um einiges mehr.

aber wer seinen wert nicht kennt, der wird sich auch unter wert verkaufen.

blödsinn. auch dein topgehalt orientiert sich an einem grundgehalt... dass du nicht weißt was in deinem kv steht spricht gegen dich.

Nennen wir es einfach Vorauswahl per Intelligenztest.

"In Abhängigkeit von beruflicher Qualifikation und Erfahrung ist eine marktkonforme Überzahlung vorgesehen."

Der Job soll nur jene ansprechen, die so gut lesen können, dass sie das verstehen.

meine intelligenz sagt mir: die wollen einen billigen affen, ohne wertschätzung.

Wirklich hingehen würden's aber erst, wenn's ein paar hundert Euro mehr hin schreiben?

--

"meine intelligenz sagt mir:"

... offensichtlich nicht: Lies den zweiten Satz.

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