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Für Indermit Gill ist Europa dennoch ein Erfolgsmodell.
Die Ökonomen der Weltbank machen die zu geringe Lebensarbeitszeit der Europäer und eine damit einhergehende sinkende Produktivität als eines der Hauptprobleme für langfristiges Wachstum in Europa aus. Wer in Europa einen Arbeitsplatz habe, genieße große Sicherheit, für Arbeitslose hingegen gebe es relativ großzügige Leistungen, der Zugang zur Pension sei eher leicht. Um das Modell Europa überleben zu lassen, bedürfe es einiger Anstrengungen, sagt Indermit Gill im Gespräch mit derStandard.at.
derStandard.at: Europa muss sein ökonomisches Modell anpassen, aber nicht aufgeben, heißt es im Weltbank-Bericht "Goldenes Wachstum: Den Glanz des europäischen Wirtschaftsmodells wiederherstellen". Das scheinen für Europa doch recht gute Nachrichten zu sein nach all den Problemen, die wir derzeit haben.
Gill: Das sind tatsächlich gute Nachrichten. Wir sehen uns mit diesem Report den europäischen Ansatz hinsichtlich der ökonomischen Entwicklung oder des Wachstums an, und das auf lange Sicht. Die Menschen fokussieren sich zu sehr auf die derzeitigen Probleme. Sie schauen nicht zurück und sehen damit nicht, was schon alles zustande gebracht worden ist. Sie schauen auch nicht voraus und sehen, dass man die Veränderungen schaffen kann, um noch einmal so viel zu erreichen.
derStandard.at: Das klingt sehr optimistisch. Können wir das?
Gill: Die Menschen sehen die Errungenschaften auch zu wenig im internationalen Kontext. Der Rest der Welt hat nicht annähernd das erreicht, was Europa gelungen ist.
derStandard.at: Bleiben wir doch noch ein wenig bei den guten Nachrichten, wenn Sie schon so viele im Gepäck haben. Was ist für Sie das Spezifische am Erfolgsmodell Europa?
Gill: Ein Faktor ist das, was wir die Konvergenzmaschine nennen. Das hilft ärmeren Ländern aufzuholen. Das Zweite ist die "Marke Europa", die zu einer globalen Marke geworden ist. Sie wird rund um die Welt erkannt und bewundert. Das Dritte ist: Europa wurde zu einer Lifestyle-Supermacht, die den Menschen wahrscheinlich die höchste Lebensqualität in der Geschichte der Menschheit gebracht hat.
derStandard.at: Das europäische Wachstumsmodell hat tatsächlich Millionen von Menschen Wohlstand gebracht. In den letzten Jahren wuchsen allerdings die Zweifel an diesem Modell inner- und außerhalb Europas. Was macht Sie sicher, dass wir hier nicht von einer aussterbenden Hochkultur sprechen?
Gill: Ich komme aus Südasien, habe in Lateinamerika gearbeitet und in Ostasien, jetzt lebe ich in Nordamerika. Ich kann Ihnen sagen: Europa ist keine aussterbende, sondern eine dynamische Kultur.
derStandard.at: Die Menschen in anderen Erdteilen sind hungrig nach Wachstum, Konsum, Innovation, Arbeit. Kritiker sagen, dass die Europäer zu saturiert und unflexibel sind und nicht erkennen wollen, dass viele dieser modernen Errungenschaften nicht länger aufrechtzuerhalten sind. So ähnlich klingt es auch bei Ihnen?
Gill: Tatsächlich gab es in den letzten 20 Jahren viele Veränderungen. Der Druck auf die sozialen Sicherungssysteme und auf die hohe Lebensqualität ist gestiegen. In Nordamerika hatten wir eine Informations- und Technologie-Revolution, die die Menschen viel produktiver gemacht hat. In Asien sind China und Indien und damit eine Milliarde neuer Arbeitskräfte auf den Markt gedrängt. An diese Entwicklungen muss Europa sich anpassen.
derStandard.at: Wir haben ziemlich hohe Standards in vielen Bereichen. Könnten nicht diese Standards ein Wettbewerbsvorteil sein oder muss Europa Dinge nach unten nivellieren?
