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Vor dem am Dienstag stattfindenden Sonder-Aufsichtsrat der AUA haben sich die Gewerkschaftsvertreter des fliegenden Personals bewegt und Einsparungen in Aussicht gestellt. Die Gespräche mit dem Management seien aber zunächst ohne Ergebnis zu Ende gegangen, meinte Bord-Betriebsratschef Karl Minhard auf Anfrage. Die Arbeitnehmer hätten ein Angebot gemacht, das von der Geschäftsführung als unzureichend eingestuft worden sei.
Konkret würden die Mitarbeiter geringfügig länger arbeiten sowie einer Reduktion bei den Gehaltsvorrückungen und einem Aussetzen der automatischen Inflationsabgeltung zustimmen, so Minhard in einer Aussendung. Bei der Arbeitszeit stellte Minhard "bis zu 1.800 Arbeitsstunden pro Jahr" in Aussicht. Das wäre fast der Österreich-Durchschnitt von 1840 Stunden. Bringen soll das 14 Millionen Euro in Cash sowie 33 Millionen Euro Einsparungen infolge der Auflösung von Pensionsrücklagen.
Betriebsrat geht ein Drittel des Weges entgegen
"Durch all diese Maßnahmen verringert sich der Pensionsaufwand insgesamt um rund 20 Prozent - für die AUA bedeutet das drei Prozent mehr Eigenkapital. Und dabei ist noch nicht einmal berücksichtigt, dass ja die Mitarbeiter bereits jetzt auf fünf Prozent ihres Gehaltes verzichten", betonte Minhard. Die 14 Millionen Euro sind freilich weniger als die 45 Millionen Euro, die sich das Management wünscht.
Das Angebot sei aber fair, alles andere würde heißen "Sozialkapital in Eigenkapital" umzuwandeln, so Minhard weiter. "Der Eigentümer will 45 Millionen Euro bei den laufenden Personalkosten einsparen und dazu weitere 180 Millionen Euro durch Auflösung von Pensionsrücklagen lukrieren...Jeder Mitarbeiter müsste nach diesem Plan jedoch im Durchschnitt drei Jahre gratis arbeiten und auf 50 Prozent seiner Pension verzichten", so der Bord-Betriebsratschef.
AUA-Sprecher Peter Thier weist die Darstellung, es gehe um Vernichtung von Sozialkapital zurück. Es gehe um Rückstellungen und Nachschusspflichten, die für eine kleine Gruppe von Mitarbeitern mit alten Kollektivverträgen nötig seien - rund 300 Piloten und 600 Flugbegleiter (insgesamt gehören 2.300 Mitarbeiter zur Bord-Crew). Die AUA wolle die Pensionen von Leistungs- auf Beitragspensionen umstellen. Die laufenden Pensionsbeiträge stünden aber nicht in Diskussion.
Sparpaket braucht Lufthansa-OK
Die Personalfrage ist eine von vielen im Sonder-Aufsichtsrat. Das endgültige Go zum Sparpaket in der Höhe von 220 Millionen Euro gibt es aber erst vom Aufsichtsrat der Lufthansa. Dieser tagt am Mittwochabend in Frankfurt - am Tag darauf findet die Bilanzpressekonferenz der Lufthansa statt. Das Paket umfasst neben Personalfragen die "Umflottung", also die Umstellung der Mittelstrecke auf Airbus, wofür sieben neue Maschinen nötig sind und die Modernisierung der Boeing-Langstreckenflieger mit neuen Kabinen, Sitzen und Business-Class und sonstiger Ausstattung. Für diese Maßnahmen brauche die AUA aber Kapital von der Mutter, so Thier am Montag. Das Gesamtpaket gebe es erst "mit Stempel aus Frankfurt". Da auch die Lufthansa für 2011 einen Verlust - 13 Millionen Euro - ausgewiesen hat, ist der Druck aus Frankfurt groß, endlich in die schwarzen Zahlen zu kommen.
Piloten: Gut bezahlt, gleich weg
Mit dem Angebot der Gewerkschaft scheint nun der Plan B von AUA-Vorstand Jaan Albrecht, nämlich die Übertragung des Flugbetriebs auf die 20 bis 25 Prozent günstigere AUA-Tochter Tyrolean, weniger wahrscheinlich. Für den Betriebsrat ist der sowieso völlig unvorstellbar. Käme es tatsächlich dazu, könnten die Piloten unter Bezug auf das Arbeitsvertragsanpassungsgesetz (AVRAG) die Übernahme verweigern, eine Arbeitgeberkündigung geltend machen und mit vollen Abfertigungen das Unternehmen verlassen.