Gill: Man muss sich ganz genau ansehen, welche Dinge kleine Anpassungen und welche große Änderungen erforderlich machen. Was zum Beispiel gut funktioniert, sind Handel und Finanzwesen. Ein wichtiger Teil der florierenden Konvergenzmaschine Europa. Etwas mehr Arbeit bedarf es hinsichtlich der Unternehmen und in Sachen Innovation, auch wenn das in vielen Ländern recht vernünftig funktioniert. Sie sind verknüpft damit, was ich die Marke Europa nenne.
Der dritte und letzte Teil ist: Arbeitsmarkt und Staat. Beide sind in vielen Teilen Europas ziemlich schwach. Sie gehören zu dem, was ich als Lifestyle-Supermacht angeführt habe. Was ich also sagen will: Es wird nicht schwierig sein, die Errungenschaften der Konvergenzmaschine fortzuführen. Ein bisschen mehr Aufwand wird man betreiben müssen, um die pulsierende Marke Europa zu erhalten. Es bedeutet aber viel Arbeit, die Lifestyle-Supermacht bleiben zu können.
derStandard.at: Was hat diese wundersame Konvergenzmaschine zustande gebracht?
Gill: Europa hat es den ärmeren Süd-Ländern ermöglicht, zu den reicheren Ländern aufzuschließen.
derStandard.at: Genau das scheint aber in der jetzigen Situation auch eines der Hauptprobleme der Währungszone zu sein ...
Gill: Aber sehen Sie sich in der Welt um. Welcher Teil der Welt hat es besser geschafft, den ärmeren Ländern beim Aufholen zu helfen? Niemand hat das besser geschafft als Europa. Zwischen 1975 und 1995 half Europa den ärmeren südlichen Peripherieländern, zu den wirtschaftlich besser entwickelten Ländern aufzuholen. Rund 100 Millionen Menschen in Italien, Griechenland, Spanien und Portugal erreichten hohe Einkommen. Mitte der 1990er-Jahre folgten hunderte Millionen Menschen in den osteuropäischen Ländern dieser Entwicklung. Während der letzten zehn Jahre haben auch Beitrittskandidaten wie Serbien, Albanien oder die Türkei ihren Lebensstandard erhöht. Wenn Sie mich also fragen, ob die Konvergenzmaschine zum Stillstand gekommen ist, so lautet die Antwort Nein. Sie hat sich nur nach Osten bewegt.
derStandard.at: Was ist mit den Südländern passiert?
Gill: Wir haben uns Europas Unternehmen angeschaut in der Hinsicht, ob sie Jobs geschaffen haben, effizienter und erfolgreiche Exporteure geworden sind. Europäische Unternehmen haben das im Allgemeinen sehr gut gemacht. Wir haben Europa mit Nordamerika, Brasilien, Russland, China und Indien verglichen. Wenn man ein bisschen näher hinschaut, sieht man aber auch Schwächen. In Sachen Arbeitsplatzschaffung waren die Ostländer nicht so gut. In Sachen Produktivität waren die EU-15 nicht so gut. In Sachen Export waren die Länder im Osten nicht so erfolgreich. Dann haben wir noch einmal genauer geschaut. Bei der Produktivität waren es vier Länder, die hier schwächer waren: Griechenland, Spanien, Italien und Portugal. Das belastet das gesamte Setup in der Union.
derStandard.at: Was genau haben diese Länder verabsäumt?
Gill: Sie haben aufgehört, sich zu verbessern. Zum Beispiel hinsichtlich des Umfeldes für Unternehmen. Diese Länder sind schwächer als Bulgarien und Rumänien. Sie haben es verabsäumt, sich rechtzeitig an die neue Realität anzupassen. Zusammengefasst kann man sagen, westeuropäische Länder begannen in Osteuropa zu investieren und wurden effizienter. Osteuropäische Länder bekamen neues Know-how und Zugang zu anderen Märkten und wurden ebenfalls effizienter, und im Süden passierte nichts. Für kleine geschlossene Ökonomien ist aber kein Platz in einer integrierten Union.
derStandard.at: Kommen wir zu den Schwächen, die Sie in Gesamteuropa sehen. Weniger Länder sind Ihrer Einschätzung nach fit in Sachen Arbeitsmarkt. Was meinen Sie damit?
Gill: Wir wissen, dass die Zahl der verfügbaren Arbeitskräfte in Europa sinkt. Zur selben Zeit haben wir mehr Wettbewerb mit Asien und Nordamerika. Und: Europas Arbeitsmarkt wird weniger und weniger wettbewerbsfähig.
derStandard.at: Arbeiten wir zu wenig, sind wir zu wenig produktiv?
Gill: Ein Grund sind die Arbeitnehmerrechte. Wer in Europa einen Arbeitsplatz hat, genießt große Sicherheit. Der andere Punkt sind abnehmende Anreize zum Arbeiten. Für Arbeitslose hingegen gibt es relativ großzügige Leistungen, der Zugang zur Pension ist auch eher leicht. Europa gibt mehr für das soziale Netz, Pensionen, Arbeitslosenversicherung und den Wohlfahrtsstaat aus als der Rest der Welt zusammen. Europäische Regierungen geben ca. zehn Prozent des BIP mehr als ihre Gegenparts in anderen Teilen der Welt aus, und fast der gesamte Unterschied kommt dem Sozialnetz zugute. Für viele Länder ist das einfach nicht mehr erschwinglich.
derStandard.at: Auf der einen Seite wissen wir, dass die Menschen - gesehen auf die Lebenszeit - länger arbeiten sollen. Auf der anderen Seite gibt es in manchen Ländern hohe Arbeitslosigkeit - vor allem in Spanien, Griechenland und Portugal. Wie soll man dieses Problem lösen?
Gill: Um am globalen Arbeitsmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben, konkurriert Europa mit weniger gut ausgebildeten Asiaten und gut ausgebildeten Nordamerikanern. Die einzige Möglichkeit, gegen beide zu bestehen, ist, einen sehr effizienten Arbeitsmarkt zu haben. Das haben wir eben in den meisten Ländern aufgrund des hohen Arbeitnehmerschutzes nicht. Dänemark, Schweden, Deutschland und Österreich übrigens auch - haben aber bereits die notwendigen Veränderungen durchgezogen.
derStandard.at: Wir haben große Schuldenprobleme in Europa. Die Regierungen kürzen ohnedies allerorts ihre Ausgaben. Und wir haben schon jede Menge Unruhen in Europa. Ist das die Zukunft?
Gill: Wenn Sie ein bisschen zurückschauen in die Vergangenheit, finden Sie einige Beispiele von Ländern, die das in Europa bereits gemacht haben. Es gibt Vorbilder, an die man sich halten kann. Aber ohne Schmerzen gehen solche Veränderungen nicht. Was die Ausgaben an sich betrifft: Das große Thema ist, wie das Geld ausgegeben wird. Man kann Geld sinnvoll ausgeben und die Effizienz des Arbeitsmarktes erhöhen. Man kann das Geld aber auch wenig sinnvoll ausgeben, den Arbeitsmarkt ineffizient machen und die Staatsausgaben aufblasen. Europa gibt rund 60 Prozent der weltweiten Ausgaben für Wohlfahrt aus, und das mit zehn Prozent der Bevölkerung und mit 30 Prozent des ökonomischen Outputs.
derStandard.at: Können die Ausgaben für Wohlfahrt überhaupt zu hoch sein?
Gill: Europa kann so viel ausgeben, wenn man das wirklich gewitzt und klug macht.
derStandard.at: Und wie macht man das wirklich elegant?
Gill: Die Schweden geben viel für Wohlfahrt aus. Die Schweden hatten aber Anreize für Männer und Frauen zu arbeiten. Und zwar etwa bis zum 65. Lebensjahr. Schweden animiert jeden, der arbeitet, auch Steuern zu bezahlen. Diese Steuern werden in soziale Dienste konvertiert - und zwar in sehr effizienter Weise. Die Menschen empfinden ihr Steuerzahlen also nicht als Vergeudung. Den Unternehmen hat man gleichzeitig viel Freiheit gegeben. "Hire and Fire" ist hier kein Problem. Und wir finden eine transparente Politik, das Vertrauen in sie ist sehr hoch. Wenn man also das alles zusammennimmt, kann man auch hohe Staatsausgaben für Wohlfahrt haben. Aber es ist sehr, sehr schwierig, das alles zu vereinen. Und solange man das nicht schafft, sollte man die Ausgaben verschlanken.
derStandard.at: In manchen Ländern wird eine Arbeitszeitverkürzung von 38 auf 35 Wochenstunden diskutiert. Was halten Sie davon?