"Wir gehen davon aus, dass im worst case 200-300 Piloten die AUA verlassen und im Ausland rasch besser dotierte Jobs finden würden", so Minhard. Binnen eines Monats wären ein Drittel aller AUA-Piloten weg, rund 15 Flugzeuge könnten nicht mehr fliegen. "Wir rechnen mit zehn Prozent weniger Passagieren am Flughafen Wien - und das wiederum gefährdet tausende Arbeitsplätze in der gesamten Wertschöpfungskette rund um den Luftfahrtbetrieb, von den Geschäften am Flughafen bis zu den Lieferanten", so Minhard. "Wir wollen alle Mitarbeiter an Bord behalten," entgegnet hingegen Thier der Drohung der Piloten, scharenweise zur Konkurrenz, insbesondere zu Emirates, zu wechseln.
Österreichische Lösung
Unter diesen Piloten dürften vor allem jene Kapitäne sein, die noch nach dem alten Bord-KV angestellt sind. Diese verdienen im Schnitt 13.000 Euro brutto und haben Anspruch auf 39 Gehälter Abfertigung. Im Schnitt verdient ein AUA-Pilot allerdings "nur" 10.200 Euro brutto. Der Betriebsrat gibt sich jedenfalls patriotisch. "Uns ist die AUA wichtig, uns ist der Wirtschaftsstandort Wien wichtig, uns ist Österreich wichtig. Das ist unsere berufliche und emotionale Heimat, dafür kämpfen wir. Und daher versuchen wir weiterhin, im Dialog eine für beide Seiten faire Lösung zu erreichen", so Minhard. (red, APA, derStandard.at, 12.3.2012)
Wissen
Um in die Gewinnzone zu fliegen, will das Management jährlich rund 160 Millionen Euro einsparen. 100 Millionen will man in der Verwaltung (Flottenbereinigung, Check-In-Abläufe) sparen. Zudem wird die von Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) in Aussicht gestellte geringere Ticketsteuer einige Millionen bringen. Einen deutlichen zweistelligen Millionenbetrag sollen die 6.000 Mitarbeiter leisten.
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Deshalb sind so viele Ausländer, v. A. auch Österreicher, fliegerisch in den ehemaligen Ostblockstaaten aktiv?!?
Man sollte schon wissen wovon man spricht!
Neid und/oder Unfähigkeit reichen da nicht.
Piloten zu Emiratas - würde mich interessieren wie den fliegenden Betriebsratsfans die Arbeitsbedingungen in den Emiraten schmecken. Ersatz innerhalb der Kündigungsfristen ist sicher aufzutreiben. Aus meiner Sicht ist leider von einer Ausdünnung des Streckennetzes auszugehen.
600 überbezahlte Flugbegleiter kann jedenfalls sicher günstiger haben. Ich bin davon überzeugt das es ein leichtes ist motivierte junge Damen zu einem Bruchteil zu finden. Die Jugend hat leider schlechte Karten. Billigere Jobs ohne Garantien und hohe Steuern um Abfertigungen und Pensionen für die "Silberrücken" zu erwirtschaften. Ich möcht keine 20 mehr sein!
Ich habe das Gefühl, dass in Österreich der Druck noch sehr niedrig ist. Wenn man zu solchen Bedingungen, wie bei den alten AUA Verträgen, arbeiten kann, warum soll man es sich ungemütlicher machen. Bei den AUA Piloten scheint die Frage, besser den billigeren Tyrolean KV als überhaupt keinen Job nicht einmal im Raum zu stehen.
Im Vergleich zur AUA oder zu Tyrolean ? Ich glaub der spinnt a bissal der Hr. Minhard. Warum machen es dann die Leute nicht ??? Und warum 40 Stunden weniger arbeiten als der Durchschnitts- Österreicher ? Die restlichen 40 Stunden sollten doch auch noch drin sein....
..nachdem bei der Bezahlung nicht unterschieden wird ob es sich um Nacht, Wochenende ioder Feiertag handelt.
Auch am Heiligen Abend oder Silvester um 23h59 ist Normalarbeit. Die maximale Arbeitszeit liegt jedenfalls erheblich ÜBER der von Fernfahrern.
Ist nicht so einfach zu sehen, ist ja nur möglich, wenn der Arbeitnehmer mit einer "wesentlichen Verschlechterung der Arbeitsbedingungen" rechnen muß. Ob das bei Umsteig zum Gehalt in den Tyrolean-KV der Fall ist, muüsste wohl erst ausjudiziert werden.
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