Gill: Heute arbeiten US-Amerikaner einen Monat mehr als Niederländer, Franzosen, Deutsche und Schweden und deutlich mehr als die weniger wohlhabenden Griechen, Spanier, Ungarn und Polen. Männer gehen in Polen, der Türkei, in Ungarn und Frankreich acht Jahre früher in Pension als Mitte der 1960er-Jahre. 2007 waren Franzosen 15 Jahre länger in Pension als 1965. Bei den Polen und Türken sind es mehr als zwölf Jahre. Man kann weniger Wochenstunden arbeiten und man kann weniger Wochen im Jahr arbeiten, aber dann kann man nicht weniger Jahre im ganzen Leben arbeiten. (Regina Bruckner, derStandard.at, 13.3.2012)
Indermit Gill ist Weltbank-Chefökonom für Europa und die zentralasiatische Region.
Hier geht es zur Weltbank-Studie: Golden Growth
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mit 12-16 Stunden täglicher Arbeit, Verbot von Betriebsräten und Gewerkschaften, Privatpensionen und private Krankenversicherungen, die sich die meisten nicht leisten können. Der Trend geht dahin: in Griechenland wird es schon mal probiert, wieviel Leidensdruck die Menschen aushalten. Tränengas und Knüppel helfen noch ein bisschen, mehr auszuhalten. Angst ist dabei ein wirksames Mittel.
Mein Bedauern für ihre Hartherzigkeit allen jenen, die so im Wohlstand leben, daß sie sich leisten können, anderen Menschen "mehr Leistung für weniger Geld" abzufordern. Und das Ende der Verelendungsstange ? Thomas Malthus: die unterste Bevölkerungschicht hat sein Recht auf Leben verwirkt.
Im GEGEN etwas SEIN sind die Österreicher extrem gut.
Im GEGEN etwas UNTERNEHMEN (dabei müsste man ja etwas tun) sind sie schon viel schlechter.
GANZ schlecht sind sie allerdings im DAFÜR UNTERNEHMEN. Dabei muss man nämlich etwas tun UND kann dann nichteinmal DAGEGEN sein.
Passiert in den meisten Firmen doch schon (sonst laufen ihnen die besten Leut naemlich davon)
Das passt der radikalen Linken aber nicht ins Bild denn damit waere ja die Ausbeutung durch die kapitalistischen Konzerne widerlegt was deren Dasein komplett obsolet machen wuerde. Und wer will schon seinen Lebensinhalt entrissen haben.
Das ist wie dem Papst erklaeren dass es keinen Gott gibt. Hoffnungslos
viel mehr verdienen kann als mit ehrlicher Arbeit, wird sich an den Verhältnissen in Europa nicht viel ändern. Um den Lebensstandard der Reichen und Schönen erhalten zu können, wird eine andere Bevölkerungsschicht zunehmend mehr und mit geringerer Entlohnung arbeiten müssen.
dass wir noch nicht ganz versklavt sind.
dennoch sind wir pro stunde produktiver als amerika oder japan.
und wir haben eine gewisse freizeitkultur, welche ein wesentlicher teil unserer wirtschaft ist.
wir werden immer produktiver und daher brauchen wir auch weniger zu arbeiten.
alles andere führt zur katastrofe.(rohstoffe, umwelt,...)
Sie armer, armer, armer, armer Fastsklave.
Ich, hingegen, bin ein Mittelstandsbuerger der viel besser, gesuender, wohlhabender und laenger lebt und das Leben viel besser geniessen kann als die grosse Mehrheit der Menschen auf der Welt, und als so gut wie alle Menschen vor mir. Ich bin lieber Angestellter heute als Feudalherr im Mittelalter. Man stelle sich vor, kaltes Schloss, immer das gleiche Essen, keine Betaeubung beim Zaehneziehen, frueher Tod, verstuemmelnde Krankheiten, dauernd Kriege etc.
Der Menschheit geht es besser als je zuvor, und Europaeern besser als allen anderen. Es lebe die oesterreichische "Sklaverei" des 21. Jahrhunderts.
Es ist eine Frage der Verteilungsgerechtigkeit. Denn die Menschen in E durch Motorisierung produzieren genug, um die gesamte EU zu versorgen. Der richtige Ansatz muss sein, wieviel Arbeit und wieviel Güte soll jede/r bekommen, diese Parameters müssen jede Lebenslage, z.B. Kinder, Jugend, Erwachsenen und Pensionisten berücksichtigen, dann kann man die Verteilungslücke von Arbeit eliminieren. Die darauf resultierenden Güteverteilung ist nur logische Konsequenzen. Z.B. in Österreich leisten 25% regelmäßigen Überstunden während 8% gar keine Arbeit finden.
Im kapitalistischen System ist man an einer Verteilungsgerechtigkeit nicht interessiert. Wo bliebe denn die die Karotte, die dem "Mittelstand" vor die Nase gehalten wird, indem eingeredet wird "auch du kannst es schaffen"? In Wirklichkeit finanziert die breite Masse die Reichen und weil sich die meisten mit ihnen identifizieren, ändert sich nichts. Gäbe es mehr Solidarität nach "unten" zu den Arbeitslosen, Behinderten, Sozialfällen etc. würden wir in einer humaneren Welt leben! So grinst der Ferrari-Fahrer und Rolex-Träger vom Werbeplakatt und wird als Vorbild hingestellt (selbst wenn er ein skrupelloser Betrüger ist).
wir brauchen ein Recht auf Faulheit! http://de.wikipedia.org/wiki/Das_... f_Faulheit
was zum teufel soll es bringen, die produktivität zu erhöhen? und warum haben wir tendentiell zu wenig arbeitskräfte? wtf?
wenn sich die produktivität erhöht, braucht man weniger arbeitskräfte, um dieselbe menge eines produkts herzustellen. und meines wissens nach besteht nicht unbedingt eine produktions- sondern eine kaufkraftknappheit.
es werden mehr autos produziert als verkauft
es werden mehr lebensmittel produziert als verkauft
es werden mehr medikamente produziert als verkauft
es werden mehr textilien produziert als verkauft
was soll es bringen, mehr herzustellen wenn man das zeug nicht verkaufen kann?
Die haben Schulungsunternehmen, "Wir schaffen Arbeit" (für Künstler) Vereine, Berufsdiagnostik GmbH.s (mit schleißiger Diagnose, die gern in firmeneigene Zwangstherapien führt) fließt.
Arbeitslosigkeit kann also gar nicht so schlecht sein, wenn man so gut Geld damit scheffeln kann.
Und damit die Arbeitslosen auf keine falschen Ideen kommen, gibt es ein regelrechtes System der Erniedrigung und Kränkung, wie es nur geht.
Z.B. hat man mich mit einem Zettel durch die Stadt geschickt, den ich dort abzugeben hätte - das wars dann auch wirklich und gleich gings wieder nach Hause.
Man könnte eine Menge Geld sparen, wenn man all diesen Schwachsinn abschaffen würde.
Europa fehlt etwas ganz anderes: kompetente Politiker, die nicht nur von fünf vor Zwölf bis Mittag denken. Die Mär vom ewigen Wachstum gehört endlich als Illusion entlarvt, die Menschen und nicht das Luftgeld gehören wieder in den Mittelpunkt.
Ein herzhafter Neustart, ähnlich wie nach diversen Kriegen, neue Steuermodelle, Bildungs- und Verwaltungsreformen. Und natürlich eine Re-Regulierung des Bankwesens.
Es wird immer Menschen geben, die mehr haben oder verdienen, aber das aktuelle Gefälle ist zu groß, für viele Berufe sind die Einkommen zu gering.
Ein Umdenken ist leider wohl noch in weiter Ferne, zu viele Nettoprofiteure des aktuellen Systems fühlen sich wie die Maden im Speck. Frei nach dem Motto „Nach mir die Sintflut“.
sollte man diese tollen Weltbänker aufhängen. Und ihnen vorher klar machen, was die Alternative dazu wäre.
Was hindert diese Leute daran, die Schwellenländer aufzufordern, ihre Arbeiter gerechter zu entlohnen, bzw. deren Rechte anzuerkennen?
Ganz abgesehen davon, das diese Abwärtsspirale für alle in der Katastrophe enden wird. Die ganzen Leistungsträger können mir gern erklären, woher der Massenkonsum, von dem wir leben, kommen soll, wenn man wirklich alle Transferempfänger kalt stellt.
Ja, besser keine Beihilfen für Arme.....das funktioniert wunderbar, wie man an den Elendsvierteln vieler Länder ohne Sozialnetz erkennen kann....
Ich bevorzuge dann doch ohne Angst leben zu können, als mich hinter hohen Mauern, Stacheldraht, Alarmanlagen und Security-Services verschanzen zu müssen.....
Ein Sozialnetz schützt nicht nur die Armen vor Obdachlosigkeit, Hunger oder frieren, sondern auch alle Anderen vor hoher Kriminalität.....darüber sollten Sie vielleicht mal nachdenken....
Motivation erreicht man nicht durch die Schaffung von Existenzängsten, sondern durch die Abschaffung von Existenzängsten.....
ideologisch im 70er sumpf stecken geblieben?
es geht nicht um das abschaffen von beihilfen, sondern den gezielten einsatz dieser.
dennoch: diese mentalität, für alles und jedes eine beihilfe kassieren zu können, ist ein erbe aus der kreiskyzeit. und diese einstellung, diese mentalität dazu finde ich widerlich!
gepostet vom neuen macbook.
wie gut, daß das nicht in asien gefertigt wird und auch keine in asien hergestellten teile drin hat. weil asien ist ja voll krass. oida!
Das neue macbook wird zwar in Asien erzeugt, der Grossteil der Wertschoepfung bleibt aber in den USA und in Europa.
Wer profitiert vom neuen macbook?
Die chinesischen Arbeiter - weil sie einen Job haben und nicht mehr auf dem Feld rackern muessen. Ja das ist ein Fortschritt, auch wenn Sie das - aus dem arroganten Sichtwinkel des Wohlstand-Europaeer - vielleicht als Sklavenarbeit betrachten.
Der chinesische Staat - mehr Arbeitsplaetze bedeutet weniger soziale Unruhen.
Der oesterreichische Staat. 20% UST sind leicht kassiert. Wo woa do die Leistung?
Der oesterreichische Mediamarktverkaeufer, weil er einen Job hat.
Der Kunde: sonst wuerde fuer so ein Teil nicht tief in die Tasche greifen.
Apple: wertvollste Firma der Welt.
Die Aktionaere ...
ich habe gar nichst gegen globalisierung, im gegenteil. sie hat allein in china eine mittelschicht von hunderten millionen geschaffen. ich finde es nur etwas daneben, auf asien zu schimpfen, wenn dort das eigene macbook herkommt.
"der Grossteil der Wertschoepfung bleibt aber in den USA und in Europa". dazu sage ich nur: samsung.
Das Proletariat ist ohne Sozial viel leichter / effizienter bewirtschaftbar.
Und überhaupt: 1 Milliarde machen's für 80 Cent/Tag, bitte anpassen!
(warum eigentlich nicht gleich bei den Bankern anfangen?)
Steuern werden in soziale Dienste konvertiert - wie Bankenrettung - damit die Direktoren immer volle Tröge haben!
http://tinyurl.com/84sc6ox
die 4 Schritte in die Verdammnis [Stiglitz]
Die Frage ist eher, warum Europa überhaupt mit Billiglohnländern konkurrieren sollte.
Wenn die ihre sozialen Standards und Arbeitnehmrrechte nicht anheben wollen und auch sonst hinter den europäischen Standards hinterherhinken muss man eben Strafzölle einheben.
Entweder wir nivellieren nach unten oder die anderen nach oben.
gute idee. aber unser wohlstand gründet sich ja auch auf die niedrigen produktpreise der Niedriglohnländer. wenn sie das nicht mehr wollen, wird bei uns alles teuer und dann haben wir die sozialen probleme. Dann kostet ein T-shirt für Kinder nicht mehr 5,- sonder 25,--. werden wir ja sehen wieviele sich das leisten wollen - dafür, dass woanders die sozialstandards steigen.
ja,das übersehen viele .. Unser Wohlstand heisst ja im Endeffekt auch,dass wir uns mit unserem Gehalt internationale Produkte locker leisten können. Obst,Parfums,Gemüse,Elektronikgeräte etc.. Dass diese nur billig sein können weil irgendwo jemand für einen Niedriglohn dafür arbeitet vergessen wir ganz gerne .. Seis das Netbook von 250€ gefertigt von Foxconn in China oder der Kaffee um paar € vom Tschibo gepflückt von Kindern in Südamerika , oder die H&M Hemden wo natürlich auch wieder Kinderarbeit bein Pflücken der Baumwolle eingesetzt wird... Natürlich nur unwissentlich .. Irgendwie sollte uns das mehr ärgern und aufregen als es gerade der Fall ist.. Ich schließe mich hier nicht aus ..
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